Gesetzliche Krankenkassen Meldung

Die Beiträge der gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) steigen weiter: Allein zum 1. Januar haben 71 Kassen ihren Beitragssatz angehoben. Erstmals wurde dabei die Schallmauer von 15 Prozent durchbrochen. Spitzenreiter ist die BKK Berlin mit 15,7 Prozent. Selbst Branchenriesen liegen im Spitzenfeld, etwa die Deutsche Angestellten Krankenkasse mit 15,2 Prozent. Doch es gibt sie noch, die günstigen Kassen: Zwei bundesweit geöffnete Betriebskrankenkassen (Essanelle und Taunus) haben ihren Satz bei 11,9 Prozent belassen. Einige nur in einzelnen Bundesländern geöffnete Kassen sind sogar noch etwas günstiger. Für Versicherte bringt der Wechsel der Kasse maximal gut 60 Euro Ersparnis im Monat - und ist dazu kinderleicht.

Anstieg auf breiter Front

Der durchschnittliche Beitragssatz aller gesetzlichen Krankenkassen wird dieses Jahr voraussichtlich auf deutlich über 14 Prozent steigen. Zum Teil sind die jetzt vorgenommenen Beitragsanhebungen sehr deutlich. Elf Kassen erhöhten Ihren Satz um einen Prozentpunkt und mehr. Den größten Sprung machten die BKK Berlin (14,4 auf 15,7) und die IKK Bremen und Bremerhaven (13,9 auf 15,2). Die Stiftung Warentest bietet eine Liste aller gesetzlichen Krankenkassen inklusive ihrer aktuellen Beitragssätze zum Download (kostenpflichtig).

Große Ersparnis drin

Die billigsten bundesweit geöffneten Kassen sind derzeit die beiden Betriebskrankenkassen Essanelle und Taunus mit einem Beitragssatz von 11,9 Prozent. Der höchste Beitragssatz liegt bei 15,7 Prozent. Die maximale Ersparnis durch einen Wechsel beträgt also Monat für Monat 3,8 Prozent des Bruttolohns, im Höchstfall bis zur Beitragsbemessungsgrenze. Die liegt 2003 bei einem Monatsverdienst von 3 450 Euro. Das ergibt im günstigsten Fall eine monatliche Ersparnis von 131,10 Euro, die sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer jeweils zur Hälfte teilen. Wie viel Geld Sie persönlich durch den Wechsel sparen, können Sie ganz einfach mit dem Excelrechner der Stiftung Warentest ermitteln.

Problemloser Wechsel

Wer kündigt, kann zum Ende des übernächsten Monats die alte Kasse verlassen und in eine neue eintreten. Erhält die alte Kasse das Kündigungsschreiben zum Beispiel bis Ende Januar, ist der Wechsel zum 1. April möglich. test.de hat alle wichtigen Infos zum Wechsel auf einer Extraseite zusammengefasst. Die beitragsfrei mitversicherten Familienmitglieder wechseln automatisch mit in die neue Kasse. Anders als in der privaten Krankenversicherung entstehen gesetzlich Krankenversicherten durch einen Wechsel der Kasse keinerlei Nachteile. Die Beitragssätze richten sich nach dem Einkommen, unabhängig davon, wie lange der Versicherte schon Kunde einer Krankenkasse ist.

18 Monate Bindung

An die neue Kasse sind die Versicherten dann mindestens 18 Monate lang gebunden. Es sei denn, sie erhöht vorher ihren Beitragssatz. In diesem Fall gibt es ein Sonderkündigungsrecht: Versicherte dürfen die Kasse dann wiederum zum Ende des übernächsten Monats nach der Kündigung verlassen. Das Sonderkündigungsrecht muss anders als früher nicht mehr in dem Monat ausgeübt werden, in dem die Kasse den Beitragssatz erhöht. Wer wechseln will, kann sich also im Prinzip noch viele Monate später wegen des erhöhten Beitragssatzes von seiner Kasse verabschieden.

Krankes Gesundheitswesen

Auch im vergangenen Jahr haben die gesetzlichen Krankenkassen mehr Geld ausgegeben als eingenommen. Das Defizit wird nach Schätzungen aus dem Gesundheitsministerium für das Gesamtjahr 2002 bei rund 2,5 Milliarden Euro liegen. Die Rürup-Kommission solls richten. Zwar werden schon jetzt nahezu täglich Reformvorschläge in der Öffentlichkeit diskutiert. Der Abschlussbericht der Kommission liegt aber frühestens im Herbst vor. Danach folgt wohl das bekannte Ritual: Die Politik prüft, die Interessenverbände nehmen Einfluss, die Umsetzung dauert. Bis dahin müssen die Versicherten der gesetzlichen Krankenkassen mit steigenden Beiträgen leben.

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