Geschirrspüler (integrierbar) Test

Die alte Spülmaschine hat schlappgemacht und eine Reparatur lohnt nicht mehr? Dann muss eine neue her. Wer jetzt Spitzentechnik will, braucht einen gut gefüllten Geldbeutel. Die besten Einbaugeräte kosten um die 1 000 Euro.

Stapelweise dreckiges Geschirr und kein sauberes Glas mehr im Schrank. Da gibt es nur zwei Alternativen: entweder den Abwaschlappen schwingen oder die Spülmaschine anschmeißen. Keine Frage, Letzteres ist viel bequemer, aber entgegen hartnäckigen Vorurteilen auch hygienischer, außerdem wasser- und stromsparender.

Erst kürzlich hat die erste europäische Spülstudie an der Universität Bonn die Überlegenheit des maschinellen Abwaschs gezeigt: Während der Mensch im Schnitt 88 Liter Wasser und 2,4 Kilowattstunden Strom benötigt, um 140 verdreckte Geschirrteile (nicht immer appetitlich sauber) abzuwaschen, ist die Maschine gründlicher, kommt mit rund 70 Liter weniger Wasser und etwa der Hälfte Energie aus. Das überzeugt.

Weniger überzeugend ist für viele allerdings der Preis, den sie für die Überlegenheit der Maschine bezahlen sollen. Für die zwölf Einbaugeräte dieser Untersuchung (60 Zentimeter breit, für zwölf Maßgedecke) zahlten wir zwischen 500 und 1 100 Euro, ohne Montage und Türverkleidung. Solche Maschinen stehen unter der Arbeitsplatte und verschwinden ganz elegant hinter einer Dekorfront des Küchenmöbels. Sichtbar bleibt nur die Bedienblende.

Seit 1999 müssen auch Geschirrspülmaschinen mit dem Energielabel versehen sein – zur schnellen Orientierung für den Kunden. Darauf finden sich Angaben des Herstellers zum Energie- und Wasserverbrauch, wie gut das Geschirr gereinigt und getrocknet wird. Gekennzeichnet wird mit den Buchstaben A (für die beste Leistung) bis G (für die schlechteste). D bis G kommt beim Stromverbrauch aber praktisch nicht mehr vor. Solche Geräte sind out und im test-Spülwettbewerb gar nicht erst angetreten.

Die Teuren sind die Besten

Geschirrspüler (integrierbar) Test

Schüssel mit An­gebranntem: Ins Intensivprogramm.

Drei Mal A für Energieverbrauch, Reinigungswirkung und Trocknung ist das Beste, was eine Maschine zieren kann. Sie erreicht es nur mit technischen Finessen wie spezieller Pumpentechnik, ausgeklügelter Wasserführung und ausgefeilter Programmgestaltung.

Das geht natürlich ins Geld. Für die sechs Testgeräte mit dreifachem A muss der Kunde 900 bis 1 100 Euro hinblättern. B- und C-Modelle sind billiger. Otto Hanseatic und Indesit mit einem C für den Stromverbrauch kosten zum Beispiel nur rund die Hälfte. Doch es lohnt sich, mehr auszugeben. Die teuren A-Modelle zeigten sich bis auf Bauknecht GSIP 6988 (test-Qualitätsur­teil „befriedigend“) alle von ihrer „guten“ Seite, besonders Bosch SGI 5922, Neff SI 755 B und Siemens SE 55292. Sie befördern die Essensreste am besten in den Orkus, hinterlassen strahlend sauberes und trockenes Geschirr. Dafür wurden die drei als Einzige mit einem „Sehr gut“ in der Funktion belohnt. Weiteres Plus: Ihre neuen Ge­schirrkörbe mit umklappbaren und verstellbaren Stacheln sind sehr praktisch und variabel. Selbst langstielige Wein- und Sektgläser passen problemlos hinein, ohne zu kippen oder irgendwo anzuschlagen.

Auch die Miele-Maschine reinigt und trocknet „sehr gut“, jedenfalls im Vergleichsprogramm. Das ist das Programm, das die Angaben auf dem Energielabel erfüllt. Von Maschine zu Maschine kann das ein anderes sein und auch anders heißen. In der Regel handelt es sich um ein 50-Grad-Programm, das mit besonders wenig Strom und Wasser auskommt. Die sparsamsten Geräte zapfen gerade mal 13 bis rund 15 Liter Wasser und knapp 1,2 Kilowattstunden Strom ab. Damit die Sauberkeit unter dieser Knappheit nicht leidet, dauert das Vergleichsprogramm am längsten. Die Zeit spielt für das Energielabel nämlich keine Rolle. Und so muss man bis zu annähernd drei Stunden geduldig auf das Ende warten – eine echte Zumutung.

Einziger Trost: Andere Programme sind fixer. Der Intensivspülgang für besonders dreckiges Geschirr beispielsweise ist meist in weniger als 120 Minuten fertig. Angebrannte Töpfe und Pfannen werden in dieser Zeit mit mehr Hitze und extra mit Zwischenspülgängen konfrontiert. Das erhöht den Strom- und Wasserverbrauch fast immer erheblich. Was akzeptabel ist, wenn starke Verschmutzungen dann auch tatsächlich verschwinden und alles blitzblank wird.

Nicht zeitgemäß

Das ist aber nicht immer der Fall. Ariston und Indesit kommen verkrusteten Lasagneresten und angebranntem Hackfleisch schlecht bei. Hier blieb auf dem gespülten Geschirr wesentlich mehr Schmutz zurück als in den anderen Spülmaschinen – nicht nur in den besonders dreckigen Töpfen und Pfannen, sondern auch auf den normal verschmutzten Tellern und Tassen. Aufgewühlte Schmutzpartikel aus dem dreckigen Spülwasser blieben dort haften. Diese beiden billigen Geräte sind auch auf anderen Gebieten nicht zeitgemäß. Sie verbrauchen viel Salz für die Enthärteranlage, weil sie automatisch nach jedem Spülgang enthärten, egal ob erforderlich oder nicht. Das belastet Geldbeutel und Gewässer. Indesit mit exorbitanten 55 Gramm pro Spülgang hinkt den technischen Möglichkeiten besonders weit hinterher. Die Enthärteranlage lässt sich gar nicht auf die örtliche Wasserhärte einstellen und sie hat nicht einmal eine Nachfüllanzeige. Außerdem ist der Wasserzulauf nicht wie üblich zweifach ummantelt, sondern nur einfach. Ein Sicherheitsrisiko, denn platzt der Schlauch, hält nichts mehr die Überschwemmung auf.

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