Geschirrspüler (Einbaugeräte) Test

Fast alle Einbaugeräte im Test spülen gut und schonen die Strom- und Wasserrechnung. Doch lange Laufzeiten nerven. Immer besser werden Automatikprogramme.

Vor 30 Jahren war ein Geschirrspüler für die meisten Leute purer Luxus – nicht nur in der Anschaffung. Auch der hohe Strom- und Wasserverbrauch erschien vielen als reine Verschwendung. Verständlich, denn Anfang der 80er Jahren flossen noch rund 50 Liter Wasser durch die Maschine, mehr als beim Spülen im Becken. 15 Jahre später sank der Wert auf etwa 20 Liter, deutlich weniger als der Handabwasch braucht. Spitzenmodelle der jüngsten Generation sind noch genügsamer, wie diese Untersuchung von 15 vollintegrierbaren Einbaugeräten zeigt. Im Energiesparprogramm zapfen sie nur noch 11 bis 14 Liter aus der Leitung. Das hilft, die jährliche Wasserrechnung in Grenzen zu halten.

Noch effektiver für die Haushaltskasse sind Einsparungen beim Strom. Die Kosten für die elektrische Energie schlagen nämlich am meisten zu Buche, wenn man einmal vom Anschaffungspreis absieht (siehe Grafik). Auch hier sind die Geräte deutlich sparsamer geworden. Maschinen aus einem Test von 1981 verbrauchten im 55-Grad-Programm noch rund 2 Kilowattstunden pro Spülgang. Die sparsamsten Modelle dieses Tests – Blomberg, Bosch, Siemens und Neff – benötigen im Spar- oder Eco-Programm (Labelprogramm) nicht mehr als 1,07 Kilowattstunden, also nur knapp die Hälfte.

Sparprogramm spült sauber

Dass die getesteten Einbaumodelle so genügsam sind, kann der Kunde im Geschäft auf einen Blick erkennen. Ihr Energielabel zeigt ein großes „A“ für die günstigste Stromklasse. Das ist in Ordnung, obwohl die von uns gemessenen Werte höher sind als die auf dem Label angegebenen 1,05 Kilowattstunden. Alle Abweichungen liegen aber im Rahmen der zulässigen Toleranzen. Keine Spülmaschine braucht im 50-Grad-Sparprogramm – das ist das günstigste Programm, an dem sich die Labelkennzeichnung orientiert – mehr als 1,16 Kilowattstunden. Damit spülen die Geräte 140 normal verschmutzte Geschirrteile sauber – vom Becherglas mit eingebrannter Milch bis zum Teller mit verkrustetem Hackfleisch.

Trotz der geringeren Strom- und Wasserkosten lohnt es sich aber kurzfristig nicht, einen noch funktionstüchtigen Geschirrspüler ohne Not auszutauschen – jedenfalls finanziell nicht. Erst, wenn das gute Stück in die Jahre gekommen ist und kaputtgeht, zahlt sich die Investition in ein Gerät neuester Technik aus. Schließlich ist eine Reparatur oft teuer.

Dreimal „A“ erfordert Geduld

Weniger Wasser, weniger Strom, trotzdem sauberes und trockenes Geschirr – das geht nur mit ausgefeilter Technik. Da wird Wasser zum Beispiel abwechselnd in den oberen und unteren Sprüharm gepumpt oder eine besonders effiziente Pumpe eingesetzt (Blomberg und Miele). Oder ein Wärmetauscher heizt kaltes Zulaufwasser in einer sogenannten Wassertasche bereits für den nächsten Spülschritt vor (Bosch, Neff, Siemens).

Das alles reicht aber noch nicht aus, damit es nicht nur für den Energieverbrauch, sondern auch für die Reinigungs- und Trocknungswirkung jeweils das begehrte „A“ gibt. Denn dreimal „A“ ist das Beste, was das Label ausweisen kann. Und so wird an der Uhr gedreht. Unter zweieinhalb Stunden läuft fast nichts, jedenfalls nicht im günstigen Sparprogramm. Für den Benutzer ist das eine Zumutung. Beim Testsieger Miele G 1383 SCVi muss er fast drei Stunden warten, ehe das Geschirr endlich fertig ist. Dafür ist es dann aber sauber und blitzblank trocken.

