Geschirrspüler Test

Mit ihren Zeolith-Geschirrspülern setzen Bosch, Neff und Siemens neue Maßstäbe beim Wasser- und Stromverbrauch. Doch Konkurrent Miele zieht mit.

Bosch und Siemens schrieben im vergangenen Jahr Geschirrspülergeschichte. Mit ihrem Zeolithgerät brachten sie den bis dato sparsamsten Geschirrspüler aller Zeiten auf den Markt. Auch in unserem Dauertest lief diese neue Technik dreieinhalb Jahre im Zeitraffer problemlos. Aber auch Miele platziert sich im Siegerquintett – mit einem Einbau-Geschirrspüler und einem technisch gleichen Standgerät, beide mit neuer ausgefeilter Trocknungstechnik.

Für die Bestnote „sehr gut“ reichte es aber auch bei den fünf Bestplatzierten nicht. Denn nach wie vor dauern die Sparprogramme – ausgewiesen auf dem Energieetikett – sehr lange: rund zweieinhalb Stunden. Nachts mag das keine Rolle spielen, zumal alle „guten“ Geräte so leise spülen, dass niemand aus dem Schlaf gerissen wird. Tagsüber sind die langen Laufzeiten aber für viele eine Geduldsprobe.

Mit Zeolith 20 Euro im Jahr sparen

Geschirrspüler Test

Sparsam: Bei den Geräten von Bosch, Neff und Siemens bleibt Klarspülwasser in einer Wassertasche zurück, das beim nächsten Mal zum Vorspülen dient.

Sparsam: Bei den Geräten von Bosch, Neff und Siemens bleibt Klarspülwasser in einer Wassertasche zurück, das beim nächsten Mal zum Vorspülen dient.

Die fünf besten Geschirrspüler punkten besonders in zwei Disziplinen. Sie spülen und trocknen das Geschirr nahezu perfekt und sind dabei ausgesprochen genügsam. Am wenigsten verbraucht die Zeolithtechnik, was sich besonders beim Strom rechnet. Den damit ausgestatteten Einbaugeräten aus dem Hause Bosch/Siemens reichen im Sparprogramm knapp 11 Liter Wasser und 0,8 Kilowattstunden Strom, um rund 160 Geschirrteile – 14 Maßgedecke – sauber zu spülen, jedenfalls unter den exakt definierten Bedingungen im Prüflabor. Das kostet pro Spülgang etwa 22 Cent und macht bei 250 Spülgängen im Jahr 55 Euro.

Zum Vergleich: Die größten Wasserverschwender im Test, Zanussi ZDI 101 X und Whirlpool ADG 6550 IX, zapfen im vergleichbaren Spülgang etwa 15,5 Liter aus dem Hahn und brauchen 1 bis 1,1 Kilowattstunden Strom. Das kostet pro Spülgang 30 Cent und jährlich 75 Euro.

Die Technik dahinter

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Plastikschüsseln trocknen häufig schlecht. Nur die Zeolithgeräte aus dem Hause Bosch / Siemens und die Spüler von Miele beseitigen nahezu alle Tropfen auch auf Kunststoffteilen.

Zeolith ist ein umweltverträgliches Mineral, das Feuchtigkeit und Wärmeenergie abwechselnd speichern und wieder abgeben kann. Es wird zum Beispiel als Enthärter in Waschmitteln oder beim selbstkühlenden Bierfass eingesetzt. Im Geschirrspüler dient es vor allem der Luftentfeuchtung.

Am Anfang des Spülgangs wird gespeichertes Wasser aus dem Zeolithbehälter verdampft, das Mineral trocknet. Dieser Vorgang unterstützt auch das Aufheizen des Spülwassers. Im Trocknungsgang speichert das Mineral Feuchtigkeit aus dem Innenraum und gibt Wärme frei, was das Trocknen des Geschirrs bewirkt. Davon profitieren besonders Kunststoffteile, auf denen nun kaum noch Wasserflecken zurückbleiben. Plastik sorgt im Alltag sonst häufig für Kummer, weil es schlecht trocknet. Im Test haben wir deshalb erstmals einige Teile des Normge­schirrs durch Teller, Tassen und Schüsseln aus Kunststoff ersetzt.

