Ausgewählt, geprüft, bewertet

Finanztest hat die Beitragssätze und Leistungen von 162 Krankenkassen untersucht. Sie wurden nach dem allgemeinen Beitragssatz sortiert, um das Auffinden günstiger Kassen zu erleichtern. Die Reihenfolge enthält kein Urteil über die Qualität der Kassen. Bei gleichem Beitragssatz wurde nach Alphabet sortiert.

Regionale Zuständigkeit

Wer in den genannten Bundesländern wohnt oder arbeitet, kann Mitglied der Kasse werden. BB = Brandenburg, BE = Berlin, HB = Bremen, BW = Baden-Württemberg, BY = Bayern, HH = Hamburg, HE = Hessen, MV = Mecklenburg-Vorpommern, NI = Niedersachsen, NW = Nordrhein-Westfalen, NW1 = Nordrhein-Westfalen (nur Regierungsbezirke Köln, Düsseldorf), NW2 = Nordrhein-Westfalen (nur Regierungsbezirke Arnsberg, ­Detmold, Münster), RP = Rheinland-Pfalz, ST = Sachsen-Anhalt, ST3 = Sachsen-Anhalt (nur Regierungsbezirk Magdeburg), SH = Schleswig-Holstein, SL = Saarland, SN = Sachsen, TH = Thüringen.

Beitragssätze

Allgemeiner Satz: Dieser Beitragssatz gilt für ­Arbeitnehmer, die bei Krankheit sechs Wochen Lohnfortzahlung vom Arbeitgeber bekommen und ab der 7. Woche Krankengeld von der Kasse ­erhalten. Er gilt auch für freiwillig versicherte Selbstständige, die Krankengeld ab der 7. Woche vereinbart haben.

Ermäßigter Satz: Dieser Beitragssatz gilt für Versicherte ohne Krankengeldanspruch, zum Beispiel für viele freiwillig versicherte Unternehmer. Er gilt außerdem bei freiwillig versicherten Rentnern für Einkünfte ohne beruflichen Bezug wie zum Beispiel Kapitaleinkünfte oder Mieteinnahmen.

Erhöhter Satz: Dieser gilt für Versicherte mit Krankengeldanspruch, der vor der 7. Krankheitswoche beginnt. Das können freiwillig versicherte Selbstständige bei einigen Kassen vereinbaren.

Krankengeld für Selbstständige

Selbstständige und Freiberufler können sich bei ­allen Kassen zum ermäßigten Beitragssatz ohne Krankengeld versichern. Bei vielen Kassen können sie sich auch mit Krankengeld versichern. Dann zahlen sie je nach Leistungsbe­ginn den allgemeinen oder den erhöhten Satz.

Altersgrenze: Nur bis zum ... vollendeten Lebensjahr können Selbstständige vereinbaren, dass sie bei Arbeitsunfähigkeit Krankengeld bekommen.

Anzahl der Geschäftsstellen

In Geschäftsstellen kann der Kunde zu festen ­Geschäftszeiten persönlich mit einem Kassenmitarbeiter sprechen.

Zuschuss für ambulante Kuren

Übernimmt die Kasse bei einer ambulanten ­Vorsorgekur die Kosten für die medizinischen Leistungen, kann sie darüber hinaus einen Zuschuss für Unterkunft und Verpflegung gewähren.

a: Maximal zulässiger Zuschuss: 13 Euro am Tag.

b: Zuschuss von weniger als 13 Euro am Tag.

c: Kein Zuschuss.

Erweiterte häusliche Krankenpflege

Versicherte aller Kassen erhalten zu Hause Behand­lungspflege (z. B. Wundversorgung), Grundpflege
(z. B. Hilfe beim Essen) und hauswirtschaftliche Versorgung für bis zu vier Wochen, wenn so ein Krankenhausaufenthalt verkürzt oder vermieden wird.

