So haben wir getestet

Im Test: 14 Multi­geschirr­spültabs. Zwei Produkte haben die gleiche Rezeptur. Die Tabs kauf­ten wir im Mai 2019 ein. Die Preise ermittelten wir bei den Anbietern im November und Dezember 2019.

Reinigen: 30 %

Im Labor beschmutzten wir Geschirr, Glas sowie Edelstahl­bleche – mit Tee, angebrannter Milchhaut, Hack­fleisch, Eigelb, Crème brûlée, Ei-Käse-Auflauf, Lasagne, Pasta, Cerealien, Stärke oder Fett. Wir spülten das schmutzige Geschirr bei 45 Grad Celsius und einer Wasser­härte von 21 Grad in einem Geschirr­spüler. Zwei Fachleute haben nach jedem Spülgang alle Teile visuell abge­mustert, zum Teil vorher und nachher gewogen.

Wir prüften Reinigen in Anlehnung an die Empfehlungen des Industrie­verbandes Körper­pflege- und Wasch­mittel (IKW) zur Qualitäts­bewertung Maschinen­geschirr­spül­mittel (SÖFW-Journal, 142, 6–2016, 34ff.)

Klarspülen: 15 %

Wir spülten bei einer Temperatur von 50 Grad Celsius mehrere Glas­arten, Besteck, Kunststoff und Porzellan mit 21 Grad hartem Wasser. Anschließend beur­teilten zwei Fachleute unter künst­lichem Tages­licht, ob Wasser­flecken, Beläge oder trübe Filme auf dem Geschirr zurück­geblieben waren.

Kalkbeläge verhindern (Salz­funk­tion): 15 %

Bei einer Temperatur von 65 Grad Celsius und einer Wasser­härte von 21 Grad deutscher Härte spülten wir 30-mal in einer Geschirr­spül­maschine verschiedene Glas­arten, Besteck, Kunststoff und Porzellan. Danach bewerteten zwei Fachleute unter künst­lichem Tages­licht die Kalk­rückstände.

Trocknen: 15 %

Wir spülten mehrere Glas­arten, Besteck, Kunststoff und Porzellan mit 50 Grad Celsius warmem Wasser und einer Wasser­härte von 21 Grad. Nach Spülende blieb die Maschine 30 Minuten geschlossen. Die Trock­nungs­leistung beur­teilten wir anhand der Anzahl der Wasser­tropfen auf dem Geschirr.

Die Prüfung wurde in Anlehnung an DIN EN 50242 durch­geführt (siehe Drying performance of automatic dish detergents: 53. Sepawa Kongress 2006, Würzburg).

Materialschonung: 10 %

Bei einer Temperatur von 65 Grad Celsius spülten wir verschiedene Glasarten, Edelstahlbesteck, Teile mit Aufglasurdekoren sowie Kunststoff insgesamt 300 Mal. Die ersten 150 Zyklen spülten wir bei einer Wasser­härte von 0 bis 1 Grad, die restlichen bei 21 Grad. Zwei Silberbestecke wurden jeweils 100 Mal mitgespült. Bei jedem Spülgang fügten wir ein Gemisch aus Ketchup, Bratensoße, Senf, Kartoffel­stärke, Eigelb, Milch und Margarine als Test­schmutz hinzu. Zwischen den Spülgängen öffneten wir für 30 Minuten die Gerätetür zum Abkühlen. Zwei Fachleute beur­teilten visuell, ob das Geschirr­gut beschädigt war. Spezielle Vorkomm­nisse, etwa extreme Beläge in der Maschine, bewerteten wir.

Umwelt­eigenschaften: 10 %

Ein Experte ermittelte, wie viel Wasser erforderlich ist, um problematische Stoffe in Reinigern so stark zu verdünnen, dass sie gegen­über Wasser­organismen nicht mehr toxisch wirken. Je mehr Wasser nötig ist, desto größer die Gewässerbelastung. Mit einer Modell­rechnung ermittelten wir, in welchem Maße einzelne Inhalts­stoffe Wasser­organismen gefährden können. Wir analysierten und bewerteten die Menge der Silber­schutz­mittel Benzotriazol und Methyl­benzotriazol und den Verpackungs­aufwand pro Spülgang.

Die Beur­teilung der ökologischen Eigenschaften wurde auf Basis der Einzelt­stoff­bewertung mit Hilfe des „Expositions-Wirkungs-Modells“ durch­geführt. Ergänzend erfolgte eine vergleichende Bewertung der Gesamt­formulierung gemäß der Entscheidung der Europäischen Kommis­sion zur Vergabe des EU-Umwelt­zeichens für Maschinen­geschirr­spül­mittel 2017/1216 auf der Basis der vom Haupt­ausschuss Detergenzien (HAD) über­arbeiteten DID-Liste (Die HAD-Liste ist veröffent­licht im Internet­auftritt der Gesellschaft Deutscher Chemiker).

Nutzerfreundlich­keit der Verpackung: 5 %

Drei geschulte Prüf­personen beur­teilten, wie sich die Verpackungen öffnen und wieder schließen lassen, ob die Anwendungs­hinweise verständlich sind sowie die Lesbarkeit der Schrift. Die Füll­menge gibt an, ob die Verpackung mehr Inhalt suggeriert, als in ihr enthalten ist.

Abwertungen

Abwertungen bewirken, dass sich Produktmängel verstärkt auf das test-Qualitäts­urteil auswirken. Sie sind in der Tabelle mit einem Stern­chen *) gekenn­zeichnet. Folgende Abwertungen haben wir einge­setzt: Bewerteten wir Reinigen mit Ausreichend, konnte das test-Qualitäts­urteil nicht besser sein. Beur­teilten wir die Schonung von Glas mit Ausreichend, konnte die Materialschonung nicht besser sein. Bei einem mangelhaften Urteil für Schonung von Silber oder für spezielle Vorkomm­nisse konnten die Materialschonung und das test-Qualitäts­urteil nicht besser sein. Waren Umwelt­eigenschaften ausreichend, konnte das test-Qualitäts­urteil nur eine Note besser sein. War das Urteil für die Füll­menge ausreichend, konnte die Nutzerfreundlich­keit der Verpackung nur eine halbe Note besser sein.

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