Nachteil der Zeolithtechnik: Sie braucht Zeit. Die fehlt aber in Kurzprogrammen. Beim schnellen Spülen, VarioSpeed genannt, wird diese Funktion des Minerals kurzerhand übergangen. Das Geschirr trocknet zwar noch „gut“, aber nicht besser als in den meisten anderen Geschirrspülern. Und das Kurzprogramm frisst Strom.

Miele glänzt auch im Kurzprogramm

Hier zeigen die Miele-Geschirrspüler ihre Stärken. Das Miele-Einbaumodell G 1355 SCi und das verwandte Standgerät G 1355 SC trocknen in allen Programmen, auch im Schnelldurchlauf, „sehr gut“. Teller, Tassen, Gläser und Besteck können ohne lästiges Nachpolieren in den Schrank zurück.

Auch auf Plastikschüsseln fallen kaum Wasserflecken ins Auge, selbst beim Turbospülen nicht. Die Konstrukteure bei Miele setzen auf perfekt trockenes Geschirr, und das erreichen sie so: Erstens lassen sie die Geräte beim Klarspülen höher aufheizen. Zweitens öffnet sich nach Programmende die Gerätetür automatisch einen kleinen Spalt, sodass feuchtheiße Luft entweichen kann. Ein Trocknungsgebläse läuft dann etwa eine Viertelstunde nach. Das nennt sich „AutoOpen Trocknung“. Zusätzlich soll der Lüfter auch verhindern, dass Kondensat die Küchenarbeitsplatte beschädigt.

Vorteil dieser Technik: beste Trockenergebnisse in allen Programmen. Nachteil: ein geringfügig höherer Strombedarf als bei den Zeolithkonkurrenten.

Gorenje spült nicht immer sauber

Ein Kurzprogramm für normal verschmutztes Geschirr haben wir in diesem Test zum ersten Mal untersucht. Viele Leute benutzen es, damit schnell wieder saubere Teller und Tassen auf dem Tisch stehen. Bis auf Whirlpool und Zanussi bieten auch alle Geschirrspüler einen solchen Schnelldurchgang. „Täglich schnell“, „Leicht 50°+Turbo“ oder „Eco50° + VarioSpeed“ heißen sie zum Beispiel. Der Test hat gezeigt: Grundsätzlich spülen diese Kurzprogramme schlechter als die langen Spar- und Automatikprogramme.

Doch es gibt Unterschiede. Die Modelle von Bosch, Miele, Neff und Siemens bekommen eine Ladung mit normal schmutzigem Geschirr immerhin noch „gut“ sauber. Auf den Tellern aus den Bauknecht- und Electrolux-Spülkörben blieben hingegen vergleichsweise viele Spinat- und Hackfleischreste zurück. Hier lohnt sich das Kurzprogramm höchstens für wenig Verschmutztes wie Partygläser. Wirklich unappetitlich kamen die Teller aber aus dem Gorenje-Spüler heraus. Hier wurde an der falsche Stelle gespart. Ein geringer Strom- und Wasserverbrauch nützt nichts, wenn man das Geschirr nachspülen muss.

Whirlpool ist laut und riskant

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Sicher ist sicher: Den besten Schutz vor großen Pfützen bietet ein Aquastop. Dabei hat der Wasserzulaufschlauch eine zusätzliche Ummantelung und ein elektrisch aktives Abschaltventil. Dieser Schutz fehlt beim Geschirrspüler von Whirlpool.

Schlusslicht im Testfeld ist der Einbau-Geschirrspüler ADG 6550 IX von Whirlpool für 670 Euro. Er ist der einzige Spüler mit einem „ausreichenden“ test-Qualitätsurteil. Das liegt erstens daran, dass er sehr laut ist. Seine Geräuschkulisse stört auf Dauer jede Unterhaltung und kann geräuschempfindlichen Menschen sogar die Nachtruhe vermiesen. Zweitens hat der Geschirrspüler eine Sicherheitslücke, die die anderen Modelle im Test nicht haben. Platzt aus irgendwelchen Gründen der Wasserzulaufschlauch, fließt das Wasser ungehindert in die Küche. Dem Gerät fehlt der sonst übliche Hüllschlauch, der solche ungezügelten Überschwemmungen verhindern kann. Besonders Mieter von Etagenwohnungen sollten das Überschwemmungsrisiko mit dem Whirlpool besser nicht eingehen.

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