Gesetzliche Krankenkassen Test

Bei der gesetzlichen Krankenversicherung gibts auch jenseits der Beitragssätze mehr Spielraum, als die meisten Versicherten wissen. Zwar gilt nach wie vor: Rund 95 Prozent der Leistungen sind gesetzlich festgelegt und bei allen Kassen gleich. Doch die restlichen fünf Prozent können im Krankheitsfall den entscheidenden Unterschied machen und im Einzelfall mehrere Hundert Euro wert sein. Finanztest hat 162 Krankenkassen untersucht und sagt, was sie an Zusatzleistungen und Extras bieten und wie hoch der Beitragssatz ist.

Zu diesem Thema bietet test.de einen aktuelleren Test: Gesetzliche Krankenkassen

Suche nach passenden Extras

Erster Schritt auf dem Weg zur richtigen Krankenkasse: die Wahl der passenden Extras. Die Bandbreite ist groß. Sie reicht von erweiterter häuslicher Krankenpflege über besondere Schulungen für chronisch Kranke und Disease-Management-Programme bis hin zu neuen Behandlungsmethoden und Versorgungsstrukturen. Im Ernstfall kann eine Leistung wie der erhöhte Hospizzuschuss viel Geld wert sein. Besonders wichtig für Alleinerziehende und Alleinstehende: erweiterte häusliche Krankenpflege und Haushaltshilfe. So ist der Haushalt auch versorgt, wenn der Versicherte ihn wegen Krankheit nicht in den Griff bekommt.

Wechsel auch für Kranke

Besonderer Vorteil der gesetzlichen Krankenversicherung: Der Wechsel zur passenden Kasse ist jederzeit möglich. Sogar wenn der Bedarf auf eine Zusatzleistung schon akut ist, darf keine Kasse sich weigern, einen Versicherten neu aufzunehmen. Einzige Ausnahme: Für die Aufnahme von freiwillig versicherten Behinderten gelten bei den meisten Kassen Altersgrenzen von 45 bis 55 Jahren. Voraussetzung für den Kassenwechsel: Der Versicherte war mindestens 18 Monate Mitglied bei der alten Kasse. Erst danach darf er wechseln. Bei Erhöhungen des Beitragssatzes allerdings ist der Wechsel unabhängig von der Dauer der Mitgliedschaft möglich.

Gelegenheit für Fragen

Zweites wichtiges Kriterium bei der Suche nach der richtigen Krankenkasse: der richtige Service. Wer auf Beratung angewiesen ist und zuweilen Fragen hat, braucht eine Kasse, die kurzfristig erreichbar ist. Solls persönliche Beratung sein, kommt nur eine Kasse mit einer nahe gelegenen Geschäftsstelle in Frage. Wenn telefonische Betreuung reicht, entscheidet Qualität und Erreichbarkeit der Hotline. Probeanrufe können Klarheit schaffen.

Gemeinsam sparen

Auch die Preisunterschiede sind nach wie vor groß. Die IKK Sachsen mit ihren 12,7 Prozent Beitragssatz ist für Angestellte mit einem Gehalt von 3 000 Euro im Monat um 90 Euro billiger als die IKK Bayern, die mit 15,7 Prozent derzeit die teuerste Krankenkasse ist. Auf Arbeitnehmer entfällt jedoch nur die Hälfte der Einsparung beim Krankenversicherungsbeitrag. Die andere Hälfte kommt dem Arbeitgeber zugute.

Wenig Lohn für Vorsorge

Gesundheitsbewusstes Verhalten belohnen die Krankenkassen. Für die Teilnahme an Vorsorgeuntersuchungen oder gesundheitsorientiertem Sport gibts bei vielen Kassen Bonuspunkte. Wenn genug Punkte beisammen sind, winken Geschenke wie Springseile oder Pulsuhren oder Geldprämien von bis zu 200 Euro. Manche Kassen befreien Versicherte zur Belohnung für Bemühungen um Gesundheit und Fitness von Zuzahlungen oder gewähren Zuschüsse für privat finanzierte Vorsorgeuntersuchungen. Der Aufwand ist jedoch hoch. Ein spezielles Bonusprogramm der meisten Ortskrankenkassen birgt sogar Risiken. Voraussetzung für die Teilnahme ist nämliche eine Selbstbeteiligung an den Kosten von Arztbesuchen, bei denen ein Rezept ausgestellt wird, und an Krankenhauskosten. Profitieren kann nur, wer gesund bleibt. Wer regelmäßig Medikamente braucht und außerdem noch ins Krankenhaus muss, zahlt sogar drauf. Die Eigenbeteiligung übersteigt in solchen Fällen die Bonusleistungen.

Komplett + Interaktiv: Alle Daten zu 162 Krankenkassen

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