Ausgewählt, geprüft, bewertet

Finanztest hat Beitragssätze, Leistungen und das Angebot an Wahltarifen gesetzlicher Krankenkassen untersucht. 123 Kassen nahmen an dem Test teil. Die Kassen sind nach Kassenarten unterteilt und dann alphabetisch sortiert. Die Reihenfolge enthält kein Urteil über die Qualität der Kassen.

Regionale Zuständigkeit: Wer in einem der genannten Länder wohnt oder arbeitet, kann Mitglied werden.

Beitragssatz: Dargestellt ist der allgemeine Beitragssatz der Kasse, der noch bis zum 31. Dezember 2008 unterschiedlich ist. Der Zusatzbeitrag von 0,9 Prozent, von jedem Mitglied allein zu tragen, ist nicht enthalten.

Mehrleistungen bei ...

Hospizzuschuss: Sterbende, die in einem Hospiz betreut werden, bekommen einen Mindestzuschuss von 149,10 Euro pro Tag.

Nein = Keine Mehrleistung.

Eingeschränkt = Von 149,11 bis 223,65 Euro pro Tag.

Ja = Von 223,66 bis 298,20 Euro pro Tag.

Hauskrankenpflege: Versicherte erhalten häusliche Krankenpflege, wenn dadurch eine Krankenhausbehandlung vermieden oder verkürzt wird. Bestandteil der Pflege kann die Behandlungspflege (z. B. Wundversorgung), die Grundpflege (z. B. Hilfe beim Essen) sowie eine hauswirtschaftliche Versorgung sein. Wenn keine Krankenhausbehandlung geboten ist, bezahlen alle Kassen auch Behandlungspflege, wenn der Arzt dies verordnet. Einige Kassen übernehmen in diesem Fall zusätzlich die Kosten für Grundpflege und hauswirtschaftliche Versorgung.

Nein = Keine Mehrleistung.

Ja  = Kasse bezahlt Grundpflege und hauswirtschaftliche Versorgung auch ohne Zusammenhang mit einer Krankenhausbehandlung.

Haushaltshilfe: Alle Kassen müssen Familien mit mindestens einem Kind unter zwölf Jahren Kosten für eine Haushaltshilfe erstatten, wenn die haushaltsführende Person im Krankenhaus oder zur Kur ist oder häusliche Krankenpflege benötigt. Voraussetzung ist eine ärztliche Verordnung.

Nein = Keine Mehrleistung.

Eingeschränkt  = Kasse zahlt die Haushaltshilfe auch dann, wenn jemand nicht im Krankenhaus, sondern krank zuhause ist, keine häusliche Krankenpflege bekommt und ein Kind zu versorgen ist. Je nach Kasse werden Kinder bis zum 8. oder maximal bis zum 14. Geburtstag anerkannt.

Ja = Kasse zahlt immer, wenn jemand laut ärztlichem Attest den Haushalt nicht führen kann.

Schutzimpfungen: Die Krankenkasse übernimmt Leistungen für Schutzimpfungen, die von der Ständigen Impfkommission des Robert-Koch-Instituts empfohlen sind.

Nein = Keine Mehrleistung.

Eingeschränkt = Kasse zahlt Impfungen, die über die Impfempfehlung hinausgehen, z. B. Grippeschutzimpfung für alle Versicherten, unabhängig von Alter und Gesundheitszustand, Gebärmutterhalskrebsimpfung für Frauen über 17 Jahre.

Ja = Kasse zahlt auch Reiseschutzimpfungen.

Gesundheitsförderung

Gesundheitskurse: Die Krankenkassen bieten ­ihren Versicherten Zuschüsse zu Kursen in den Bereichen Bewegung, Entspannung, Ernährung und Sucht (z. B. Nichtraucherkurse) an. In der Regel wird pro Jahr ein Kurs je Bereich gefördert. Viele Kassen bieten außerdem selbst Kurse an, die Versicherte kostenlos in Anspruch nehmen können.

Bonus für gesundheitsbewusstes Verhalten: Wenn Versicherte regelmäßig zu Vorsorgeuntersuchungen gehen oder einen gesundheitsbewussten Lebensstil pflegen, bieten ihnen einige Kassen gegen Nachweis einen Geldbonus an. Wir haben dargestellt, welchen Bonus ein erwachsener Versicherter im ersten Jahr des Nachweises erhalten kann.

Wahltarife ohne Kassenbindung

Hausarztzentrierte Versorgung: Binden sich Versicherte für mindestens ein Jahr an einen Hausarzt und verzichten darauf, Fachärzte ohne Überweisung aufzusuchen, zahlen sie häufig weniger Praxisgebühr oder bekommen eine Prämie.

