Wer gesetzlicher Betreuer werden kann

Oft über­nehmen Familien­mitglieder und Freunde eine gesetzliche Betreuung. Doch manchmal ist es besser, wenn Außen­stehende das machen.

Angehörige. Für Ehegatten, einge­tragene Lebens­partner, Kinder und Enkel gelten besondere Regeln bei der Vermögens­sorge. Sie sind dem Gesetz nach „befreite Betreuer“. Sie können ohne gericht­liche Genehmigung über die Geld­anlagen des Betreuten verfügen und sind von der jähr­lichen Rechnungs­legung befreit. Sie müssen aber alle zwei Jahre ein Vermögens­verzeichnis vorweisen und zum Ende der Betreuung eine Schluss­rechnung erstellen, damit sich eventuelle Erben einen Über­blick über den Nach­lass verschaffen können.

Ehren­amtliche. Entfernte Verwandte, Freunde und Nach­barn können ebenfalls gesetzliche Betreuer werden. Außerdem über­nehmen sozial engagierte Menschen in Betreuungs­ver­einen die Aufgabe für Unbe­kannte. Voraus­setzungen sind: Voll­jährigkeit, Geschäfts­fähig­keit, kein Eintrag im Schuld­nerverzeichnis und ausreichende deutsche Sprach­kennt­nisse. Da Betreuer zum Teil intensiv mit Behörden zusammen­arbeiten, ist ein Grund­verständnis für Amts­hand­lungen wichtig. Toleranz, Respekt vor dem Willen des Betreuten und Belast­barkeit sollten sie auch mitbringen.

Berufs­betreuer. Etwa 17 000 Berufs­betreuer gibts im Lande. Einige sind bei Betreuungs­ver­einen und -behörden angestellt, die meisten sind selbst­ständig. Sie erhalten 27 bis 44 Euro pro Stunde. Bezahlt werden sie vom Betreuten oder seiner Familie. Ist deren Vermögen gering, trägt die Staats­kasse die Kosten. Es kann sinn­voll sein, von vorn­herein einen Profi zu bestellen, etwa bei einer schweren psychischen Erkrankung des Betreuten wie Schizophrenie, wenn das Verhältnis zu ihm schwierig ist oder bei starken Differenzen in der Familie.

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