Geschirr­spülpulver Test

Eine Ladung sauberes Geschirr schon ab 3 Cent – das klappt mit vielen guten Pulvern. Fünf spülen sogar besser als die besten Tabs.

Zu diesem Thema bietet test.de einen aktuel­leren Test:Geschirrspülmittel.

Tab oder Pulver für die Spül­maschine? Die meisten entscheiden sich für die bequeme Tablette. Weil sie sich um die Dosierung nicht kümmern müssen. Einfach ein Tab in die Dosierkammer geben, Programm starten, fertig. Besonders praktisch: „Multi­funk­tions­tabs“, die auch Klarspüler und Enthärter enthalten.

Geschirr­spülpulver sind umständlicher, gelten vielen als altmo­disch. Der Benutzer muss sie exakt abmessen – meist 20 Milliliter pro Spülgang – und regel­mäßig Klarspüler und Enthärtersalz in die Maschine kippen. Denn Pulver gibt es nur als reine Mono­produkte zum Reinigen – so wie Solo­tabs. Die brauchen ebenfalls separat Klarspüler und Enthärtersalz als Zusätze, damit das Geschirr strahlend sauber wird.

Das Come­back der Pulver

Geschirr­spülpulver Test

Schluck für Schluck: Der Trink­automat saugt den Tee ab. Das erzeugt hartnä­ckige Ränder. Wie werden die Pulver damit fertig?

Schluck für Schluck: Der Trink­automat saugt den Tee ab. Das erzeugt hartnä­ckige Ränder. Wie werden die Pulver damit fertig?

Bis vor rund 20 Jahren gab es nur Pulverreiniger. 1990 kamen die ersten Tabs auf den Markt und wurden dann immer besser. Heute liegen sie in der Käufergunst vorn. Der Markt­anteil der Pulver beträgt nur noch etwa ein Viertel. In vielen Geschäften suchen Verbraucher sie sogar vergeblich. Der Handel bestellt sie kaum noch. Das könnte sich nach diesem Test ändern. So gut wie jetzt waren Pulverreiniger nämlich noch nie. Von 17 einge­kauften Pulvern – viel mehr waren zu Beginn der Unter­suchung nicht auf dem Markt verfügbar – haben immerhin 14 gut abge­schnitten; domol von Ross­mann ist befriedigend. Lediglich zwei Produkte enttäuschten: das teure HK Sorella für 11 Cent pro Spülgang und das umwelt­schonende Sodasan auf Sodabasis für 8 Cent. Beide spülen nur ausreichend.

Geschirr­spülpulver Test

Exakt: Genau drei Gramm Hack­fleisch­mischung kommen auf jeden Teller.

Exakt: Genau drei Gramm Hack­fleisch­mischung kommen auf jeden Teller.

Fünf Produkte lohnen sich doppelt: Sie spülen blitz­blank und kosten wenig. Das sind alio von Aldi (Süd), K Classic Nevos von Kauf­land, Minel von Markant, AS Classic von Schle­cker – jedes für 3 Cent pro Spülgang – und Somat von Henkel für 7 Cent. Sie toppen sogar Somat 9 und fit Grüne Kraft, die Siegertabs der beiden letzten Tests (siehe „Geschirrspültabs“ aus test 03/2010 und „Phosphatfreie Geschirrspültabs“ aus 08/2010). Diese Tabs sind unver­ändert zu haben (siehe „Noch zu haben“), kosten aber mit 23 und 12 Cent pro Spülgang deutlich mehr als die guten Handels­marken dieser Unter­suchung. Mit ihnen wird eine Ladung schmutziges Geschirr schon ab 3 Cent sauber. Güns­tiger geht es nicht. Einge­rechnet der Kosten für Enthärter und Klarspüler (1 bis 1,5 Cent), lassen sich mit den besten Pulvern bis zu knapp 19 Cent pro Ladung sparen. Bei 280 Spülgängen im Jahr ergibt das eine Ersparnis von rund 50 Euro.

Geschirr­spülpulver Test

Gestapelt: Vor dem Spülen müssen die Teller mit dem einge­brannten Belag ruhen.

Gestapelt: Vor dem Spülen müssen die Teller mit dem einge­brannten Belag ruhen.

Seit mehr als zehn Jahren standen Pulverreiniger bei uns nicht mehr auf dem Test­programm. Um fest­zustellen, was sie heute in Konkurrenz zu Solo- und Multi­funk­tions­tabs leisten, haben wir sie unter den gleichen Bedingungen, mit dem gleichen Geschirr und mit den gleichen Verschmut­zungen geprüft, auch nach den gleichen Maßstäben bewertet. So lassen sich die Ergeb­nisse gut miteinander vergleichen.

