Tipps

...zur Wahl einer Krankenkasse

  • Preis und Leistung. Wenn Sie besondere Anforderungen haben, etwa weil Sie chronisch krank sind, suchen Sie sich Kassen heraus, die passende Zusatzangebote im Programm haben. Wählen Sie unter diesen dann eine Kasse mit niedrigem Beitragssatz. Wenn Sie keine Extras benötigen, ist die günstigste Kasse richtig für Sie. Überprüfen Sie vor dem Beitritt mit Probeanrufen bei der Hotline oder einem Besuch in der Geschäftsstelle, ob der Service Ihren Anforderungen genügt.
  • Bonusmodelle. Wenn Ihre Kasse ein Bonusprogramm für gesundheitsbewusstes Verhalten bietet, spricht nichts dagegen, daran teilzunehmen. Für AOK-Versicherte lohnt sich das Bonusprogramm finanziell nur, wenn sie als Versicherte und ihre mitversicherten Angehörigen nicht regelmäßig auf Medikamente angewiesen sind. Bei manchen Krankenkassen sind die gesammelten Punkte nur einmalig auf das Folgejahr übertragbar.
  • Kostenerstattungsprinzip. Als gesetzlich Versicherter sollten Sie sich nicht für das Kostenerstattungsprinzip entscheiden. Sie werden dann zwar als Privatpatient behandelt, müssen dafür aber einen erheblichen Teil der Behandlungskosten selbst tragen. Haben Sie sich darauf eingelassen, können Sie das frühestens nach Ablauf eines Jahres wieder ändern.
  • Selbstbehalttarife für freiwillig Versicherte. Da die Selbstbehalttarife bei den allermeisten Kassen an das Kostenerstattungsprinzip gebunden sind, sollten Sie diese Tarife ebenfalls nicht wählen.
  • Beitragsrückerstattung für freiwillig Versicherte. Koppelt Ihre Krankenkasse die Beitragsrückerstattung an das Kostenerstattungsprinzip sollten Sie darauf verzichten. Tut sie das nicht, können Sie im Nachhinein die Rückzahlung beantragen, wenn Sie im vorhergehenden Jahr keine Krankenkassenleistungen in Anspruch genommen haben. Allerdings sollten Sie keine wichtigen Arztbesuche verschieben, um die Rückzahlung zu bekommen.

...zu Leistungen der Krankenkassen

Was Krankenkassen leisten müssen, was zusätzlich drin ist und wo die Grenzen sind, ist im Sozialgesetzbuch und in den Richtlinien des Gemeinsamen Bundesausschuss geregelt. Versicherte müssen sich längst nicht jede Entscheidung gefallen lassen.

  • Widerspruch. Wenn Sie mit einer Entscheidung Ihrer Kasse nicht einverstanden sind, legen Sie Widerspruch ein. Die Kasse überprüft ihre Entscheidung dann.
  • Sozialgericht. Wenn das alles nichts hilft, bleibt noch der Weg zum Sozialgericht. Gerichtskosten werden nicht fällig. Klage zu erheben ist auch möglich, ohne einen Rechtsanwalt zu beauftragen.
  • Einzelheiten. Details zu Widerspruch und Klage gegen Kassenentscheidungen erklärt unser Special Gesetzliche Krankenversicherung: Widerspruch einlegen.
  • Beschwerde. Unter Umständen hilft Ihnen auch eine Bewerde noch weiter. Für fast alle Ersatzkassen und viele görßere Innungs und Betriebskrankenkasse ist das Bundesversicherungsamt zuständig. Wegen aller anderen Kassen müssen Sie sich ans Sozialministerium des Landes wenden, in dem die Kasse ihren Sitz hat.
  • Kulanz. Will Ihre Kasse Behandlungen oder Hilfsmittel jenseits des Pflichtprogramms nicht bezahlen, erkundigen Sie sich beim Anbieter der Leistung, ob und welche anderen gesetzlichen Kassen dafür die Kosten erstatten. Wenn Sie eine andere Kasse nennen können, ist ihre Kasse vielleicht doch noch bereit, die Kosten ebenfalls zu übernehmen.

...zum Kassenwechsel

Grundsätzlich gilt: Versicherte können die Kasse stets wechseln, wenn sie bereits mindestens 18 Monate Mitglied sind. Nach einer Beitragserhöhung haben sie unabhängig von der Dauer der bisherigen Mitgliedschaft ein Sonderkündigungsrecht.

  • Kündigung. Sie müssen schriftlich kündigen. Das Schreiben sollten Sie entweder persönlich abgeben oder per Einschreiben mit Rückschein schicken. Die Kündigung wird zum Monatsende des übernächsten Monats wirksam. Beispiel: Die Kündigung erreicht Ihre Kasse am Freitag, 29. April. In diesem Fall können Sie zum 1. Juli Mitglied einer anderen Kasse werden.
  • Verfahren. Spätestens innerhalb von 14 Tagen nach Eingang der Kündigung muss Ihnen die alte Kasse eine Kündigungsbestätigung ausstellen. Diese Bestätigung müssen Sie der neuen Kasse übermitteln. Der Wechsel ist vollzogen, wenn die neue Kasse rechtzeitig vor dem Beginn der Mitgliedschaft eine Bescheinigung ausstellt und Sie diese ebenfalls noch während der Mitgliedschaft bei der alten Kassen beim Arbeitgeber vorlegen. Im Beispiel ist der 30. Juni der letzte Tag bei der alten Kasse. Vom 1. Juli an wären Sie Mitglied in der neuen Kasse.
  • Sicherheit. Wenn der Wechsel scheitert, sind Sie nicht schutzlos. Sie bleiben dann automatisch Mitglied Ihrer ursprünglichen Krankenkasse. Wenn Sie einen neuen Anlauf für einen Kassenwechsel starten wollen, müssen Sie allerdings auch erneut Kündigungen.
  • Nachhaken. Haken Sie nach, wenn Sie nicht spätestens drei Wochen nach der Kündigung von Ihrer Kasse gehört haben.
  • Beitrag. Bevor Sie den Aufnahmeantrag bei einer neuen Krankenkasse stellen, lassen Sie sich bestätigen, dass der gewünschte Beitragssatz zum Zeitpunkt Ihres Eintritts noch gilt.
  • Extras. Kommt es Ihnen auf eine bestimmte Extraleistung jenseits des gesetzlichen Pflichtprogramms an, lassen Sie sich vor dem Wechsel die Satzung der neuen Kasse zuschicken. Ist die gewünschte Leistung nur regional begrenzt im Angebot, prüfen Sie, ob sie an Ihrem Wohnort zu Verfügung steht. Eingeschränkt ist oft das Angebot an Erprobungsregelungen, Disease-Managementprogrammen und neuen Versorgungsformen.

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