Laut Bundes­gerichts­hof (BGH) ist eine generelle Verkürzung der Verjährung in Verkaufs­prospekten für geschlossene Fonds unzu­lässig. Auch ein grund­sätzlicher Haftungs­ausschluss zugunsten der Prospekt­ver­antwort­lichen sei unwirk­sam (Az. II ZR 340/14).

 Da Verkaufs­prospekte für lang­jährige Beteiligungen an geschlossenen Fonds für Anleger meist die einzige Möglich­keit sind, sich über das Angebot und die wesentlichen Verträge zu informieren, müssen sie laut BGH voll­ständig und richtig sein und ein zutreffendes Bild von der Beteiligung vermitteln. Ist der Prospekt fehler­haft, haben Anleger ab Kennt­nis drei Jahre Zeit, die Prospekt­ver­antwort­lichen für Fehler haft­bar zu machen.

Diese Frist versuchen Verantwort­liche oft auf sechs Monate zu reduzieren, indem sie im Klein­gedruckten der Prospekte Klauseln aufnehmen, die die Verjährung verkürzen sollen, erklärte Rechts­anwältin Magdalena Nicola von der Münchener Kanzlei Mattil & Kollegen. Sofern in solchen Klauseln nicht ausdrück­lich die Haftung für Fälle von Vorsatz und grober Fahr­lässig­keit ausgenommen wird, seien sie unzu­lässig, urteilte der BGH.

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