Geschirr­spül­mittel Test

Werbung mit Superlativen. Trotz aller Versprechungen – im Test zeigen Multitabs oft Schwächen.

Anbieter bewerben ihre Multitabs gern als Alleskönner. Enthalten sie doch Reiniger, Klarspüler, Wasser­enthärter und viele weitere Zusätze. Nach mehr als 8 400 Spül­stunden im Test­labor steht fest: Einige Multitabs zeigen deutliche Schwächen, auch bekannte Marken­produkte. Sie hinterlassen Schmutz oder auch Kalk auf dem Geschirr. Acht von 14 Produkten sind gut. Viele davon gibts preis­wert für 7 bis 9 Cent pro Tab beim Discounter oder Drogeriemarkt. Der Testsieger-Tab kostet jedoch 20 Cent.

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TestGeschirr­spül­mittel17.08.2017
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Neue Rezepturen ohne Phosphate

Im Test befand sich eine neue Generation Multitabs − ohne gewässerbelastende Phosphate. Die Anbieter setzen wegen einer EU-Verordnung spätestens seit dem 1. Januar 2017 vor allem auf biologisch leicht abbaubare Substanzen, um Kalkbeläge zu verhindern. Einige Ersatz­stoffe sind teuer, werden deshalb nicht immer in ausreichend hoher Menge einge­setzt. Güns­tigere sind oft weniger leistungs­stark. Hinzu kommt: Wie in einem Kuchen müssen alle Inhalts­stoffe der Rezeptur fein aufeinander abge­stimmt sein, damit das Resultat stimmt.

5 200 Geschirr­teile ange­schmutzt

Unsere Prüfer haben für den Test mehr als 5 000 Tassen, Teller und Gläser ange­schmutzt. Sie mischten Hack­fleisch und Ei, verstrichen die Masse auf Tellern, ebenso Crème brûlée, Pasta oder Ei-Käse-Auflauf. Eigelb pinselten sie auf Bleche und produzierten Milchhaut in der Mikrowelle. Auto­maten schlürften schluck­weise Tee aus Tassen, damit Teer­änder entstehen. Das Geschirr räumten die Tester in die Maschine, nach jedem Spülgang begut­achteten sie Schmutzreste. In weiteren Prüfungen beur­teilten sie Beläge und Glasschäden, kontrollierten Bestecke und zählten Tausende Wasser­tropfen.

Somat mit Top...

Im Test mussten zwei Produkte der Marke Somat zeigen, wie sauber sie spülen. Selbst nach 30 Spülgängen hinter­einander kommen mit dem einen Somat-Tab gespülte Gläser klar und wie neu aus der Maschine. Entscheidend dafür ist: Das Mittel verhindert Kalkbeläge besonders wirk­sam. Es glänzt als Einziges auch in allen anderen Disziplinen. Reinigen und Klarspülen sind gut, Trocknen und Materialschonung ebenso. Belohnung für dieses über­zeugende Ergebnis: der Testsieg.

...und Flop

Das zweite, kaum güns­tigere Somat-Produkt im Test hingegen präsentiert sich schwach. Nach dem Spülen im Prüf­labor kleben noch deutliche Spuren von Hack­fleisch, Eigelb, Pasta und Lasagne an den Tellern. Gläser und Tassen bleiben schmutzig. Für Verbraucher sind die riesigen Unterschiede in der Reinigungs­leistung der beiden Somat-Produkte nicht zu erkennen. Im Gegen­teil: Firma Henkel verspricht auf der Packung des schlechten Somat-Tabs „perfekt sauberes und glänzendes Geschirr“. Das stimmt definitiv nicht, wie die Test­ergeb­nisse zeigen. Auch andere, teure Marken­produkte liefern im Test nicht unbe­dingt hohe Qualität.

Neun Tabs stark gegen Teer­änder

Viele Mittel listen die Wirkung gegen Teeflecken als eine ihrer besonderen Eigenschaften auf. Teetrinker wissen, wie schwierig es ist, die durch das Getränk verursachten Verfärbungen in Tassen wieder loszuwerden. Neun Tabs schaffen das gut, fünf Mittel dagegen schlecht.

Tipp: Achten Sie in unserer Tabelle auf die Wirkung gegen Tee. Die Guten bekämpfen die Verfärbungen mit ihren Bleich­mitteln sogar im 45-Grad-Energiespar­programm erfolg­reich.

Schmutz­knacker gegen Hartnä­ckiges

Angetrock­nete Milchhaut und Hack­fleisch­reste, Nudel- und Eierspeisen sind typische Verschmut­zungen, die im Alltag Kummer bereiten. Nicht jeder Reiniger kommt damit klar – auch wenn der Hersteller zum Beispiel mit Power-Reinigung wirbt. Was tatsäch­lich hilft, sind schmutz­knackende Enzyme in ausreichender Menge und hoher Qualität. Am besten entfernt ein Drogeriemarkt-Tab „selbst hartnä­ckige Verschmut­zungen“.

