Auch für "Normalverdiener", die gesetzlich krankenversichert sind, kann es sich lohnen, Quittungen über ihre Zuzahlungen für Medikamente, Massagen oder Krankengymnastik zu sammeln. Die Kassen befreien nämlich nicht nur die so genannten Härtefälle von der Zuzahlungspflicht (monatliche Bruttoeinnahmen-Grenzen für einen Alleinstehenden in den alten Ländern: 1.792 Mark, in den neuen Ländern: 1.456 Mark). Alle Versicherten erhalten darüber hinaus auf Antrag den Teil der Zuzahlungen erstattet, der zwei Prozent ihres Bruttofamilieneinkommens übersteigt. Berücksichtigt werden hierbei Zuzahlungen für Arzneimittel, Verbände, Heilmittel und Fahrtkosten. Für chronisch Kranke gelten besondere Grenzwerte.

Interessant ist die Zwei-Prozent-Regelung insbesondere für Familien mit mehreren Kindern und nur einem Gehalt: Die anrechenbaren Bruttoeinnahmen werden nämlich je nach Zahl der Angehörigen gekürzt. In einem Haushalt in Westdeutschland reduzieren sich die Bruttoeinnahmen mit dem ersten Angehörigen um 8.064 Mark und mit jedem weiteren um 5.376 Mark (neue Länder: 6.552 Mark und 4.368 Mark). Eine vierköpfige westdeutsche Familie mit 60.000 Mark Einkommen muss damit nur 2 Prozent von 41.184 Mark, also rund 820 Mark, selbst bezahlen. Die Anträge auf Rückerstattung können bei den Kassen bis zu vier Jahre rückwirkend eingereicht werden.

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