Geschirr­spüler im Test

Was das Energielabel aussagt

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Jeder Geschirrspüler muss im Geschäft mit einem Energielabel versehen sein. Es informiert auf einen Blick über die wichtigsten tech­nischen Daten. Hier lesen Sie, was diese Zahlen bedeuten.

Geschirr­spüler im Test Testergebnisse für 56 Geschirr­spüler

Energielabel für Geschirr­spüler EU-weit gleich

In der Europäischen Union müssen Geschirr­spüler einen Strom­ausweis mitführen. Er heißt EU-Energielabel. Das einheitliche Etikett informiert über die wichtigsten Verbrauchs­daten. Es basiert auf Verordnungen der Europäischen Kommis­sion. Sie gelten für alle EU-Mitglieder. Im Mittel­punkt stehen die Verbrauchs­werte für Strom und Wasser. Kunden sollen auf einen Blick erkennen, ob sie einen Sparfuchs oder einen Verschwender vor sich haben.

Neues Energielabel für Geschirr­spüler

Geschirr­spüler im Test - Die Besten sind spar­sam und robust
© Europäische Kommission

Seit dem 1. März 2021 müssen Geschirr­spüler und andere Haus­halts­geräte in der Europäischen Union ein neues Energielabel tragen. Es sieht dem alten Label ähnlich, einige wichtige Details ändern sich aber. So verschwinden die Energieeffizienz­klassen A+++, A++ und A+. Die Skala reicht wie zu ihrer Einführung von A bis G.

Geschirr­spüler der früheren Spitzenklassen A+++ und A++ tragen nach dem neuen Label über­wiegend die Klasse B oder C, teil­weise sogar D oder E. Schlechter geworden sind die Geräte damit natürlich nicht. Von den 2021 geprüften Modellen mit neuem Label hat es keins in die beste Effizienz­klasse A geschafft. Die EU will die Hersteller dadurch ermuntern, noch spar­samere, energieeffizientere Geschirr­spüler zu bauen.

Label­farben von Grün bis Rot

Sieben Farbbalken kenn­zeichnen die Effizienz­klassen der Geschirr­spüler. A steht für einen sehr geringen Strom­verbrauch, G für einen sehr hohen. Auf dem alten Energielabel waren A+++-Geräte die spar­samsten, und D-Geräte verbrauchten besonders viel Energie. Die Farb­skala reicht von Dunkelgrün für die spar­samsten Geräte bis Tief­rot für die absoluten Verschwender.

Wasser und Strom, Dauer und Lärm

Der angegebene Wasser- und Strom­verbrauch bezieht sich auf das Spar­programm „Eco“, das jeder Geschirr­spüler haben muss. Dabei gibt das Energielabel den Wasser­verbrauch pro einzelnem Spülgang an, den Strom­verbrauch pro 100 Spülgänge. Die maximale Beladung bezieht sich auf die Anzahl der Maßgedecke. Zudem sagt das Energielabel, wie lange das „Eco“-Programm dauert. Den Lärmpegel beim Spülen gibt das Label in Dezibel an und sortiert jedes Gerät zusätzlich in eine Lärm­emissions­klasse ein − von A für besonders leise Geräte bis D für besonders laute.

Wie die Werte zustande kommen

Die Label-Verordnungen aus Brüssel schreiben Norm­prüfungen und Rechenformeln vor. Damit müssen die Geräte­hersteller arbeiten. Auch die Stiftung Warentest benutzt die Vorgaben häufig bei den Tests. Wie viel der einzelne Geschirr­spüler im Alltag tatsäch­lich verbraucht oder wie laut er ist, hängt aber stark von der individuellen Nutzung ab. Daher berechnet die Stiftung Warentest die Betriebs­kosten – anders als das Energielabel – nicht nur mit dem Spar-, sondern auch mit den Auto­matik- und Kurz­programmen. Für jeden Spüler mit 3 640 Gedecken pro Jahr, damit die Ergeb­nisse vergleich­bar sind.

Ohne Label keine Werbung

Das Label muss im Geschäft gut sicht­bar außen am Gerät kleben. Es reicht nicht, es einfach in die Gebrauchs­anleitung oder ins Gerät zu legen. Ohne Labelklasse dürfen Händler auch nicht für den Geschirr­spüler werben. Ob Prospekte, Anzeigen, Onlineshops: Wenn Preis oder tech­nische Infos beim Produkt stehen, muss auch die Effizienz­klasse dabei­stehen.

