Gesetzliche Betreuung

Worum Betreuer sich kümmern

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Gesetzliche Betreuung - Mehr Mitsprache für Betreute
Betreuungs­bereiche benennen. Behördengänge, Vermögens­fragen, Wohnen, ärzt­liche Behand­lungen – wie weit eine Betreuung gehen soll, wird gericht­lich fest­gelegt. © Andreas Buck

Ein Betreuungs­gericht legt fest, in welchen Lebens­bereichen ein Betreuer jemanden unterstützen und vertreten darf. Die genaue Einteilung ist von Region zu Region leicht verschieden. Typisch sind:

Vermögens­verwaltung

Betreuer helfen bei den alltäglichen Finanzen, etwa der Konto­führung. Sie begleichen Rechnungen und machen die Steuererklärung. Hat die betreute Person Schulden, muss der Betreuer versuchen, sie zu reduzieren. Ehren­amtliche bekommen dabei Hilfe. Mit entsprechender gericht­licher Erlaubnis kann auch eine Immobilie ge- oder verkauft und ein Erbe angenommen oder ausgeschlagen werden.

Behörden­angelegenheiten

Darunter fällt die Kommunikation mit Renten-, Pflege- und Kranken­versicherung ebenso wie die Beantragung von staatlichen Leistungen, etwa Grund­sicherung im Alter, oder das Beschaffen eines neuen Personal­ausweises, wenn der alte abläuft.

Fragen der Gesundheit

Kann jemand nicht mehr für sich selbst entscheiden, muss der Betreuer zustimmen, wenn eine Unter­suchung, eine Therapie, eine Operation oder eine Reha-Maßnahme ansteht. In kritischen Fällen ist eine Extragenehmigung des örtlichen Betreuungs­gerichts nötig.

Wohn­angelegenheiten

Je nachdem, ob die betreute Person zur Miete oder im Eigenheim wohnt, umfasst der Bereich unterschiedliche Aufgaben. Steht der Umzug in ein Pfle­geheim an und muss dafür ein Miet­vertrag gekündigt und ein Heim­vertrag abge­schlossen werden, bedarf es dafür jeweils einer Genehmigung vom Betreuungs­gericht.

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Nutzer­kommentare können sich auf einen früheren Stand oder einen älteren Test beziehen.

pantoffelfreund am 22.01.2023 um 12:25 Uhr
Keine Information für Betreuer

Wir sind seit vielen Jahren Rechtsbetreuer unseres erwachsenen Sohnes. Daß es jetzt eine grundlegende Novellierung zum Betreuungsgesetz gibt, haben wir per Zufall erfahren. Denn in diesem Jahr haben die Formulare des Betreuerberichts eine andere Form und andere Inhalte. Erst eine kurze Recherche im Internet ergab, daß diese Änderungen zweifelsfrei auf eine (die) Novellierung des Gesetzes zurückzuführen sind. Als direkt Betroffene hätten wir uns schon eine ordentliche frühzeitige Information des Betreuungsgerichts gewünscht.

Profilbild Stiftung_Warentest am 16.12.2020 um 15:28 Uhr
Betreuungsbehörde

@WNestler: Wenn Sie auf test.de/betreuungsbehoerde herunterscrollen, bekommen Sie ein Feld mit einer Postleitzahlsuche angezeigt. Wenn Sie Ihre Postleitzahl dort eingeben, bekommen Sie Ihre nächstgelegene Betreuungsbehörde angezeigt.
(dda)

WNestler am 16.12.2020 um 14:47 Uhr
Betreuungsbehörde

In Finanztest 7/2020 vermerkten Sie unter "Unser Rat" bei Beratung:
"unter test.de/betreuungsbehoerde finden Sie eine Behörde in Ihrer Nähe"
Diese Seite habe ich heute aufgerufen und keine Sinnvollen Ergebnisse erhalten.

Profilbild Stiftung_Warentest am 29.07.2019 um 14:39 Uhr
Fortbildungs- und Gesprächsangebote

@Verbraucherschützer: Solche Seminare sind üblich. Bei dem Cura Verein, bei dem Hr. Einhaus das Seminar besuchte, nennt sich das offenbar „Pflichtseminar“. (TK)

Verbraucherschützer am 26.07.2019 um 19:17 Uhr
Pflichtseminar-Fortbildungs- und Gesprächsangebote

Ich bin überrascht, das Herr Einhaus ein Pflichtseminar durchgeführt hat.
Ist das üblich?
Ich bin auch ehrenamtlich als gesetzlicher Betreuer in einen anderen Bundesland tätig und brauchte keine derartige Schulung zu absolvieren.
Welchen Berliner Verein nutzt Herr Einhaus für o.g. Fortbildung und Gespräche?