Das plant die Bundes­regierung: Ministerium fordert strengere Regeln

[Update 13.11.2012]: Leider wurden in der vergangenen Woche fast alle guten Ansätze zum Schutz von Anlegern aus dem Gesetz­entwurf gestrichen. [Ende Update]

Mit Regeln zu Finanz­produkten tut die Bundes­regierung sich schwer. So ist der 545 Seiten starke Gesetz­entwurf des Bundes­finanz­ministerium zu „Alternativen Investmentfonds“ sehr umstritten. Das Gesetz, das auch Investitionen in geschlossene Fonds neu regelt, soll bis Juli 2013 eine Richt­linie der Europäischen Union umsetzen. Folgendes sieht der Entwurf vor:

Einschränkungen. Künftig dürfen Anleger ihr Geld nur noch in geschlossene Immobilien- , Schiffs-, Flugzeug- und Neue-Energien-Fonds investieren. Fonds, die das Anlegergeld in Filme, Kunst, Lebens­versicherungen oder in die Tief­seeschatz­suche stecken, dürfen nicht mehr aufgelegt werden.

Nach­schuss­pflicht. Falls geschlossene Fonds Verluste machen, soll es künftig keine Nach­forderungen an Anleger mehr geben, die über die vertraglich vereinbarte Einlage hinaus­gehen. Anleger haften nur noch bis zur Höhe ihrer Einlage. Dieses Geld können sie verlieren, aber nicht mehr.

Fonds­objekte. Fonds, die lediglich in ein Fonds­objekt investieren, dürfen nur noch an Anleger vermittelt werden, die mindestens 50 000 Euro investieren wollen. Solchen Anlegern unterstellt man, dass ihnen die Risiken der Anlage bewusst sind.

Fremd­kapital. Anbieter von geschlossenen Fonds sollen künftig nur noch 30 Prozent der Investitions­summe über Kredite aufnehmen, um eine Über­schuldung des Fonds zum Schutz der Anleger zu verhindern. Zurzeit nehmen viele Fonds weit höhere Kredite auf. Von den 22 Fonds, die wir detailliert geprüft haben, finanzieren fast alle mehr als 30 Prozent der Investitions­summe mit Krediten. Ein Fonds bleibt knapp darunter, ein weiterer will ohne Fremd­kapital auskommen.

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