Tipp: Weichen Sie Pfannen oder Auflaufformen mit Angebranntem einige Zeit in Wasser mit einem Spritzer Hand­geschirr­spül­mittel ein. Dann sitzt der Schmutz oft so locker, dass er sich im Hand­abwasch mit Schwamm leicht beseitigen lässt. Das spart viel Platz in der Maschine.

Für klare Aussichten

Auf Gläsern und Beste­cken sehen Flecken und Schlieren häss­lich aus. Multitabs werben mit „Edelstahl­glanz“ oder „Glanz ohne Flecken“. Damit das Wasser schnell von Gläsern, Besteck und Geschirr abfließen kann, müssen am Ende des Spülgangs noch genügend Tenside vorhanden sein. Klare Sache vor allem für den Testsieger sowie einige Tabs von Discounter- und Drogeriemarkt­ketten.

Tipp: Achten Sie beim Einräumen der Gläser darauf, dass sie in der Maschine möglichst frei und schräg genug stehen. Sonst bleiben an Kontakt­stellen und in Vertiefungen der Gläser Wasser­reste zurück.

Leichte Beläge trüben das Bild

Weiches Spül­wasser sorgt dafür, dass sich kein Kalk aufs Geschirr nieder­schlägt. Laut Werbung funk­tionieren Multitabs bis zu einer Wasser­härte von 21 Grad − ohne zusätzliches Regeneriersalz und die Enthärtungs­anlage des Spülers. Nur wenige Tabs wirken hier gut. Das mangelhafte Blink 13 in 1 von Müller lässt Geschirr, Gläser und selbst den Maschineninnenraum besonders blass aussehen. Weiße Kalk­schichten verunzieren die Oberflächen.

Tipp: Leichte Beläge können Sie oft mit Zitronensäure abreiben. Tritt das Problem häufiger auf, sollten Sie Regeneriersalz einfüllen und die Enthärtungs­anlage Ihres Geschirr­spülers nutzen. Dann können Sie auch zu guten Pulvern oder Solo­tabs plus Regeneriersalz und Klarspüler greifen. Das ist allemal besser als ein schwächelnder Multitab mit voll­mundiger Werbung.

Multitab, Solo­tab, Pulver – wir haben alle getestet

Gute Multitabs spülen sauber. Pulver plus Klarspüler und Regeneriersalz ergänzen die Spül­maschinen­technik allerdings oft am besten. Auch Pulver und Monotabs haben wir getestet.

Multitabs – die bequeme Lösung. Sie sollen alles in einem leisten − reinigen, klarspülen, trocknen und Wasser enthärten. Nicht immer gelingt das gut. Zudem gelangt auch bei wenig Schmutz oder weichem Wasser die volle Dosis Chemie ins Abwasser. Ab einer Wasser­härte von 21 Grad brauchen Sie zusätzlich Regeneriersalz.

Pulver, Salz, Klarspüler – die optimale Kombination. Pulver löst sich schnell auf und lässt sich flexibel dosieren. Die Solo­pulver benötigen zusätzlich Klarspüler und Regeneriersalz – beides müssen Sie getrennt in die Maschine füllen. Salz ist wichtig, damit die Enthärtungs­anlage der Spül­maschine arbeiten kann und Kalkbeläge auf Geschirr verhindert. Fragen Sie Ihr Wasser­werk, wie hart Ihr Leitungs­wasser ist und stellen Sie Ihre Maschine gemäß Anleitung ein. Dann wirken die Bausteine optimal: Das Pulver reinigt, die Maschine enthärtet und gibt Klarspüler gezielt am Ende des Spülgangs hinzu. Viel Geld sparen lässt sich dadurch nicht. Die Kombi aus Pulver und Klarspüler kostet oft ähnlich viel wie ein güns­tiger Multitab (Test Pulver und Monotabs).

Mono­tabs – die einfache Alternative. Solo­tabs müssen Sie ebenfalls mit Klarspüler und Salz kombinieren. Die Tabs sind bequem, lassen sich aber nicht so flexibel dosieren wie Pulver. Einige lösen sich zudem im Kurz­spül­programm nicht voll­ständig auf (Test Pulver und Monotabs).

Mehr Antworten. Antwort auf weitere Fragen rund ums Thema Geschirr­spülen finden Sie in unserem FAQ Geschirrspüler & Geschirrspülmittel.

Nutzer­kommentare, die vor dem 26. Juli 2017 gepostet wurden, beziehen sich auf die Vorgänger­unter­suchung aus test 5/2015.

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