Gesetzliche Krankenkassen Meldung

Alternative Heilverfahren werden immer beliebter. Jetzt können viele gesetzlich Krankenversicherte eine homöopathische Behandlung auf Chipkarte bekommen. Von den 123 Krankenkassen im letzten Test aus Finanztest 06/2008 bieten 62 ihren Kunden diese Möglichkeit. test.de nennt die Kassen und sagt, welche Leistungen enthalten sind.

Kosten für Erstgespräch und Anamnese

Um ihren Versicherten die homöopathische Behandlung auf Chipkarte anzubieten, haben die Krankenkassen Verträge mit dem Deutschen Zentralverein homöopathischer Ärzte geschlossen. In ihm sind rund 4 000 homöopathische Ärzte Mitglied. Wollen Kunden eine homöopathische Behandlung wahrnehmen, können sie sich bei ihrer Kasse zu dem Programm „Integrierte Versorgung Homöopathie“ anmelden. Die Teilnahmeerklärung erhalten sie bei ihrem homöopathischen Arzt. Die Kassen übernehmen dann die Kosten für das ausführliche Erstgespräch mit dem Arzt zur Krankheitsgeschichte (Anamnese). Außerdem erhält der Arzt eine Vergütung dafür, dass er den Fall analysiert und die geeignete Arznei auswählt. Insgesamt kann er ein Mal im Jahr 130 Euro für diese Leistungen abrechnen. Erkrankt ein Patient, zahlt die Kasse auch für die homöopathische Folgeanamnese und Beratung. Versicherte können sich allerdings nur von Ärzten mit Kassenzulassung behandeln lassen. Bei reinen Privatärzten, bei Zahnärzten und bei Heilpraktikern übernehmen die Kassen keine Kosten für die homöopathische Behandlung.

Arznei selbst bezahlen

Die homöopathische Arznei müssen Patienten in der Regel selbst bezahlen. Denn die meisten Mittel sind nicht verschreibungspflichtig und deshalb für Jugendliche und Erwachsene bis auf wenige Ausnahmen keine Kassenleistung. Ausnahmen gibt es nur für eine begrenzte Anzahl von Krankheitsbildern. Für Kinder unter zwölf Jahren bezahlt die Kasse rezeptfreie Mittel, wenn der Arzt sie verordnet und sie nicht auf der Negativliste der unwirtschaftlichen Arzneimittel stehen.

Kassen ohne Homöopathievertrag

Hat eine Kasse keinen Homöopathievertrag, müssen Versicherte die Behandlung meist privat bezahlen. Denn die normale kassenärztliche Vergütung für die Erstberatung und Erfassung der Krankengeschichte reicht für die ausführlichen homöopathischen Anamnesegespräche und die Fallausarbeitung nicht aus. Nach der privatärztlichen Gebührenordnung kann die Erstanamnese den Patienten 120 bis 220 Euro kosten, weitere Konsultationen des Arztes bis zu 80 Euro pro Termin.

Bei der Kasse nachfragen

Der Zentralverein homöopathischer Ärzte führt im Internet unter www.dzvhae.de in der Rubrik „Kosten/Erstattung“ eine ständig aktualisierte Liste der Kassen, die die integrierte Versorgung Homöopathie anbieten. Interessierte können dort nachsehen, ob sich ihre Kasse inzwischen dem Vertrag angeschlossen hat.
Tipp: Es lohnt sich , wenn Sie bei Ihrer Kasse nachfragen. Beispielsweise bieten Gmünder Ersatzkasse, IKK gesund plus, BKK für Heilberufe, BKK Mobil Oil und pronova BKK in einigen Regionen homöopathische Behandlung über andere Vertragsformen.

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