Der effizienteste Spülgang ist üblicher­weise ein 50-Grad-Programm. Darauf sind die Reiniger auch spezialisiert, was sich an mehr als 15 000 Tellern, Tassen, Gläsern und Besteck zeigte. Alle Teile waren mit jeder Menge üblen Speiseresten verschmutzt: verkrustetes Hack­fleisch, einge­trock­nete Speise­stärke und Ei, Teer­änder, Haferflocken, angetrock­nete Milchhaut. Das ist eine harte Prüfung. Sie zeigt, auf welche Produkte sich der Verbraucher auch unter ungüns­tigen Bedingungen verlassen kann.

Alio, Nevos und Minel am besten

Die stärkste Spül­kraft bieten alio von Aldi (Süd), K Classic Nevos von Kauf­land und Minel von Markant. Damit kommt das Geschirr blitz­blank geputzt aus dem Spüler. Für die Reinigung heißt es bei ihnen: sehr gut. Weniger kraft­voll sind fit, domol von Ross­mann und HK Sorella. Domol spült insgesamt nur mittel­mäßig. Fit ignoriert häufig Reste von Tee, Ei, Stärke und Haferflocken. Sorella putzt am liebsten Tee und Milch weg; anderen Schmutz jedoch lässt es allzu oft auf den Geschirr­teilen zurück.

Sodasan spült am schlechtesten

Noch schlechter als Sorella reinigt Sodasan. Damit gespülte Teller und Tassen kamen fast so dreckig aus der Maschine, wie die Tester sie hinein­gestellt hatten. Lagert das Pulver längere Zeit in der feucht­warmen Küche, lässt die Spül­kraft noch weiter nach.

Sodasan enthält weder Phosphate noch schmutzlösende Enzyme. Das schont die Umwelt – Phosphate führen zur Über­düngung der Gewässer –, aber auch den Schmutz. Nach­haltig ist das nicht. Bleibt das Geschirr dreckig, wird Nach­spülen nötig. Und das belastet ebenfalls die Umwelt – und die Nerven der Benutzer auch. Sind dann phosphatfreie Tabs die Lösung? Bisher eher nicht. Im Test vergangenen August war der Solo­tab fit Grüne Kraft das einzige Ökoprodukt, das mit phosphathaltigen Tabletten konkurrieren konnte.

Doch mach­bar ist es, über­zeugende sanfte Pulverrezepturen herzu­stellen. Das phosphatfreie Claro Classic aus Österreich schnitt bei unseren Kollegen vom Verein für Konsumenten­information gut ab. Es putzt den Schmutz tatsäch­lich weg. Das sollte Schule machen. Denn „grünen“ Reinigern gehört die Zukunft. Viele Staaten verzichten bereits auf Phosphate in Geschirr­spül­mitteln oder planen es – das ist dann kein Problem, solange vorwiegend weiches Wasser aus der Hausleitung kommt.

Bei uns dagegen sind Phosphate wichtig gegen Kalkbeläge. Sie unterstützen die Enthärtungs­anlage der Maschine, die für kalk­armes, weiches Spül­wasser sorgt. Sonst setzen sich die für die Härte verantwort­lichen Kalzium- und Magnesiumionen aus dem Leitungs­wasser als weiß­liche Schicht auf dem Geschirr ab. Auch in diesem Punkt hat das phosphatfreie Sodasan wenig zu bieten. Nach 30 Spül­zyklen verunzierten häss­liche Kalk­schichten besonders Gläser, Edelstahl­besteck und Plastikteile.

Erfolg­reich gegen Kalk mit fit

Die anderen Pulver sind da um Klassen besser, allen voran fit. Damit strahlten Teller, Tassen und Gläser um die Wette – von unlieb­samen Belägen keine Spur. Kalkbeläge lassen sich übrigens mit einem feuchten Tuch und etwas Zitronensäure abputzen, auch von Gläsern. Klappt das nicht, handelt es sich eher um Materialschäden, sogenannte Glaskorrosion. Das sind klitze­kleine Verletzungen der sensiblen Glas­struktur, die als milchige Trübungen oder Schil­lern ins Auge fallen. Sie sind irreparabel, traten bei dieser Unter­suchung aber kaum auf.

Einge­trock­nete Wasser­flecken, wie sie bei Multi­funk­tions­tabs öfter zurück­bleiben, sind mit Solo­pulvern und -tabs kein Thema. Voraus­gesetzt, im Vorrats­behälter der Maschine steht immer genügend Klarspüler bereit. Mit Pulvern hat der Verbraucher eben den besseren Durch­blick.

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