Geschirrspüler-Tabs Test

Wer nur das Beste für sein Geschirr wollte, musste bislang zu teuren Tabs mit klangvollen Namen greifen. Inzwischen haben etliche Reiniger der großen Handelsketten aufgeholt. Ihr Vorteil: Sie sind viel billiger und spülen genauso gut.

Acht von zehn Kunden kaufen für die Spülmaschine lieber kleine viereckige Tabs statt altmodi­sches Pulver. Weil sie sich um die Dosierung keinen Kopf machen wollen. Einfach aus der Folie nehmen, in den Vorratsbehälter damit, Klappe zu und das Programm starten. Bequemlichkeit ist Trumpf. Und die Inhaltsstoffe in gepresster Form sind genauso kraftvoll wie das Pulver. Normalerweise reicht ein Tab pro Spülgang aus, um das Geschirr sauber zu bekommen. Ohne unliebsame Überraschungen wie festgeklebte Reiskörnchen auf dem Suppenteller, Teeränder in der Porzellantasse oder hässlich weiße Beläge auf dem edlen Weinglas. Das versprechen zumindest die Anbieter.

„Für ein perfektes Spülergebnis durch aktiven Sauerstoff, selbst bei starker Anschmutzung; gegen Kalkrückstände für belagfreie Gläser und glänzendes Geschirr“, so oder ähnlich steht es verheißungsvoll auf den Packungen. Meist zu Recht. Mit einer Ausnahme werden alle 13 Reinigertabs dieser Untersuchung mit dem dreckigen Geschirr „gut“ fertig. Lediglich Rossmanns domol musste sich mit einem „Befriedigend“ begnügen. Zu oft blieben stärke- und eiweißhaltige Speisereste von der Reismahlzeit oder dem Omelett auf dem Geschirr haften.

Solisten legen zu

Beim Spülmarathon traten nur klassische Soloprodukte der Handelsketten an, keine Tabs mit eingebautem Klarspüler und Salzersatzstoffen und auch keine teuren Markennamen. Der Grund: Calgonit, Fairy und Somat (genauso wie dm/denk mit und Schlecker/AS) stehen als Monoreiniger seit der letzten Untersuchung mehr oder weniger unverändert in den Regalen, teils in aufgepeppter Aufmachung, aber nicht wirklich neu. Deshalb sind die damaligen Qualitätsurteile mit den aktuellen Preisen zum Vergleich noch einmal aufgelistet. Die großen Firmen wie Henkel (Somat) und Reckitt-Benckiser (Calgonit) setzen mehr auf Neuentwicklungen bei den Multitabs und auch einige Handelsketten haben solche mittlerweile im Programm. Klar, dass die Stiftung Warentest auch da am Ball bleibt. Wie gut die neuen 2in1- und 3in1-Tabs tatsächlich sind, wird voraussichtlich Anfang nächsten Jahres veröffentlicht.

Im Vergleich zum letzten Test haben viele Eigenmarken des Handels deutlich zugelegt, besonders in der Reinigungsleistung. Hier liegen Penny/Reinny, Rewe/ja!, Lidl/W5, Markant/Minel, Spar/Die Sparsamen und Tip jetzt gleichauf mit Calgonit und Somat. Das zeigte sich, als die Tabs mit den diversen hartnäckigen Speiseresten ringen mussten. Von ver­krustetem Hackfleisch, angetrocknetem Milchreisbrei, alten Schwarz­tee­flecken, eingebrannter Milch bis hin zu festsitzenden Eiresten war alles dabei, was zu Hause für Ärger sorgen kann. Diese sechs Reiniger zeigten keine Schwäche, spülten alles blitzsauber. Wurde das Geschirr mit den anderen sieben Reinigern konfrontiert, hatten manche Teile hier und da noch Dreckspuren, besonders wenn Ei und Reis dabei waren.

Dann haben die Enzyme versagt, kompliziert aufgebaute Stärke- und Eiweißkiller, wie sie auch in Waschmitteln und sogar im menschlichen Verdauungstrakt vorkommen. Ihre Aufgabe: Sie sollen große wasserunlösliche Moleküle in kleinere wasserlösliche spalten, damit der Sprühstrahl des Geschirrspülers sie wegputzen kann. Wenn das nicht so recht klappte, waren die Enzyme entweder von Hause aus mies, nicht hoch genug dosiert oder bereits veraltert. Lagern sie nämlich längere Zeit, verlieren sie einen Teil ihrer Kraft, wie bereits frühere Tests zeigten.

Nicht horten

Deshalb lohnt es sich, in großen Geschäften mit einem schnellen Warenumschlag zu kaufen und so das Risiko zu verringern, ein überlagertes und dann eventuell nicht mehr so wirkungsvolles Mittel zu erstehen. Auch eine ausgeprägte Hamsterwirtschaft sollte der Verbraucher sich aus diesem Grund bei Geschirrreinigern lieber verkneifen.

Trotz geballter Chemie gehen alle Reiniger vergleichsweise schonend mit Geschirr, Gläsern und Bestecken um. Auch nach dreihundert Spülgängen zeigten sich so gut wie keine irreparablen Schäden. Waren doch mal Beläge oder Verfärbungen zu sehen, konnten sie mit einem in Zitronensäure getränkten Lappen wieder abgeputzt werden.

Nicht alles in die Maschine

Trotzdem sollte man nicht alles der Spülmaschine anvertrauen. Aufgedruckte Dekore auf Gläsern und Porzellan verblassen mit der Zeit oder werden so aufgeweicht, dass sie sich abwischen lassen. Lediglich Akuta Ultra und Alio Compact von Aldi sind etwas sanfter. Für den Verbraucher ist es allerdings schwierig, beim Geschirrkauf Dekore ohne schützende Glasur darüber zu erkennen. Wenn man mit den Fingern sanft über die Porzellan- oder Glasoberfläche fährt, fühlt man sie als leichte Erhebungen.

Ohne Schleier

Kalkbeläge sind kein Thema mehr. Die Enthärter in den Tabs binden die Salze in der Spüllauge so effektiv, dass sie sich nicht als weißlicher Belag auf dem gespülten Geschirr wiederfinden. Eigentlich soll die Enthärteranlage der Maschine dafür sorgen, dass in der Spüllauge nicht zu viele Kalziumionen herumschwimmen. Doch in Gegenden mit hartem und sehr hartem Wasser oder wenn der Verbraucher vergessen hat, Salz nach­zufüllen oder in alten Geschirrspülern mit abgenutztem Ionenaustauscher muss der Reiniger unterstützend wirken. Alle getesteten Produkte enthalten dazu Phosphate. Sie sind viel effektiver als Ersatzstoffe wie Zitrate (Salz der Zitronensäure) oder Polykarboxylate (Enthärter auf Erdölbasis). Doch Phosphate tun der Umwelt nicht gut. Trotzdem werden sie inzwischen wieder favorisiert, da die meisten Kommunen sie aus dem Abwasser herausfischen lassen, ehe sie in Seen und Flüssen landen können. Auch andere Inhaltsstoffe der Tabs belasten die Gewässer. Das gilt so aber auch für Pulverreiniger. Allein aus Umweltgründen muss deshalb niemand auf die praktischen kleinen Quader verzichten.

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