Geschlossene Ökofonds

Geschlossene Ökofonds: Diese Fonds gingen schon vor der eigentlichen Prüfung k.o.

Geschlossene Ökofonds Testergebnisse für 10 Geschlossene Ökofonds 11/2013

Inhalt
Geschlossene Ökofonds - Fast alle sind mangelhaft

Fonds, die so gestaltet sind, dass sie für Privat­anleger nicht geeignet sind, haben wir nicht detailliert getestet. Für nicht empfehlens­wert halten wir Fonds mit diesen K.-o.-Merkmalen:

Blindpoolrisiko. Stehen mehr als 10 Prozent der Fonds­investitionen bei Fonds­auflage noch nicht fest, spricht man von einem Blindpool. Der Vorteil für den Initiator eines Blindpools liegt auf der Hand: Er braucht bei Prospekt­auflage nicht alle Investitions­objekte fest­zulegen und bleibt flexibel. Für den Anleger ist ein Blindpool riskant, weil er sich kein voll­ständiges Bild über mögliche Risiken seiner Investition machen kann. Er muss „blind“ darauf vertrauen, dass der Fondsanbieter die richtige Auswahl trifft und dabei keine eigenen Interessen verfolgt. Bei einem Blindpool erfährt er meist erst nach Vertrags­abschluss, in was sein Geld investiert wird. Gefällt ihm die Auswahl nicht, ist er trotzdem für viele Jahre an den Fonds gebunden. Verträge über geschlossene Fonds sind in der Regel nicht vor Ende der Lauf­zeit künd­bar.

Fremdwährungs­risiko. Darf ein Fonds, der beispiels­weise Anlagen in Deutsch­land kauft, Kredite in ausländischer Währung aufnehmen, besteht ein erhebliches Währungs­risiko für Anleger. Entwickelt sich der Kurs der Fremdwährung gegen­über dem Euro ungünstig, muss die Fonds­gesell­schaft später eventuell eine höhere Darlehens­summe zurück­zahlen, als sie zuvor erhalten hat.

Ratensparrisiko. Geschlossene Fonds sind wegen der vielen Risiken nur etwas für vermögende Anleger, die notfalls auch Verluste verkraften können. Für Klein­anleger, die dort über viele Jahre Raten­beträge zwischen 50 und 200 Euro pro Monat einzahlen, taugen die Fonds nicht. Im Pleitefall besteht die Gefahr, dass sie ihre Raten bis zur vertraglich vereinbarten Gesamt­summe weiterzahlen müssen. Zudem sind die Kosten der Fonds für Ratensparer oft noch höher als für Einmal­anleger.

Prospektrisiko. Über­trägt ein Fonds­initiator die Verantwortung für den Prospekt, der die Geld­anlage beschreibt, auf die Fonds­gesell­schaft, ist das ein Warn­signal. Enthält der Prospekt fehler­hafte Angaben zu dem Fonds und entwickelt sich dieser schlecht, müsste ein Anleger seine eigene Fonds­gesell­schaft und damit auch sich selbst auf Schaden­ersatz verklagen, da er Mitunternehmer der Fonds­gesell­schaft ist. Besser ist es, wenn ein bonitäts­starker Initiator für Prospekt­fehler gerade­stehen muss.

Geschlossene Ökofonds Testergebnisse für 10 Geschlossene Ökofonds 11/2013

Fonds­name

Anbieter

K.-o.-Gründe

Solarfonds

Shedlin Infra­structure 1

Shedlin Capital

Blindpoolrisiko

Wind­kraft­fonds

Direkt Invest Polen 81

Elbfonds Capital

Blindpoolrisiko

Wasser­kraft­fonds

Aquila Hydropower­Invest IV

Aquila Capital

Fremdwährungs­risiko

Shedlin Infra­structure 2

Shedlin Capital

Blindpoolrisiko

Block­heiz­kraft­werke/Biomassefonds

Bioenergie-Rendite-Fonds II

Bioenergie-Rendite-Fonds II
Vertrieb: Deukap

Prospektrisiko

Sweden Wood Energy 1

Green Investors

Blindpoolrisiko

Misch- und Dachfonds (auch Zweitmarkt)

