Inzwischen sind es zehn Kassen, die 2010 einen Zusatzbeitrag erheben wollen. Die BKK Heilberufe und die GBK Köln fordern bundesweit als erste Kassen von ihren Mitgliedern sogar Zusatzbeiträge von bis zu 37,50 Euro pro Monat. Die BKK Westfalen-Lippe will maximal 12 Euro pro Monat von ihren Mitgliedern.

[Update 16.02.2010] Auch die BKK advita erhebt rückwirkend zum Januar 2010 einen Zusatzbeitrag in Höhe von 8 Euro. Der Beitrag ist erstmals am 15. März 2010 fällig und wird quartalsweise erhoben.

Bis zu 37,50 Euro pro Monat

Die Mitglieder der GBK Köln und der BKK für Heilberufe werden den Zusatzbeitrag deutlich zu spüren bekommen: Beide Kassen fordern den maximalen Zusatzbeitrag von einem Prozent des beitragspflichtigen Einkommens - und zwar rückwirkend zum 1. Januar. In die Berechnung ein geht das Einkommen bis zur Beitragsbemessungsgrenze von derzeit 3 750 Euro brutto im Monat. Im Extremfall darf eine Kasse deshalb 37,50 Euro im Monat fordern. Auch die BKK Westfalen-Lippe braucht mehr Geld von ihren Mitgliedern. Sie fordert zwölf Euro zusätzlich.

„Zusatzbeitrag Teil des Systems“

Die angekündigten Beitragserhöhungen der Krankenkassen haben in den vergangenen Wochen für heftige Diskussionen gesorgt. Selbst Kanzlerin Angela Merkel (CDU) zeigte Presseberichten zufolge wenig Verständnis für den Aufschlag. Die Vorstandsvorsitzende der größten deutschen Kasse Barmer GEK, Birgit Fischer, wies nochmals darauf hin, dass der Zusatzbeitrag politisch gewollt sei. „Der Zusatzbeitrag ist feste Säule des derzeitigen Systems“, sagte sie heute in Berlin im Rahmen eines Kongresses zum Thema. Öffentlich gebe es für den Zusatzbeitrag zwar keine Akzeptanz. Fischer rechnet aber damit, dass jede Kasse früher oder später einen Zusatzbeitrag erheben müsse.

Sieben Kassen nehmen 8 Euro Zusatzbeitrag

Bei weiteren sieben Kassen ist das bereits der Fall: Sie wollen einen Zusatzbeitrag von 8 Euro erheben. Darunter die DAK – mit 6,4 Millionen Versicherten die drittgrößte Kasse in Deutschland. Auch Mitglieder der Deutschen BKK, der KKH-Allianz, der BKK Gesundheit, der BKK Phoenix und der fusionierenden Novitas BKK und ktpBKK müssen mit 8 Euro mehr monatlich rechnen. Bis zu 8 Euro zusätzlich dürfen die Kassen pauschal ohne Einkommenprüfung erheben.

Sonderkündigungsrecht

Versicherte haben ein Sonderkündigungsrecht, wenn ihre Kasse einen Zusatzbeitrag erhebt. Sie können bis zu dem Zeitpunkt kündigen, zu dem der Zusatzbeitrag erstmals fällig wird. Wichtig: Die Kasse muss ihre Versicherten spätestens einen Monat zuvor auf Ihr Kündigungsrecht hinweisen, andernfalls verlängert sich die Kündigungsfrist entsprechend. Das Sonderkündigungsrecht gilt auch, wenn die Krankenkassen zuvor gezahlte Prämien streichen oder kürzen. Der Zusatzbeitrag wird nicht über den Lohn verrechnet. Versicherte müssen ihn direkt an die Kasse zahlen – per Überweisung, Einzugsermächtigung oder Rechnung. Die Abrechnung muss nicht monatlich erfolgen. Der Zusatzbeitrag kann je nach Kasse auch quartalsweise oder einmal jährlich beglichen werden.
Hinweis: Wenn Sie sich für einen Wahltarif entschieden haben, sind Sie im Allgemeinen drei Jahre an Ihre Krankenkasse gebunden. Das Sonderkündigungsrecht entfällt dann.

Produktfinder Gesetzliche Krankenkassen

Tipp: Alle Leistungen und auch die aktuell feststehenden Zusatzbeiträge finden Sie im Produktfinder Gesetzliche Krankenkassen. Welche Kassen bisher auf Zusatzbeiträge verzichten wollen, lesen Sie in der Meldung Kassen ohne Zusatzbeitrag.

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