Gesetzliche Krankenkassen Meldung

Pflichtversicherte werden flexibler beim Wechsel der Krankenkasse.

Für die Wahl der gesetzlichen Krankenkasse gelten künftig neue Spielregeln. Ab dem 1. Januar 2002 können Pflichtversicherte und freiwillig Versicherte jederzeit ihre Krankenkasse verlassen und eine andere Kasse wählen. Dafür fällt der "Wandertag" für gesetzlich Krankenversicherte am 30. September dieses Jahres aus.

"Eine Kündigung der Mitgliedschaft ist zum Ablauf des übernächsten Kalendermonats möglich, gerechnet von dem Monat, in dem das Mitglied die Kündigung erklärt", steht in dem jüngst verabschiedeten Gesetz zum Kassenwechsel. Im Klartext heißt das: Wer im Laufe des Monats Januar kündigt, kann seine alte Kasse Ende März verlassen und ab 1. April Mitglied in einer neuen Kasse sein. Die Kündigungsfrist beträgt also acht bis zwölf Wochen, je nachdem, ob man gleich zu Anfang eines Monats kündigt oder eher am Ende.

Pflichtversicherte ­ also Menschen mit einem monatlichen Bruttoeinkommen unter 6.525 Mark im Monat ­ gewinnen durch die neuen Regeln mehr Freiheit. Sie konnten bislang nur einmal im Jahr, nämlich zum 30. September, kündigen ­ außer die Kasse erhöhte den Beitragssatz.

Wer kündigen will, sollte dies schriftlich tun. Eine Kündigungsbestätigung von der bisherigen Kasse ist der neuen Kasse vorzulegen. Die Kassen müssen diese Bestätigung spätestens innerhalb von zwei Wochen nach Eingang der Kündigung ausstellen. Ein Problem kann es geben, wenn die neu gewählte Krankenkasse mit der Aufnahme neuer Mitglieder trödelt. Die Mitgliedschaft ist nämlich nur gültig, wenn der Versicherte innerhalb der Kündigungsfrist eine Mitgliedsbescheinigung der neuen Kasse beim Arbeitgeber vorlegt. Klappt das nicht, fällt er automatisch wieder in die alte Kasse zurück.

An die Entscheidung für die neue Kasse ist der Kunde vom Tag des Eintritts an 18 Monate lang gebunden. Unser Beispielkunde, der zum 1. April 2002 in die neu gewählte Kasse eingetreten ist, könnte also frühestens im Juni 2003 wieder eine Kündigung schreiben und dann Ende September gehen.

Erhöht allerdings die neue Kasse vor Ablauf dieser 18 Monate ihren Beitragssatz, gibt es ein Sonderkündigungsrecht. Dann kann in dem Monat gekündigt werden, in dem die Erhöhung in Kraft tritt. Zum Ende des übernächsten Monats können Versicherte dann die Kasse verlassen.

Wechsel in diesem Jahr

Wer noch in diesem Jahr wechseln will, kann das als freiwillig Versicherter zum Ablauf des übernächsten Monats nach der Kündigung tun.

Pflichtversicherte können nur kündigen, wenn sie den Job wechseln (14-Tage-Frist) oder wenn die Krankenkasse den Beitragssatz erhöht. Dann können sie mit einer Frist von einem Monat zum Ende des Monats kündigen, der auf das Inkrafttreten der Beitragserhöhung folgt. Erhöht also eine Kasse zum 1. September 2001 ihren Beitragssatz, dann müssen Pflichtversicherte bis spätestens 30. September 2001 kündigen, um die Kasse Ende Oktober zu verlassen. Zum 1. Oktober 2001 können sie dann in eine andere Kasse eintreten.

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