Hat ein Anlageberater oder ein Vermittler die Geldanlage verkauft? Gegenüber Vermittlern haben Anleger im Streit um Falschberatung schlechtere Karten. Ein Vermittler von geschlossenen Immobilienfonds gewann vor dem Oberlandesgericht Frankfurt gegen zwei Anleger (Az. 13 U 110/09). Sie warfen ihm vor, er habe in einem Telefonat nicht auf das Risiko des Totalverlusts hingewiesen. Er hatte ihnen aber den Emissionsprospekt ausgehändigt. Nach Meinung der Richter konnte der Vermittler davon ausgehen, dass die Anleger den Prospekt gelesen und verstanden hatten.

Die Richter beriefen sich auf eine Entscheidung des Bundesgerichtshofs von 2008 (Az. III ZR 159/07), wonach der Vermittler seine Informationspflicht „auch durch Übergabe von Prospektmaterial erfüllen“ kann, sofern dieses über die Risiken wahrheitsgemäß informiert. Anders als in einer Anlageberatung muss der Vermittler nicht den persönlichen Bedarf des Kunden prüfen.

Dieser Artikel ist hilfreich. 345 Nutzer finden das hilfreich.