So haben wir getestet

Im Test

Finanztest hat sich 57 geschlossene Ökofonds angeschaut. In die Detail­prüfung kamen aber nur 10 Fotovoltaik- und Wind­kraft­fonds, die Anlegern zum Stichtag 2. September 2013 auf der Home­page der Unternehmen noch angeboten wurden.

14 Fonds wurden von der Detail­prüfung ausgeschlossen, weil sie K.-o.-Merkmale aufweisen. Das war etwa der Fall, wenn zum Prüf­zeit­punkt für mehr als 10 Prozent der geplanten Investitions­summe noch keine konkreten Objekte vorgesehen waren (Blindpoolrisiko).

Nicht geprüft wurden zudem Fonds, die Energieressourcen wie zum Beispiel Biomasse zukaufen müssen.

Die restlichen Fonds waren ausplatziert und nehmen keine Anleger mehr auf. Sie erscheinen deshalb nicht mehr in der Tabelle. Schwer­punkt der Investitionen ist Deutsch­land. Jeweils ein Fonds investiert in Frank­reich sowie in Finn­land.

Abwertung

Fiel zu einem Fonds das Gruppen­urteil „Erträge und Kosten“ oder „Prognoserisiko“ mangelhaft aus, haben wir das Finanztest-Qualitäts­urteil um 0,5 Punkte abge­wertet. 

Erträge und Kosten (50 Prozent)

Erträge. Bewertet wurde in diesem Prüf­punkt neben der Höhe der in Aussicht gestellten Vorsteuerrendite des Anlegers auch die Sicherheit der Erträge bei Prospekt­auflage. Eine hohe Einnahmensicherheit liegt vor, wenn die Lauf­zeit der Einspeisungs­vergütung lang (20 Jahre) und die Bonität sowie die Rechts­sicherheit des Investitions­landes gut sind.

Berück­sichtigt wurde weiterhin das Vorliegen von einem oder mehreren externen Ertrags­wert­gut­achten, welche die prognostizierten Strom­erträge für erziel­bar halten. Positiv ist es, wenn zur Ertrags­kalkulation nur das Minimum der Gutachter­werte heran­gezogen wird und zusätzlich weitere Sicher­heits­abschläge für ertrags­schwache Jahre angesetzt wurden.

Kosten. Geprüft wurde die Höhe der anfäng­lichen Einmalkosten und der laufenden Kosten. Je geringer diese ausfallen, desto besser ist es für den Anleger. Positiv wurde eine hohe Kostensicherheit bewertet. Sie ist gegeben, wenn lang­laufende Service-, Wartungs- und Instandhaltungs­verträge mit vom Anbieter unabhängigen Firmen bestehen.

Prognoserisiko (30 Prozent)

Fremd­kapitalrisiko. Untersucht wurde die Höhe der Fremd­kapital­aufnahme zu Beginn der Fonds­emission und nach zehn Jahren. Ein geringerer Fremd­kapital­anteil bietet mehr Sicherheit für die Anleger. Über­steigt die Fremd­kapitalquote 60 Prozent des Investitions­volumens eines Fonds, haben wir das Prognoserisiko mit mangelhaft bewertet.

Positiv wurden eine lang­fristige Zins­fest­schreibung (mindestens 15 Jahre) und eine realistisch hohe Zins­annahme für die Anschluss­finanzierung bewertet.

Kalkulations­risiko. Wir haben geprüft, ob die Annahmen der Fondsanbieter bei der Darstellung der prognostizierten Zahlungs­ströme realistisch sind. Positiv ist es, wenn mit einer realistischen Inflations­erwartung für Kosten­steigerungen gerechnet wird.

Positiv bewertet haben wir zudem, wenn zu verschiedenen Zeit­punkten ausreichende Liquiditäts­rück­lagen für unvor­hergesehene Ereig­nisse vorhanden sind sowie Rück­lagen für einen möglichen Rück­bau der Solar- oder Wind­kraft­anlagen kalkuliert wurden.

Das Prognoserisiko sinkt weiter, wenn alle erforderlichen Genehmigungen für den Bau und Betrieb der Anlagen vorliegen und ein umfäng­licher Versicherungs­schutz besteht. Für Solar­anlagen waren angemessene Leistungs­minderungen zu berück­sichtigen.

Eine hohe Einspeisungs­vergütung ist grund­sätzlich positiv für Anleger, stellt aber ein Risiko dar, wenn aufgrund veränderter Para­meter der Strom am Markt zu einem tieferen Preis verkauft werden müsste. Das könnte zur Folge haben, dass der Gesetz­geber Sonder­abgaben einführt, die den Abstand zum Markt­preis verringern.

Kontrolle und Vertrag (20 Prozent)

Verkaufs­motivation. Bewertet wurde, ob es für die Fondsanbieter einen Anreiz für den vorzeitigen Verkauf der Objekte bei einem güns­tigen Markt­umfeld gibt. Positiv ist eine erfolgs­orientierte Verkaufs­vergütung für den Anbieter, die greift, wenn der Anleger eine über der Prospekt­prognose liegende Rendite erzielt.

Verflechtungen. Negativ bewertet wurden Verflechtungen zwischen dem Anlagen­verkäufer/General­unternehmer und dem Fondsanbieter sowie eine Verflechtung zwischen dem Instandhalter der Anlagen und dem Fondsanbieter.

Prospekt­gut­achten. Positiv ist es, wenn ein Wirt­schafts­prüfer die Prospekt­angaben für das Fonds­angebot gemäß der vom Institut der Wirt­schafts­prüfer (IDW) erarbeiteten Richt­linie IDW Stan­dard S 4 als plausibel und richtig bestätigt hat.

Leistungs­bilanz. Positiv bewertet wurde, wenn der Fondsanbieter eine Leistungs­bilanz bis spätestens 30. September eines Jahres für das voran­gegangene Kalender­jahr vorgelegt hatte. In der Leistungs­bilanz steht, ob die bisher vom Anbieter aufgelegten Fonds wirt­schaftlich erfolg­reich waren und die Prognosen erfüllt haben.

Mittel­verwendungs­kontrolle. Positiv ist, wenn ein unabhängiger Mittel­verwendungs­kontrolleur in der Investitions­phase darauf achtet, dass das Anlegergeld ausschließ­lich für Zwecke des Fonds einge­setzt wird.

Treuhänder. Negativ bewertet wurden Fonds, bei denen ein Treuhänder in wichtigen Fragen auch die Stimmen passiver Anleger ausüben darf, um im Sinne der Fonds­geschäfts­führung Einfluss nehmen zu können und damit aktive Investoren zu über­stimmen.

Anlegerbeirat. Bewertet wurde, ob der Fonds über einen von Anlegern dominierten Beirat verfügt, der die Fonds­gesell­schaft kontrolliert.

Recht­liche Konstruktion. Positiv für Anleger ist eine recht­liche Konstruktion, bei der die Fonds­gesell­schaft den unmittel­baren Zugriff auf die Anlage­objekte hat und bei der möglichst wenig recht­liche Stufen vorhanden sind.

Negativ ist jede Fonds­konstruktion über beispiels­weise ein Darlehen oder eine atypisch stille Beteiligung, die der Fonds­gesell­schaft einen direkten Zugriff auf die Investitions­objekte selbst verwehrt.

Informations­blatt. Bewertet wurde, ob der Fondsanbieter die gesetzlich vorgeschriebenen Vermögens­anlagen-Informations­blätter (VIBs) für geschlossene Fonds auf seiner Home­page veröffent­licht hat.

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