Checkliste: Prospekte prüfen

Anleger, die in einen geschlossenen Neue-Energien-Fonds investieren wollen, sollten ein paar einfache Regeln beachten, wenn sie die Angaben in den Prospekten prüfen:

  • Ausschüttungen. Die mit den Anlagen erwirtschafteten Überschüsse zum Beispiel aus Stromvergütungen werden regelmäßig, meist jährlich, an die Gesellschafter ausgeschüttet. Es handelt sich dabei zunächst um die Rückzahlung der Beteiligungssumme. Erst die über die Beteiligung hinausgehenden Ausschüttungen machen die Fondsanlage zu einem Gewinn.
  • Rendite. Vergleichsgröße für den Anleger kann nur die realistisch erzielbare Rendite sein. Realistisch sind prognostizierte jährliche Renditen vor Steuern zwischen 7 und 9 Prozent, sofern die Fonds 20 Jahre lang auf staatlich garantierte Einspeisevergütungen setzen können. Prognostizierte Renditen von über 10 Prozent bei Fonds, deren Investitionsobjekte zu Beginn der Beteiligung noch nicht feststehen, deuten auf hohe Risiken hin.
  • Kosten. Die einmaligen Kosten sollten nicht mehr als 12 Prozent betragen, die laufenden jährlichen Kosten nicht mehr als 3 Prozent der Beteiligungssumme pro Jahr ausmachen.
  • Kreditfinanzierung. Die meisten Fondsanbieter wollen die geplante Investition nur zum Teil mit Anlegergeld finanzieren und nehmen zusätzlich hohe Kredite auf. Damit steigt das Risiko für Anleger. Ein Kreditanteil von 70 bis 80 Prozent an der Investitionssumme ist nur akzeptabel, wenn ein Fonds niedrige Kosten hat und mit sicheren laufenden Einnahmen rechnen kann. Dies ist meist bei Fotovoltaikfonds der Fall.
  • Steuern. Die Gewinne aus geschlossenen Fonds müssen Anleger mit ihrem persönlichen Steuersatz als steuerpflichtige Einkünfte aus einem Gewerbebetrieb versteuern. Allerdings profitieren sie davon, dass sie die jährlich gleichbleibenden Abschreibungen für die Investition in die Anlagen in der Steuererklärung als Abzüge geltend machen können.

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