Gesetzliche Krankenkassen Meldung

Vor einem Jahr trat die Gesundheitsreform in Kraft. Hauptziel: Die Lohnnebenkosten sollten sinken und damit die Beitragssätze der gesetzlichen Krankenkassen. Im vergangenen Jahr war davon kaum etwas zu spüren. Zum Stichtag 1. Januar haben jetzt immerhin 18 allgemein geöffnete Kassen ihren Beitragssatz um 0,1 bis 0,6 Prozentpunkte gesenkt. Positiver Ausreißer: die SKD BKK - sie reduzierte um satte 1,2 Prozentpunkte auf jetzt 13,3 Prozent. Aber es gibt auch Änderungen in die andere Richtung: Bei elf Kassen müssen Versicherte ab diesem Jahr mehr bezahlen. Spitzenreiter im negativen Sinne: die Securvita BKK mit einer Anhebung um 0,7 Prozentpunkte auf jetzt 14,2 Prozent. Von einem generellen Rückgang der Sätze kann also auch zu Beginn des Jahres zwei nach der Gesundheitsreform noch nicht die Rede sein. Neuerung auf Seiten der Stiftung Warentest: Zum Jahresbeginn wertet sie ihre seit Jahren bewährten Infodokumente zum Thema deutlich auf.

18mal günstiger

Neben der SKD BKK haben weitere 13 Betriebskrankenkassen (BKK Akzo Nobel-Bayern, BKK Dematic, BKK futur, BKK Goetze & Partner, BKK MAN+MTU München, BKK mannesmann, BKK Medicus, BKK Schott-Zeiss, BKK S-H (ehem. Steinbeiss-Temming), BKK ZF & Partner, Energie-BKK, Kaiser's BKK, Metro Kaufhof BKK), zwei Ersatzkassen (HEK Hanseatische KK, Kaufmännische KK) sowie zwei Innungskrankenkasse (IKK Mecklenburg-Vorpommern, IKK Schleswig-Holstein) ihren Beitragssatz gesenkt. Keine der 17 Ortskrankenkassen ist darunter, allerdings hat auch keine von ihnen den Beitragssatz angehoben. Günstigste Kasse überhaupt mit einem allgemeinen Beitragssatz von 12,7 Prozent bleibt die IKK Sachsen, die jeoch nur in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen geöffnet ist.

Elfmal teurer

Elf Kassen haben ihren Beitragssatz zum 1. Januar angehoben und zwar zwischen 0,1 und 0,7 Prozentpunkte. Es sind dies insgesamt zehn Betriebskrankenkassen (BKK Ahlmann, BKK der norddt. Affinerie, BKK Conzelmann, BKK Eickhoff, BKK Freudenberg, BKK Pfaff, BKK Phoenix, Brose BKK, City BKK, Securvita BKK) sowie die GEK Gmünder Ersatzkasse. Interessant hierbei: Die BKK Conzelmann - vor Jahresfrist noch sehr günstig - hat nun zum zweitenmal ihren Beitragssatz deutlich angehoben. Aktuell sinds jetzt 13,4 Prozent. Und auch die Securvita BKK setzte ihren Satz auf jetzt 14,2 Prozent nach oben. Vor Jahresfrist wollte sie ihren Beitragssatz noch auf 12,9 Prozent senken, war dabei aber am Veto des Bundesaufsichtsamts gescheitert. Erst nach einer juristischen Auseinandersetzung mir dem Amt durfte die Securvita BKK ihren Satz zum 1. April 2004 auf 13,5 Prozent senken. Schlusslicht aller allgemein geöffneten Kassen bleibt die IKK Bayern mit einem Beitragssatz von 15,7 Prozent.

Infodokumente: Mehr Infos

Die seit Jahren bewährten und zehntausendfach abgerufenen Infodokumente der Stiftung Warentest werden zum neuen Jahr deutlich aufgewertet.

  • Das Dokument Beitragssätze für Erwerbstätige enthält neben dem aktuellen allgemeinen Beitragssatz aller geöffneten gesetzlichen Kassen, der für Versicherte mit Krankengeldanspruch ab der siebten Woche gilt, ab sofort zusätzlich:
    – den erhöhten Beitragssatz für Versicherte mit Krankengeldanspruch auch vor der siebten Woche (meist ab dritter oder vierter),
    – den ermäßigten Beitragssatz für Versicherte ohne Krankengeldanspruch,
    – die Anzahl der Geschäftsstellen der Kasse.
  • Das Dokument Beitragssätze für Rentner enthält künftig neben dem aktuellen allgemeinen Beitragssatz (gilt bei Pflichtversicherten für die Rente, bei freiwillig Versicherten zusätzlich für Betriebsrenten und andere Versorgungsbezüge) und dem allgemeinen Beitragssatz vom Juli des Vorjahres (gilt bei Pflichtversicherten für Betriebsrenten und andere Versorgungsbezüge) ab sofort zusätzlich:
    – den aktuellen ermäßigten Beitragssatz (gilt bei freiwillig versicherten Rentnern für Mieteinnahmen und sonstige Kapitaleinkünfte),
    – die Anzahl der Geschäftsstellen der Kasse.

Wechseln lohnt...

Auch wenn die Beitragsunterschiede der Kassen nicht mehr so gewaltig sind wie noch vor ein bis zwei Jahren - der Wechsel der Kasse lohnt nach wie vor. Schon ein Prozentpunkt weniger Beitrag bringt bei einem Bruttoverdienst von 3 000 Euro eine Ersparnis von monatlich 30 Euro. Die teilen sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber je zur Hälfte. Wie viel der Wechsel im konkreten Fall bringt, zeigt der Excel-Rechner der Stiftung Warentest.

...und ist einfach

Der Wechsel der Krankenkasse ist kinderleicht. Voraussetzungen: Versicherte müssen mindestens 18 Monate Mitglied in einer Kasse sein und sie müssen der Kasse schriftlich kündigen. Zum Ende des übernächsten Kalendermonats endet dann die Mitgliedschaft. Die alte Krankenkasse hat die Pflicht, zwei Wochen nach Erhalt der Kündigung eine Bestätigung zu schicken. Diese brauchen Versicherte, um die Mitgliedschaft in der neu gewählten Krankenkasse zu beantragen. Erhöht eine Kasse ihren Beitragssatz, können Versicherte auch dann kündigen, wenn sie noch keine 18 Monate Mitglied sind. Die Kündigung muss dann aber spätestens bis zum Ende des Folgemonats der Erhöhung bei der Kasse vorliegen. Versicherte können dann mit der üblichen Frist von zwei Monaten zum Monatsende wechseln.

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