Behandlungspflege zahlen alle Kassen auch, wenn kein Zusammenhang mit einer Krankenhausbehandlung besteht, der Arzt die häusliche Krankenpflege aber für erforderlich hält. Einige Kassen übernehmen dann auch die Kosten für Grundpflege und hauswirtschaftliche Versorgung.

d: Kasse zahlt Grundpflege und hauswirtschaft­liche Versorgung auch, wenn kein Zusammenhang mit einer Krankenhausbehandlung besteht.

e: Kasse zahlt nur Behandlungspflege.

Alle Kassen zahlen häusliche Krankenpflege nur, wenn kein anderes Haushaltsmitglied die Tätig­keiten übernehmen kann.

Erhöhter Hospiz-Zuschuss

Sterbende, die keine Krankenhausbehandlung brau­chen und nicht zu Hause versorgt werden können, erhalten Zuschüsse zur Versorgung im Hospiz.

f: Über 193,20 bis 241,50 Euro pro Tag.

g: Über 144,90 bis 193,20 Euro pro Tag.

h: 144,90 Euro pro Tag (gesetzl. Mindestzuschuss).

Erweiterte Haushaltshilfe

Versicherte aller Kassen erhalten Geld für eine Haushaltshilfe, wenn sie im Krankenhaus oder zur Kur sind oder häusliche Krankenpflege benötigen und zu Hause ein Kind unter zwölf Jahren zu ­versorgen ist. Einige Kassen zahlen auch, wenn ­jemand krank zu Hause liegt und keine häusliche Pflege bekommt.

i: Immer wenn jemand laut ärztlichem Attest ­seinen Haushalt nicht weiterführen kann.

j: Wenn jemand krank zu Hause liegt und ein Kind zu versorgen hat (je nach Kasse werden Kinder bis 8 oder maximal bis 14 Jahre anerkannt)

k: Nur gesetzliche Pflichtleistung.

Schulungen für chronisch Kranke

A: Asthma

B: Bluthochdruck

D: Diabetes

H: Herz-Kreislauf-Erkrankungen

N: Neurodermitis

R: Rheuma

Rü: Chronische Rückenbeschwerden

S: Chronische Schmerzen

Ü: Übergewicht bei Kindern

T: Tinnitus

Erprobung neuer Vorsorge und ­Behandlungsmethoden

Dargestellt sind ausgewählte neue Behandlungs- und Untersuchungsmethoden, die bislang nicht zum gesetzlichen Leistungskatalog der Kassen ­gehören. Sie werden in Form von Modellvorhaben erprobt und sind in der Regel regional begrenzt und auf höchstens acht Jahre befristet.

M1: Akupunktur bei chronischen Kopf- oder Lenden­wirbelsäulenschmerzen oder chronischen Schmer­zen bei entzündlichen Ge­lenk­erkran­kun­gen. Dieses Modellvorhaben wird ohne regionale Begrenzung an­geboten.

M2: Hautkrebs-Screening: Erweiterte Hautkrebs-früherkennung, unter anderem durch Ganzkörperuntersuchung ohne konkreten Krankheitsverdacht.

M3: PH-Selbsttest für Schwangere: Durch Früherkennung von Infektionen sollen Früh- und ­Fehlgeburten vermieden werden.

M4: Balneo-Phototherapie: Kombinierte Bade- und Lichttherapie außerhalb einer Klinik zum ­Beispiel bei Neurodermitis.

M5: Magen- und Darmkrebs-Screening: Erweiterte Magen- und Darmkrebs-Früherkennung, unter anderem durch zusätzliche Laboruntersuchungen.

M6: Homöopathie: Behandlung durch klassische Homöopathie bei chronischen Schmerzen oder anderen chronischen Erkrankungen.

M7: Früherkennung von Schlaganfallrisiken: bessere Früherkennungsverfahren.

