Geschlossene Fonds Special

Mit Schiffsbeteiligungen profitieren Anleger weiter von günstigen Steuerregeln. Doch dafür muss ihr Schiff erst einmal Gewinne einfahren.

Ob Schiffe oder Immobilien – die Abgeltungsteuer trifft Beteiligungen an geschlossenen Fonds nicht. Doch die Angebote sind riskant.

Glaubt man den Anbietern, dann sind langjährige Beteiligungen an Schiffen der große Hit. Geschlossene Schiffsfonds seien lukrativ und obendrein von der Abgeltungsteuer nicht betroffen. Tatsächlich fällt nur eine Tonnagesteuer an, und die ist meist so niedrig, dass Anleger Auszahlungen fast steuerfrei kassieren können.

Auch für geschlossene Fonds, die in Auslandsimmobilien investieren, gibt es keine Abgeltungsteuer. Wie bisher gelten günsti­ge Doppelbesteuerungsabkommen. Anleger profitieren von teils hohen Freibeträgen und geringen Steuersätzen im Ausland.

Die Zeit der klassischen Steuersparmodelle ist zwar seit einigen Jahren vorbei, doch gerade die Schiffsfonds und die Fonds mit Auslandsimmobilien profitieren noch von Sonderregeln.

Fast alles wie gehabt

Auch fast alle anderen geschlossenen Fonds (siehe Unternehmensbeteiligung) bleiben von der Abgeltungsteuer verschont. Anleger stehen nicht besser und nicht schlechter da als zuvor. Steuerpflichtig sind nicht die Ausschüttungen, sondern die meist niedrigeren Erträge.

Die meisten geschlossenen Fonds wie Wind-, Sonnen-, Fotovoltaik-, Medien- oder Spezialleasingfonds sind gewerbliche Fonds. Anleger erzielen als Mitunternehmer Einkünfte aus einem Gewerbebetrieb, die mit dem persönlichen Steuersatz besteuert werden. Auch die Veräußerungsgewinne sind wie bisher steuerpflichtig.

Mit geschlossenen Inlands-Immobilienfonds erzielen Investoren Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung. Auch diese sind mit dem persönlichen Steuersatz zu versteuern. Der Steuervorteil liegt weiterhin darin, dass die Veräußerung der Immobilien nach zehn Jahren steuerfrei ist.

Die Spekulationsfrist von zehn Jahren gilt bei Kauf ab 2009 auch für nicht gewerbliche Container- und Flugzeugfonds. Anleger sollten ihre Anteile unbedingt zehn ­Jahre halten, um Veräußerungsgewinne steuerfrei zu bekommen.

Seit 2005 weniger Steuervorteile

Weitere Steuervorteile gibt es nicht mehr, seit die Verrechnung von Verlusten eingeschränkt wurde. Verluste fallen vor allem zu Beginn eines Fonds an. Anleger, die nach dem 1o. November 2005 einen Fonds gezeichnet haben oder noch zeichnen, können Verluste generell nur noch mit späteren Gewinnen aus demselben Fonds verrechnen. Die Verrechnung der Verluste mit anderen Einkünften ist nicht mehr erlaubt.

Damit ist klar: Seit 2005 zählt nicht mehr der Steuerspargedanke, sondern allein die Rendite für eine solche Fondsinvestition.

Ausnahme Private-Equity-Fonds

Eine steuerliche Ausnahme gilt für einen Teil von Private-Equity-Fonds – nämlich dann, wenn sie als „vermögensverwaltend“ und nicht als „gewerblich“ eingestuft werden. Vermögensverwaltende Fonds investieren beispielsweise in junge, innovative, nicht an der Börse notierte Unternehmen.

Legen Anleger erst ab 2009 in solchen Fonds an, müssen sie für Gewinnausschüttungen und Veräußerungsgewinne Abgeltungsteuer zahlen. Auch Anleger, die in ­vermögensverwaltende Wertpapier- oder Kapitallebensversicherungsfonds investieren, sind ab 2009 von der Abgeltungsteuer auf Veräußerungsgewinne betroffen.

Wer sich vor 2009 beteiligt und seinen Anteil ein Jahr hält, kassiert Veräußerungsgewinne grundsätzlich steuerfrei.

Vor dem Kauf steht der Risikocheck

Guten Renditeaussichten für geschlossene Fonds stehen große unternehmerische ­Ri­siken gegenüber. Als Kommanditist einer Fondsgesellschaft haften Anleger mit ihrer Einlage für mögliche Verluste. Anleger, die sich an einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts beteiligen, haften sogar mit ihrem gesamten Privatvermögen für Verluste.

Finanztest empfiehlt, allenfalls einen sehr kleinen Teil des Vermögens in geschlossene Fonds zu investieren. Zudem sollten Anleger Anbieter und Fonds einem einfachen Risikocheck unterziehen (siehe Tabelle: Einfacher Risikocheck für geschlossene Fonds). Indizien für Gewinnaussichten sind frühere Erfolge des Anbieters, attraktive Investitionsobjekte, die bereits feststehen, sowie niedrige Verwaltungskosten.

Jeder Anleger sollte zudem die Risikohinweise im Prospekt lesen und sie sehr ernst nehmen – auch wenn der Vermittler der Geldanlage etwas anderes erzählt.

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