Gesetzliche Krankenkassen Meldung

Von der Geburt bis zum 14. Lebens­jahr haben Kinder Anspruch auf elf Früh­erkennungs­untersuchungen. Viele gesetzliche Kranken­kassen bezahlen noch drei zusätzliche Untersuchungen.

Kassen zahlen für Früherkennung

Gleich nach der Geburt eines Kindes wird es das erste Mal untersucht. Ärzte und Schwestern schauen, ob es die Entbindung ohne Verletzungen überstanden hat und ob es gesund ist. Sie horchen Herz und Lunge ab, testen Hautdurchblutung, Muskeln und Reflexe. Mit dieser ersten und zehn weiteren Früherkennungsuntersuchungen sollen die Mediziner Fehlentwicklungen und Erkrankungen des Kindes möglichst früh entdecken und behandeln. Die Kosten tragen die Kassen. Einige zahlen zudem für bis zu drei weitere Vorsorgeuntersuchungen, zwei für Kinder und eine für Jugendliche. Viele Kassen erinnern die Eltern per Post, wenn ein Untersuchungstermin ansteht. Wann das ist, richtet sich nach dem Alter des Kindes.

Erste Impfungen

Sechs Termine fallen in die ersten zwölf Monate, weil sich das Kind in dieser Zeit am stärksten entwickelt. Es gilt das Hör- und Sehvermögen zu testen und die Beweglichkeit. Ein Kind sollte zum Beispiel nach einem halben Jahr im Sitzen sein Köpfchen halten können. Die Eltern werden bei den Untersuchungen im ersten Jahr über den Schutz vor Krankheiten wie Kinderlähmung oder Diphtherie informiert und die Kleinen erhalten ihre ersten Impfungen. Bis zum fünften Geburtstag folgen in jährlichen Abständen vier weitere Untersuchungen, bei denen die geistige und motorische Entwicklung im Vordergrund steht.

Heft für Untersuchungen

Damit die Eltern keinen Termin vergessen, erhält die Mutter bei der Entlassung aus der Geburtsklinik ein gelbes Heft, in das alle Untersuchungen (U1 bis U9) eingetragen werden. Bei älteren Kindern stehen U7a und die Vorsorge für Jugendliche bis 14 Jahre J1 noch nicht drin, dafür werden sie aber auf einem Extrablatt dokumentiert. U7a, der Kindergartencheck für Dreijährige, wird erst seit Juli 2008 von den Krankenkassen übernommen. Hier sollen Allergien, Übergewicht, Störungen im Verhalten und der Sprachentwicklung sowie Zahnfehlbildungen entdeckt werden.

Ärzte empfehlen zusätzliche Untersuchungen

Um bei Entwicklungsschwierigkeiten früh genug helfen zu können, empfehlen Kinder- und Jugendärzte die weiteren ­Untersuchungen U10, U11 und J2. Finanztest hat für die größten Kassen jeder Kassenart und die Knappschaft in der Tabelle aufgeführt, welche Kassen auch diese Untersuchungen voll oder teilweise bezahlen:

  • U10 im 7. bis 8. Lebensjahr: Hier geht es um Probleme, die in den ersten Schuljahren auftreten können, wie Lese-Rechtschreib- oder Rechenschwächen. Der Arzt kontrolliert, ob das Kind übermäßig unruhig und ob es dem Alter entsprechen beweglich ist.
  • U11 im 9. bis 10. Lebensjahr: Auch hier prüft der Arzt, ob Schulleistungen und Verhalten stimmen und ob sich Fehlbildungen an Zähnen oder Kiefer zeigen. Er achtet zudem auf ungesundes Verhalten wie zu viel Fernsehen, Computerspielen und den Konsum von Drogen.
  • J2 im 16. bis 18. Lebensjahr: Beim letzten Check, wenn der Jugendliche fast erwachsen ist, geht es um sein seelisches und körperliches Wohlbefinden. Zentral sind im Gespräch mit dem Arzt Themen wie Sexualität, Fitness und Berufswahl. Auch körperliche Beschwerden wie Rückenprobleme oder Störungen der Schilddrüse spielen eine Rolle.

Mit vielen Kassen kann der Arzt die zusätzlichen Untersuchungen über die Chipkarte abrechnen. Die Eltern müssen ihre Kinder vorher jedoch häufig in ein spezielles Vorsorgeprogramm einschreiben. Sie binden sich damit für mindestens ein Jahr an den Kinderarzt.

Kostenerstattung

Bei einigen anderen Kassen zahlen die Eltern zunächst selbst und bekommen die Kosten von der Kasse teilweise zurück – ohne Arztbindung. Wenn Eltern eine Untersuchung aus eigener Tasche bezahlen, kostet sie das nach der privatärztlichen Gebührenordnung rund 50 Euro. Kassenpatienten müssen aber nicht immer so viel zahlen. Versicherte der AOK Plus bezahlen beispielsweise die Untersuchung U10 oder U11 zuerst beim Arzt und bekommen dann bis zu 50 Euro pro Untersuchung von ihrer Kasse zurück. Bei der IKK Südwest erhalten sie dagegen 20 Euro zurück.
Tipp: Wenn Ihre Kasse das Geld erstattet, besprechen Sie vorher mit dem Arzt die genaue Höhe der Kosten.

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