Geschirr­spüler im Test Testergebnisse für 56 Geschirr­spüler

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Nutzer­kommentare können sich auf einen früheren Stand oder einen älteren Test beziehen.

greenkeeper22 am 06.01.2023 um 13:21 Uhr
ECO-Programm: längere Laufzeit=mehr Verschleiss?

Hallo Stiftung Warentest,
ich bin großer Fan des Eco-Programmes.
Nun stelle ich mir als Nicht-Ingeneur die Frage: führt die Nutzung des ECO-Programmes durch längere Programmlaufzeiten nicht zwangsläugig zu einer höheren Beanspruchung der Maschine und damit zwingend zu einem schnelleren Defekt?
ECO führt ja oft mindestens zu einer doppelten Laufzeit, also nicht unerheblich..
Wenn dem so sein sollte, müsste man doch in die Total Cost of Owership Rechnung neben den Strom- und Wassereinsparung bei ECO einen größeren Verschleiss gegenrechnen.
Das könnte u.U. sogar gesamtwirtschaftlich heißen, dass es besser ist, eben nicht das ECO Programm zu nutzen?
Eine Bekannte erwarb neulich eine neue Miele Spülmaschine, die vom Fachhandel eingebaut wurde. Der Tipp des Monteuers verwundert: immer mit der höchsten Temperatur spülen und nicht im ECO-Programm (?!)
Können Sie einen höheren Verschleiss im ECO bestätigen und welchen Anteil hat das ECO-Programm am Dauertest?

Profilbild Stiftung_Warentest am 29.12.2022 um 13:29 Uhr
Bewertung der Geräusche der Geschirrspüler

@Jan.Novak: Für die Bewertung der Geschirrspüler spielt die Reinigungsleistung die größte Rolle und geht mit insgesamt 55% in die Ermittlung des test-Qualitätsurteils ein, wobei Sie in der Tabelle eine detaillierte Darstellung der Ergebnisse für Sparprogramm, Automatikprogramm und Kurzprogramm finden. Dagegen gehen die Geräusche mit 10% in das test-Qualitätsurteil ein.
Aus vielen Rückmeldungen unserer Leserinnen und Leser ist deutlich, dass für sie die Betriebsgeräusche der Geschirrspüler ein wichtiger Aspekt sind.
Unsere Darstellung ermöglicht Ihnen in jedem Fall, die Geräte nach den für Sie relevanten Aspekten auszusuchen.

Jan.Novak am 29.12.2022 um 08:48 Uhr
Was ist denn das für ein Test?

Wozu kauft man ein Spülmaschine?
Um Geräusche zu machen, oder eine tolle hanhabung?
Wie kann denn die Gewichtung der Geräusch fast ebensoviel ausmachen wie das Ẁaschergebnis? Völlig verdrehte Welt!!!
Ich suche eine Maschine, die vor allem eins macht: gut waschen!!!

Profilbild Stiftung_Warentest am 23.11.2022 um 13:16 Uhr
Reparaturkosten

@paulclaudia: Vielen Dank für den Hinweis und auch für die Anregung, die Kosten für Reparaturen stärker in Fokus zu nehmen.
Die Stiftung Warentest befasst sich seit vielen Jahren mit der Reparierbarkeit von Elektrogeräten. Beispielsweise haben wir im Jahr 2018 eine Untersuchung zur Reparierbarkeit durchgeführt, die Ergebnisse finden Sie unter dem Stichwort "Wann sich eine Reparatur lohnt". Ein Schwerpunkt dieser Untersuch waren Geschirrspülmaschinen (Test 11/2018).
Eine nicht-repräsentative Umfrage (Stichwort Reparatur-Umfrage) der Stiftung Warentest mit mehr als 10 000 Teilnehmern aus dem Jahr 2020 zeigte zudem, dass weniger als die Hälfte der Reparatur­versuche klappte. Dabei gab es aber große Unterschiede zwischen einzelnen Produkt­gruppen. Bei vielen Defekten scheiterte eine Reparatur am Preis.

paulclaudia am 22.11.2022 um 12:57 Uhr
Kosten Reparatur

Hallo, als Entscheidungsgrundlage für eine Spülmaschine sollten auch die Kosten der gängigsten auftretenen Reparaturen zur Information mit aufgeführt werden.
Ich habe aktuell eine Siemens SN46L500EU/45 mit defekter Umwälzpumpe(2 in 1 Pumpe?), mit einem Kostenvoranschlag von 420 €.
Für mich ist das ungewöhnlich viel.
Freundliche Grüße
LP