Gorenje ist zu laut

Anders bei Gorenje GV 63221, die mit 181 Minuten noch einen Tick langsamer ist. Hier holten die Prüfer manch dreckiges Teil aus den Spülkörben, andere Teile waren zwar sauber, aber noch nass. Dafür gab es im Reinigen und Trocknen nur ein „Befriedigend“. Letztlich reichte es sogar nur für ein „Ausreichend“, weil das Gorenje-Modell sehr laut ist. Die unangenehme Geräuschkulisse stört auf Dauer jede Unterhaltung. Auch Menschen mit empfindlichem Schlaf könnten gereizt reagieren, wenn es vor dem Zubettgehen oder dank Zeitvorwahl nachts eingeschaltet wird. Der moderate Preis von rund 700 Euro tröstet dann wenig.

Ebenfalls lautstark und unrühmlich machte Haier DW12-CBE5 im Test auf sich aufmerksam. Die Maschine aus chinesischer Produktion – für bescheidene 209 Euro bei Innova erstanden – zeigte beim Trocknen so schlechte Ergebnisse, dass wir ein weiteres Modell einkaufen und prüfen wollten. Vergeblich; es wurde zwischenzeitlich vom Markt genommen. Deshalb konnten wir kein test-Qualitätsurteil vergeben, sondern haben nur einzelne Ergebnisse in der Tabelle aufgelistet, um wenigstens einen Eindruck zu vermitteln.

Neben der Sparvariante bieten die Geräte eine Vielzahl anderer Spülprogramme und Zusatzfunktionen an. Das reicht vom Schnellprogramm für wenig angeschmutzte Teile über das extra schonende Gläserspülen bis zum Intensivreinigen sehr schmutziger Töpfe und Pfannen. Das Miele-Modell überzeugte mit der sinnvollsten und umfassendsten Programmgestaltung. Auch die meisten anderen Spüler sind gut und sinnvoll ausgestattet. Aber ihre Kurzprogramme liefern nasses Geschirr. Da muss das Handtuch die fehlende Trockenphase ersetzen. Beim Miele-Gerät läuft hingegen der Ventilator zum Trocknen 20 Minuten nach, was das Schnellprogramm dann deutlich verlängert und zusätzlich Strom kostet.

Automatik reagiert feinfühlig

Das breite Programmangebot verlangt dem Benutzer die Überlegung ab, welcher Spülgang der richtige für das gerade eingeräumte Geschirr ist. Wem das zu mühsam ist, der kann die Wahl des richtigen Programms getrost der Automatik überlassen – außer bei Gorenje und Haier, die haben keine. Dann übernimmt ein Sensor mit intelligenter Elektronik das Kommando. Der sitzt fast immer im Pumpensumpf (siehe Foto) und misst kontinuierlich die Trübung des Wassers. So erkennt er, wie schmutzig das Geschirr ist und stellt automatisch Temperatur, Programmdauer und Wasserbedarf darauf ein.

In der Vergangenheit hatte die Automatik viele Kinderkrankheiten. Die sind inzwischen überwunden. Bei den Modellen von Blomberg, Miele sowie Bosch und Siemens mit den Baugleichheiten reagieren die Sensoren sogar perfekt. Ob im Test die Teller und Tassen wenig oder stark verschmutzt waren: Die feinen Fühler signalisierten stets den optimalen Spülgang und sorgten obendrein für sehr sauberes Geschirr. Die Automatik braucht zwar etwas mehr Strom und meist mehr Wasser als das Labelprogramm, aber dafür ist der Abwasch schneller fertig.

Integrationsprobleme

Vollintegrierte Geschirrspülmaschinen wie die im Test verschwinden komplett hinter einer Möbeltür. Bei teilintegrierten Einbaugeräten sitzt die Bedienblende außen, sie wird in der Möbelfront einfach ausgespart. Bei den Vollintegrierten wird die Blende erst beim Öffnen sichtbar. Kauft man das Gerät mit der neuen Küche, übernimmt der Möbelservice in der Regel den Einbau. Doch natürlich lässt es sich auch selbst installieren. Mit handwerklichem Geschick, einer guten Anleitung und leicht verstellbaren Füßen zur Anpassung an die Arbeitshöhe gelingt das auch Laien. Probleme gibt es aber bei Gorenje und Haier. Hier ist das Anpassen der Gerätetür schwierig. Bei dem chinesischen Modell können die Füße außerdem nur Unebenheiten des Bodens ausgleichen, mehr nicht. Höher als 85 Zentimeter darf die Küchenunterzeile deshalb nicht sein – wenig flexibel für europäische Verhältnisse.

Ergänzend zu diesem Test finden Sie eine umfangreiche Liste sparsamer Geschirrspüler im Infodokument Energiesparmodelle.

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