Geschirrspüler Schnelltest

Einbau-Geschirrspüler Bosch SMV65T20EU mit Zeolith-Trocknungssystem. Preis: 1550 Euro.

Erfindergeist ist gefragt, wenn sich Hersteller von Geschirr­spül­maschinen noch einen Vorteil vor Mitbewerbern sichern wollen: Die Firma Bosch hat jetzt einen Geschirr­spüler mit einem neuen Trocknungs­system auf den Markt gebracht. Das Gerät spart Wasser und Strom.

Neues Trocknungssystem per Mineral

Der Wasserverbrauch von Geschirrspülmaschinen hat sich in den vergangenen 30 Jahren von rund 50 Litern auf heute kaum noch 15 Liter je Durchgang verringert. Auch beim Energieverbrauch zeigen sich die modernen Spülhilfen als ausge­sprochen knauserig, die Werte liegen heute um knapp die Hälfte unter denen von 1980. Bosch versucht nun, mit einem neuen wartungsfreien Zeolith-Trocknungssystem noch sparsamer zu spülen. Zeolith ist ein umweltverträgliches Aluminosilikat-Mineral, das Feuchtigkeit und Wärme­energie speichern und wieder abgeben kann.

Funktionsweise

Das Mineral ist im Geschirrspüler in einem Behälter enthalten. Bosch erläutert, dass im Reini­gungsgang die Wärmeenergie zum Trocknen des Minerals und zum Aufheizen des Spülwassers genutzt wird. Im Trockengang wird die Feuchtigkeit aus dem Spülraum im Mineral gespeichert und Wärmeenergie freigesetzt, die den Trocknungsprozess der Geschirrteile unterstützt. Das soll zur Energieeinsparung beitragen.

Leise, sauber, trocken

Das sehr leise laufende Gerät reini­gte das Geschirr im Test bei Verwendung von Monotabs im Energiesparprogramm „sehr gut“ und trocknete es auch „sehr gut“. Die Trocknung erfolgt nach unseren Messungen bei etwas geringerer Temperatur, die Geschirrteile sind nach Programmende deshalb nicht so warm. Kunststoffge­schirr wird in herkömmlichen Geschirrspülern oft nicht richtig trocken oder fleckig. Das kann der Zeolith-Bosch besser. Insgesamt zieht er mit dem Bosch SGV09T33EU gleich, der sich im Test vom April 2008 als einer der besten Geschirrspüler erwies.

Weniger Energie, mehr Geschirr

Gleichzeitig sank der Stromverbrauch im Energiesparprogramm um satte 21 Prozent von 1,07 auf 0,85 Kilowattstunden, der Wasserverbrauch verringerte sich von 12,4 auf 11,1 Liter. Das ist bemerkenswert, weil die Maschine durch konstruktive Änderungen jetzt mit 13 statt mit 12 Maßgedecken beladen werden kann. Im Vergleich zum Vormodell von Bosch werden bei einer angenommenen Lebensdauer von 15 Jahren Stromkosten in Höhe von 135 Euro gespart.

Standby-Verbrauch und Spüldauer nicht optimal

Um optimal zu sparen, sollte der Geschirrspüler nach Programmende aber gleich abgeschaltet werden, denn der Standbybetrieb des neuen Zeolith-Bosch ist teurer als bei anderen Modellen. Das gilt auch für die Funktion der Startzeitvorwahl. Sonst alles bestens? Nicht ganz: Einen Fortschritt bei der Laufzeit gibt es nicht. Der neue Geschirrspüler brauchte gut zwei­ein­halb Stunden für normal verschmutztes Geschirr bei 50 Grad im Sparprogramm und damit etwa so lange wie die „Langsamspüler“ im Test Geschirrspülmaschinen von April 2008.

test-Kommentar

Im Vergleich zum vorher geprüften Modell senkt der Zeolith-Bosch den Strom- und Wasserverbrauch im Energiesparprogramm deutlich, reinigt und trocknet aber ebenfalls „sehr gut“.

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