Auch ein halbes Jahr nach In-Kraft-Treten der Gesundheitsreform ist kein genereller Rückgang der Beitragssätze für die gesetzlichen Krankenkassen zu beobachten. Im Gegenteil: Zum 1. Juli haben drei Kassen ihren Beitragssatz gesenkt, eine weitere will folgen. Elf Kassen dagegen haben den Satz angehoben. Positiver Ausreißer: die KEH Ersatzkasse. Sie senkte den Beitragssatz zum Monatswechsel um immerhin 1,2 Prozentpunkte auf jetzt 12,9 Prozent und gehört damit zu den günstigsten Kassen in Deutschland. Wermutstropfen: Nur wer in Bayern, Hessen oder Thüringen wohnt, kann Mitglied in der KEH werden.

Dreimal günstiger

Neben der KEH Krankenkasse haben ihren Beitragssatz noch die Siemens-Betriebskrankenkasse um 0,5 Prozentpunkte auf 14,2 Prozent sowie die AOK Rheinland-Pfalz um 0,2 Prozentpunkte auf ebenfalls 14,2 Prozent gesenkt. Beide Kassen befinden sich damit im Mittelfeld der Beitragsliga. Auch die Marquardt BKK möchte ihren Beitragssatz rückwirkend zum 1. Juli um 0,6 Prozentpunkte auf 12,9 Prozent senken, rechnet aber erst Mitte Juli mit der schriftlichen Genehmigung vom Bundesversicherungsamt. In jüngster Vergangenheit hat es hier jedoch des öfteren auch ablehnende Bescheide gegeben. Auf ihrer Website nennt die Marquardt BKK deswegen aktuell auch noch den alten Satz.

Elfmal teurer

Elf Kassen - allesamt Betriebskrankenkassen - haben ihren Beitragssatz zum 1. Juli angehoben und zwar zwischen 0,3 und 0,9 Prozentpunkte. Darunter auch die vormals extrem günstige BKK Conzelmann, die nun mit 12,9 Prozent (+ 0,7 Prozentpunkte) immer noch einen attraktiven Satz bietet.

Unterschiede werden kleiner

Das Beispiel der BKK Conzelmann zeigt: Der Trend zur Nivellierung der allergrößten Beitragsunterschiede geht weiter. Bei fünf der jetzt erhöhenden BKKs steht nun eine 13 vor dem Komma, während es im vergangenen Monat noch eine 12 war. Wer allerdings deutlich über 14 Prozent Beitrag zahlt, kann durch einen Wechsel immer noch jeden Monat bis zu rund 40 Euro Beitrag sparen. Das Infodokument von test.de bringt eine Beitragsübersicht aller geöffneten gesetzlichen Krankenkassen.

Wechsel der Kasse

Der Wechsel der Krankenkasse ist kinderleicht. Voraussetzungen: Versicherte müssen mindestens 18 Monate Mitglied in einer Kasse sein und sie müssen der Kasse schriftlich kündigen. Zum Ende des übernächsten Kalendermonats endet dann die Mitgliedschaft. Die alte Krankenkasse hat die Pflicht, zwei Wochen nach Erhalt der Kündigung eine Bestätigung zu schicken. Diese brauchen Versicherte, um die Mitgliedschaft in der neu gewählten Krankenkasse zu beantragen. Erhöht eine Kasse ihren Beitrag, können Versicherte auch dann kündigen, wenn sie noch keine 18 Monate Mitglied sind. Die Kündigung muss dann aber spätestens bis zum Ende des Folgemonats der Beitragserhöhung bei der Kasse vorliegen. Versicherte können dann mit der üblichen Frist von zwei Monaten zum Monatsende wechseln.

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