Geschlossene Ökofonds: Diese Fonds gingen schon vor der eigentlichen Prüfung k.o.

Geschlossene Ökofonds Test

Fonds, die so gestaltet sind, dass sie für Privat­anleger nicht geeignet sind, haben wir nicht detailliert getestet. Für nicht empfehlens­wert halten wir Fonds mit diesen K.-o.-Merkmalen:

Blindpoolrisiko. Stehen mehr als 10 Prozent der Fonds­investitionen bei Fonds­auflage noch nicht fest, spricht man von einem Blindpool. Der Vorteil für den Initiator eines Blindpools liegt auf der Hand: Er braucht bei Prospekt­auflage nicht alle Investitions­objekte fest­zulegen und bleibt flexibel. Für den Anleger ist ein Blindpool riskant, weil er sich kein voll­ständiges Bild über mögliche Risiken seiner Investition machen kann. Er muss „blind“ darauf vertrauen, dass der Fondsanbieter die richtige Auswahl trifft und dabei keine eigenen Interessen verfolgt. Bei einem Blindpool erfährt er meist erst nach Vertrags­abschluss, in was sein Geld investiert wird. Gefällt ihm die Auswahl nicht, ist er trotzdem für viele Jahre an den Fonds gebunden. Verträge über geschlossene Fonds sind in der Regel nicht vor Ende der Lauf­zeit künd­bar.

Fremdwährungs­risiko. Darf ein Fonds, der beispiels­weise Anlagen in Deutsch­land kauft, Kredite in ausländischer Währung aufnehmen, besteht ein erhebliches Währungs­risiko für Anleger. Entwickelt sich der Kurs der Fremdwährung gegen­über dem Euro ungünstig, muss die Fonds­gesell­schaft später eventuell eine höhere Darlehens­summe zurück­zahlen, als sie zuvor erhalten hat.

Ratensparrisiko. Geschlossene Fonds sind wegen der vielen Risiken nur etwas für vermögende Anleger, die notfalls auch Verluste verkraften können. Für Klein­anleger, die dort über viele Jahre Raten­beträge zwischen 50 und 200 Euro pro Monat einzahlen, taugen die Fonds nicht. Im Pleitefall besteht die Gefahr, dass sie ihre Raten bis zur vertraglich vereinbarten Gesamt­summe weiterzahlen müssen. Zudem sind die Kosten der Fonds für Ratensparer oft noch höher als für Einmal­anleger.

Prospektrisiko. Über­trägt ein Fonds­initiator die Verantwortung für den Prospekt, der die Geld­anlage beschreibt, auf die Fonds­gesell­schaft, ist das ein Warn­signal. Enthält der Prospekt fehler­hafte Angaben zu dem Fonds und entwickelt sich dieser schlecht, müsste ein Anleger seine eigene Fonds­gesell­schaft und damit auch sich selbst auf Schaden­ersatz verklagen, da er Mitunternehmer der Fonds­gesell­schaft ist. Besser ist es, wenn ein bonitäts­starker Initiator für Prospekt­fehler gerade­stehen muss.

Fonds­name

Anbieter

K.-o.-Gründe

Solarfonds

Shedlin Infra­structure 1

Shedlin Capital

Blindpoolrisiko

Wind­kraft­fonds

Direkt Invest Polen 81

Elbfonds Capital

Blindpoolrisiko

Wasser­kraft­fonds

Aquila Hydropower­Invest IV

Aquila Capital

Fremdwährungs­risiko

Shedlin Infra­structure 2

Shedlin Capital

Blindpoolrisiko

Block­heiz­kraft­werke/Biomassefonds

Bioenergie-Rendite-Fonds II

Bioenergie-Rendite-Fonds II
Vertrieb: Deukap

Prospektrisiko

Sweden Wood Energy 1

Green Investors

Blindpoolrisiko

Misch- und Dachfonds (auch Zweitmarkt)

Cleantech Infrastrukturgesell­schaft mbH & Co. KG, Thomas LLoyd CTI Vario

Cleantech Management

Blindpoolrisiko, Ratensparrisiko

Dritte Cleantech Infrastrukturgesell­schaft mbH & Co. KG, Thomas LLoyd CTI 8

Cleantech Management

Blindpoolrisiko

Fünfte Cleantech Infrastrukturgesell­schaft mbH & Co. KG, Thomas LLoyd CTI 15

Cleantech Management

Blindpoolrisiko

Inka Green Energy

Inka Invest Geschäfts­führungs­gesell­schaft

Blindpoolrisiko, Ratensparrisiko

MAP Green

Steiner + Company

Blindpoolrisiko, Fremdwährungs­risiko

Öko-Energie Umwelt­fonds 1

Ventafonds

Prospektrisiko

SC Infra­structure Fonds I

Strasser Capital

Blindpoolrisiko

Sun Collect Vario1

Collector

Blindpoolrisiko, Ratensparrisiko

    Stand: 2. September 2013

    • 1 Daten vom Anbieter nicht bestätigt.

    Dieser Artikel ist hilfreich. 36 Nutzer finden das hilfreich.