Cleantech Infrastrukturgesell­schaft mbH & Co. KG, Thomas LLoyd CTI Vario

Cleantech Management

Blindpoolrisiko, Ratensparrisiko

Dritte Cleantech Infrastrukturgesell­schaft mbH & Co. KG, Thomas LLoyd CTI 8

Cleantech Management

Blindpoolrisiko

Fünfte Cleantech Infrastrukturgesell­schaft mbH & Co. KG, Thomas LLoyd CTI 15

Cleantech Management

Blindpoolrisiko

Inka Green Energy

Inka Invest Geschäfts­führungs­gesell­schaft

Blindpoolrisiko, Ratensparrisiko

MAP Green

Steiner + Company

Blindpoolrisiko, Fremdwährungs­risiko

Öko-Energie Umwelt­fonds 1

Ventafonds

Prospektrisiko

SC Infra­structure Fonds I

Strasser Capital

Blindpoolrisiko

Sun Collect Vario1

Collector

Blindpoolrisiko, Ratensparrisiko

Stand: 2. September 2013

1
Daten vom Anbieter nicht bestätigt.

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10 Kommentare Diskutieren Sie mit

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gebraucher am 26.05.2016 um 22:07 Uhr
Nachtrag

Nachtrag zu meinem Kommentar vom 06.11.2015: Kurz nach dem Kommentar gab Neitzel bekannt, dass die übrigen Anlageobjekte feststehen. Mittlerweile ist der Fonds voll investiert und es wurde auch ein Beirat gewählt.

gebraucher am 06.11.2015 um 09:57 Uhr
Feststehende Investitionen

"Ein Ausschluss­kriterium ist für uns, wenn ein Fonds schon Geld von Anlegern einsammelt, obwohl mehr als 10 Prozent der Investitionen noch gar nicht fest­stehen."
Der Neitzel CIE ist in die Detailprüfung gekommen. Aber auch 2015 sind weniger als 50 % der eingesammelten Gelder überhaupt investiert, für den Rest stehen die Investitionsobjekte noch nicht endgültig fest. Ein Anlegebeirat ist zwar vorgesehen, ist aber noch nicht eingerichtet, und es ist auch unklar, wie der Beirat überhauptet eingerichtet werden könnte.

Profilbild Stiftung_Warentest am 01.11.2013 um 15:24 Uhr
Bitte keine Schleichwerbung auf test.de

@FerosUG: Die Kommentarfunktion auf test.de dient zur Diskussion der Inhalte von Finanztest und nicht dazu, andere Produkte vorzustellen, zu denen wir nicht berichtet haben. (maa)

Profilbild Stiftung_Warentest am 22.10.2013 um 13:18 Uhr
Bürgerbeteiligungen sind nicht risikolos

@Villiper: Die Details für die Einzelnoten können Sie auf Seite 38 und 39 unter "So haben wir getestet" nachlesen. Zu den Bürgerbeteiligungen schreiben wir "Risikolos sind aber auch Bürgerbeteiligungen nicht". Allerdings werde hier meist vorsichtiger geplant und alle Beteiligten können mitbestimmen. Die hohen Vermittlerprovisionen entfallen. Beides sind große Vorteile: Denn in der Vergangenheit rechneten sich Fonds für Anleger oft nicht, weil die Kosten für der Anlage viel zu hoch waren. Einige Fonds wie zum Beispiel Windkraft- und Solarfonds der Energy Consult Holding (EECH AG) in Hamburg gingen pleite, weil u.a. der Anlegergeld zweckentfremdet wurde. Auch die Insolvenz der MTV Capital Invest AG in Hofheim Taunus (Biogasanlagen) und Capital Invest (Geothermie) wurde für Fondsanleger zum finanziellen Debakel. Das Argument "Vorsicht vor hohen Einspeisevergütungen" steht nicht in unserem Bericht. (maa)

FerosUG am 19.10.2013 um 12:54 Uhr

Kommentar vom Administrator gelöscht.