Gesetzliche Krankenkassen Meldung

Zum Jahreswechsel fusionieren eine Reihe von gesetzlichen Krankenkassen. Der Zusammenschluss kann den Mitgliedern nützen. Wer mit der neu entstandenen Kasse aber nicht zufrieden ist, kann wechseln. test.de informiert.

Zahlreiche Zusammenschlüsse

Mehr als 15 Millionen gesetzlich Krankenversicherte sind über eine Krankenkasse geschützt, die zum Jahreswechsel mit einer anderen Kasse fusioniert hat: Die Barmer schließt sich mit der Gmünder Ersatzkasse zur Barmer GEK zusammen (siehe Meldung: Neuer Kassenriese). In der DAK sind dann neben den bisherigen Kunden auch die Mitglieder der Hamburg Münchener Krankenkasse versichert. Die AOK Berlin fusioniert mit der AOK Brandenburg. Unter dem neuen Namen IKK classic kommen die Innungskrankenkassen Baden-Württemberg und Hessen, Hamburg, Sachsen und Thüringen zusammen. Die Signal Iduna und die nord- und mitteldeutsche Innungskrankenkasse (numIKK) gehen künftig gemeinsame Wege. Auch einige Betriebskrankenkassen schließen sich zusammen, darunter etwa die SBK (Siemens BKK) und die neue bkk.

Änderungen für Versicherte

Mit einer Fusion können sich Äußerlichkeiten wie der Name der Krankenkasse und die Versichertenkarte ändern. Darüber hinaus kann der Zusammenschluss Vorteile bringen – etwa, wenn die neue Kasse mehr Geschäftsstellen hat und besser erreichbar ist. Möglich sind auch Nachteile, wenn die neue Kasse nicht mehr all die Extraleistungen der früheren Kasse bietet. Einige Krankenkassen bezahlen zum Beispiel den Impfschutz für private Reisen für ihre Mitglieder, während die Versicherten bei anderen Kassen dafür selbst aufkommen müssen.
Tipp: Etwa 95 Prozent der Leistungen der Krankenkassen sind gesetzlich vorgeschrieben. Der Rest liegt in der Hand der jeweiligen Kassen. Versicherte, die auf bestimmte Zusatzleistungen Wert legen, erfahren erst nach der Fusion, ob es die Angebote dann noch gibt. Viele Leistungen sind in der Satzung geregelt. Die meisten Kassen veröffentlichen diese im Internet. Wer bestimmte Leistungen oder Serviceangebote bisher in Anspruch genommen hat, sollte bei der neuen Kasse nachfragen, ob diese noch angeboten werden.

Kasse wechseln

Bietet die neue Kasse weniger als die alte, kann sich ein Wechsel lohnen. Die Fusion bringt dem Versicherten aber kein Sonderkündigungsrecht. Es gilt dieselbe Regel für den normalen Kassenwechsel: Wer mindestens 18 Monate Mitglied seiner Kasse war, kann mit einer Frist von zwei Monaten zum Monatsende kündigen. Entscheidend ist, seit wann der Schutz in der alten Kasse bestand. Die Frist beginnt durch die Fusion nicht neu. Sollte die neue Krankenkasse einen Zusatzbeitrag erheben, ist eine Kündigung meist sofort möglich – ganz gleich, wie lange jemand vorher in der Kasse war.
Tipp: test.de informiert ausführlich zum Kassenwechsel.

Produktfinder Gesetzliche Krankenkassen

Wer mit seiner Krankenkasse nicht zufrieden ist, sollte wechseln. Das gilt auch, wenn die neue Kasse nach der Fusion bestimmte Leistungen streicht, auf die Versicherte Wert legen. Hilfe bei der Suche nach einer neuen Kasse bietet der Produktfinder Gesetzliche Krankenkassen. Er liefert derzeit für 107 gesetzliche Krankenkassen umfangreiche Informationen zum Leistungs- und Serviceangebot, nennt Adressen sowie Telefonnummern der Kassen für die Beratung der Mitglieder. Erheben Kassen Zusatzbeiträge von ihren Mitgliedern oder haben Kassen fusioniert, sind diese Informationen ebenfalls im Produktfinder aufgeführt. Die nächste Aktualisierung findet in der ersten Januarwoche statt.
... zum Produktfinder Gesetzliche Krankenkassen.

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