Geschlossene Immobilienfonds Meldung

Die Deutsche Telekom ist Mieter ­dieser Immobilie des Falk-Fonds 80 in Heilbronn. Der Fonds braucht noch 45 Millionen Euro von Anlegern, damit die Immobilien im Fonds finanziert sind und er geschlossen werden kann.

Die Krise auf dem Immobilienmarkt setzt ­Anbietern und ­Anlegern von geschlossenen Immobilienfonds zu.

Seit in Deutschland immer öfter gewerbliche Mieter Pleite gehen, stehen viele Immobilien leer. Das trifft auch Anleger, die sich auf Jahre hinaus an geschlossenen Immobilienfonds beteiligt haben.

Viele Fondsgesellschaften haben in Immobilien investiert, die nicht die gewünschten Erträge bringen. Weit mehr als hunderttausend Anleger erhalten seit einigen Jahren geringere Ausschüttungen als erwartet. Betroffen sind jetzt auch Anleger des viertgrößten Fondsinitiators Deutschlands, der Falk Capital AG in München.

Dem Unternehmen, das bis heute 80 Fonds mit einem Volumen von 3,2 Milliarden Euro aufgelegt hat, droht die Pleite. „Wir mussten viel Geld für den Ausfall von Mietern ausgeben“, erklärte Vorstandsmitglied Thomas Engels. Zudem habe eine rückwirkende Gesetzesänderung das steuerliche Konzept des Falk-Fonds 80 zunichte gemacht. Der Fonds habe deshalb bisher nur zur Hälfte platziert werden können.

Am stärksten betroffen sind rund 2 900 Anleger des Falk-Zinsfonds. Dieser Fonds finanzierte bisher Immobilieneinkäufe der Falk-Gruppe vor. Doch nachdem von 58 Millionen Euro Anlegergeld nur noch 9 Millionen Euro verfügbar waren, drohte dem Zinsfonds eine Wertberichtigung und der Falk Capital AG die Pleite.

Um beides zu verhindern, ersann die Falk-Gruppe einen Rettungsplan. Sie forderte die Zinsfondsanleger Ende 2004 auf, einer Änderung des Geschäftszwecks zuzustimmen und ihr Fondsvermögen in ein Genussrecht der neu gegründeten Bayerischen Fondskonzepte AG umzuwandeln. Das verfügbare Geld des Zinsfonds sowie 45,5 Millionen Euro aus Darlehen übernehme die neue Gesellschaft, die dann das Neugeschäft betreibe. Wer nicht zustimme, erhalte nur 15 Prozent seines Kapitals zurück, teilte die Falk Capital AG Anlegern mit. Zustimmung dagegen werde künftig mit mehr Geld belohnt.

Fondsspezialist Stefan Loipfinger, Herausgeber des Branchendienstes fondstelegramm.de, hält die Firmengründung für ein „reines Bereicherungsmodell“ des Vorstands der Falk-Capital-Gruppe, von dem zwei Mitglieder auch Vorstände der neuen Gesellschaft sind. Denn nun könnten Falk & Co. eigene Steuerschulden aus den Mitteln der neuen Gesellschaft begleichen.

Anleger anderer Fonds müssen zwar nicht die Pleite fürchten. Doch schon jetzt stehe fest, dass Mietgarantien nicht plangemäß erfüllt würden, sagt Loipfinger.

  • Finanztest setzt die Falk Capital AG auf die Warnliste.

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