Nein = Die Kasse bietet die Möglichkeit zur hausarztzentrierten Versorgung nicht flächendeckend an, Versicherte müssen nachfragen, ob an ihrem Wohnort ein Hausarztmodell angeboten wird.

Ja = Im gesamten Tätigkeitsgebiet der Kasse können Versicherte an Hausarztmodellen teilnehmen.

Integrierte Versorgung: Kassen bieten für bestimmte Indikationen eine vernetzte Versorgung an, bei der zum Beispiel Haus- und Fachärzte, Krankenhäuser oder Reha-Einrichtungen kooperieren. Häufig wird eine integrierte Versorgung bei Hüft- und Knieoperationen, bei Krebserkrankungen, in der Psychiatrie, der Palliativmedizin oder der Homöopathie angeboten.

Nein = Die Kasse bietet für keine oder wenige Indikationen integrierte Versorgung an.

Eingeschränkt = Die Kasse bietet für viele Indikationen integrierte Versorgung an.

Ja = Die Kasse bietet für überdurchschnittlich viele Indikationen integrierte Versorgung an.

Für die Teilnahme an einigen Programmen bieten Kassen finanzielle Anreize. Dargestellt sind mögliche Prämien oder Ermäßigungen von Zuzahlungen und Praxisgebühr.

Disease-Management-Programme: Versicherte können bei allen Kassen ein Versorgungsmodell wählen, das durch eine abgestimmte und kontinuierliche Betreuung die Behandlung chronischer Krankheiten verbessern soll. Es gibt diese Programme für Diabetes (Typ I und II), Herz-Kreislauferkrankungen, Asthma und andere chronische Atemwegserkrankungen sowie Brustkrebs. Die Kassen bieten auch hier Prämien oder Ermäßigungen von Zuzahlungen und Praxisgebühr an.

Wahltarife mit dreijähriger Bindung

In Wahltarifen mit Selbstbehalt oder Beitragsrückzahlung erhält der Versicherte eine Prämie, wenn er keine oder möglichst wenige medizinische Leistungen benötigt. Die jährliche Prämie innerhalb eines Tarifs darf laut Gesetz nicht höher sein als 20 Prozent dessen, was der Versicherte im Jahr selbst an Beiträgen zahlt. Versicherte sind für drei Jahre an den Wahltarif und an die Kasse gebunden.

Selbstbehalttarif: Der Selbstbehalt und die Prämie sind bei den meisten Kassen nach Einkommen gestaffelt.

Arztbesuche: Vorsorge und Früherkennung sind ohne Prämienverlust erlaubt. Bei den meisten Kassen verringert sich die Prämie trotz Arztbesuch auch dann nicht, wenn der Arzt kein Rezept ausstellt. Bei wenigen Kassen dürfen neben den mitversicherten Kindern unter 18 auch die erwachsenen Familienmitversicherten alle Leistungen in Anspruch nehmen, ohne dass dies prämienmindernd wirkt.

Für beitragszahlende Mitglieder gilt:

Nein = Jeder Arztbesuch wird auf den Selbstbehalt angerechnet oder der Versicherte muss die Rechnung zunächst selbst zahlen.

Ja = Arztbesuche ohne Verordnungsfolge (Rezept) sind ohne Anrechnung möglich.

Für erwachsene Mitversicherte gilt:

Nein = Wenn erwachsene Mitversicherte zum Arzt gehen und ein Rezept erhalten, wirkt sich dies auf die Prämie aus.

Ja = Erwachsene Mitversicherte dürfen alle Leistungen in Anspruch nehmen, ohne dass dies sich auf die Prämie auswirkt.

Tarif mit Beitragsrückzahlung: Bei diesem Tarif verpflichten Versicherte sich, keine medizinische Leistung in Anspruch zu nehmen außer Vorsorge- und Früherkennungsuntersuchungen. Sie erhalten bis zu einem Monatsbeitrag im Jahr zurück. Die Kassen können diese Rückzahlung auf einen Anteil an dem gezahlten Monatsbeitrag oder auf den nur vom Arbeitnehmer gezahlten Anteil beschränken.

Nein = Ohne Arbeitgeberanteil.

Ja = Mit Arbeitgeberanteil.

Auch in diesem Tarif gestatten einige Kassen Arztbesuche des Versicherten zusätzlich zu Vorsorge und Früherkennung, wenn der Arzt nichts verschreibt.

Nein = Bei Arztbesuch entfällt die Prämienzahlung.

Ja = Arztbesuche des Versicherten ohne Verordnungsfolge sind ohne Prämienverlust möglich.

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