Disease-Management-Programme (DMP)

DMP-Programme sind Behandlungsprogramme, die die Versorgung chronisch Kranker verbessern sollen. Die Verträge für DMP schließen Kassen und Ärzteorganisationen auf regionaler Ebene ab. DMP ­stehen ­deshalb noch nicht flächendeckend zur Verfügung. Die DMP in der Tabelle sind in mindestens einem Bundesland des Kassen-Geschäftsgebiets zugelassen oder es ist zumindest die Zulassung beim Bundesversicherungsamt beantragt.

D1: Brustkrebs

D2: Diabetes Typ 2

D3: Diabetes Typ 1

D4: Koronare Herzerkrankung

Förderung neuer Versorgungsformen

Dargestellt sind ausgewählte Verträge zwischen Krankenkassenverbänden und Gruppen von Ärzten, Therapeuten oder Kliniken. Sie sollen die ­Behandlung bestimmter Patienten besser koordinieren und Kosten sparen. Die aufgeführten ­Vereinbarungen gelten in mindestens einem ­Bundesland des Kassen-Geschäftsgebiets.

V1:Ambulante Operationen, z. B. Kataraktoperationen (grauer Star), Bandscheibenoperationen.

V2: Erweiterte ambulante Physiotherapie bei ­privaten Sportverletzungen. Behandlung durch ein interdisziplinäres Team von Ärzten, Physiotherapeuten, Masseuren und Sportlehrern.

V3: Qualifizierte ambulante Versorgung auf dem Gebiet der Onkologie (wohnortnahe umfassende Behandlung und Betreuung von Krebskranken).

V4: Wohnortnahe umfassende ambulante Behandlung und Betreuung von Aidskranken.

V5: Ambulante sozialpsychiatrische Behandlung von Jugendlichen als Alternative zur Klinik.

V6: Ambulante Behandlung chronisch Schmerzkranker durch besonders qualifizierte Ärzte.

V7: Zusammenarbeit mehrerer Leistungserbringer (u. a. Krankenhaus, Reha, Arzt) bei Behandlung von Herzerkrankungen, u.a. bei Herzoperationen.

V8: Verbesserung der Brustkrebsdiagnostik unter anderem durch Einholen einer ärztlichen Zweitmeinung.

V9: Zusammenarbeit mehrerer Leistungserbringer (u. a. Krankenhaus, Reha, Arzt) bei Gelenkersatzoperationen (Kniegelenk, Hüftgelenk).

V10: Ambulante Behandlung von Suchtpatienten durch besonders qualifizierte Ärzte.

Gesundheitsbonus

Krankenkassen können Versicherte, die gesundheitsbewusst leben oder regelmäßig zu Vorsorgeuntersuchungen gehen, mit einem Bonus belohnen.

SP: Sachprämie

GP: Geldprämie

EZ: Erstattung oder Ermäßigung der Zuzahlungen

ZU: Zuschuss zu privat bezahlten Vorsorgeleistungen

Beitragsrückzahlung

Nur für freiwillig Versicherte: Wenn der Versicherte und seine mitversicherten Angehörigen ab 18 Jahren ein Jahr lang außer Vorsorgeuntersuchungen keine weiteren Leistungen brauchen, bekommt er bis zu einem Monatsbeitrag mit Arbeitgeberanteil zurück.

l: Ein Zwölftel des Jahresbeitrags (mit Arbeitgeberanteil) bereits nach einem Jahr ohne Leistungen.

m: Weniger als ein Zwölftel des Jahresbeitrags (mit ­Arbeitgeberanteil) oder volle Rückzahlung erst nach mehreren Jahren ohne Leistungen.

n: Keine Beitragsrückzahlung.

Krankenhauszusatz-Versicherungen

Die Krankenhauszusatzversicherung übernimmt die Kosten für Chefarztbehandlung und Unterbringung im Ein- oder Zweibettzimmer.

Altersgrenze: Höchstmögliches Eintrittsalter.

Private Gesellschaft: Vertragspartner für die Zusatzversicherung. Die Kasse ist nur Vermittlerin.

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