Geschirrspüler Test

Sie werden immer sparsamer, nerven aber mit langen Laufzeiten. Erfreulich: Die Automatik hat Kinderkrankheiten überwunden und macht den Abwasch einfacher.

Es gibt Zeitgenossen, die würden der Erfinderin des Geschirrspülers, Josephine Cochran aus den USA, am liebsten noch posthum den Friedensno­belpreis zuerkennen – so sehr hat der mit Wasserdruck arbeitende Küchenhelfer ihren häuslichen Frieden befördert. Auch viele Umweltschützer fallen in das Loblied ein und preisen die maschinelle Spülung als weitaus ressourcenschonender als die Säuberung per Hand.

Ein Spülgang in der Maschine kostet rund 35 Cent. Der gleiche Abwasch von Hand ist etwa doppelt so teuer: 66 Cent für Wasser, Spülmittel und Energie haben Wissenschaftler der Sektion Haushaltstechnik der Universität Bonn ermittelt (siehe test 5/06: Clever spülen). Der praktische Helfer hat aber auch seinen Preis: Die Geräte im Test kosten zwischen 715 (Ariston) und 1 200 Euro (Bauknecht). Diese Maschinen sind für den teilintegrierten Einbau konzipiert, das heißt, sie stehen nicht frei im Raum (Standgeräte) und kommen auch nicht ohne die obere Geräteabdeckung unter eine Küchenplatte (Unterbaugeräte), sondern werden in die Küchenzeile integriert. Nur die frei zugängliche Bedienblende gibt zu erkennen, dass sich hinter der Abdeckung ein Geschirrspüler verbirgt.

Die Integrationsprobleme

Geschirrspüler Test

Teilintegriert: Vom (geschlossenen) Gerät bleibt nur die Bedienblende sichtbar.

Bei vollintegrierbaren Geschirrspülern verschwindet auch die Bedienblende hinter einer im Design der Kücheneinrichtung gehaltenen Tür. Teil- und vollintegrierbare Geräte werden oft von Küchenmöbelherstellern vermarktet und sind dann Teil eines Gesamtpakets für die Einbauküche. Aber natürlich kann man sie auch separat kaufen und selber einbauen oder montieren lassen. Das gelingt aber nicht immer ganz problemlos, zeigte der Test. In der Tabelle „Geschirrspüler“, Tabellenspalte „Integrierbarkeit“ (Handhabung) sind auch jene vier Geräte aufge­führt, die erhöhten handwerklichen Aufwand erfordern.

Das Leistungsvermögen der Testma­schinen wurde mit einem verbreiteten Marken-Reinigertab sowie Regeneriersalz und Klarspüler geprüft. Drei Programme ließen wir ablaufen: das Spar-, das Intensiv- und das Automatikprogramm. Das Spar- oder Ecoprogramm mit Temperaturen von meist nicht mehr als 50 Grad ist maßgebend für die Einordnung der Geräte in eine der Energieverbrauchsklassen von A bis G. Fast alle getesteten Geräte zeigen auf ihrem Label ein dreifaches A (AAA) für Energieeffizienz, Reini­gungs- und Trocknungswirkung – meist zu Recht, wie der Test bestätigte: Moderne Geschirrspüler dieser Preiskategorie arbeiten (zumindest im Ecoprogramm) ohne Abstriche beim Reinigen immer umweltschonender und sparsamer. Nur die billigste Maschine fiel aus dem Rahmen – Ariston LVZ 670 Duo war in vielen wichtigen Punkten schlechter als die anderen.

Der Teuerste mit der längsten Leitung

Geschirrspüler Test

Familienfrage: Wer belädt den Spüler und wer räumt ihn wieder aus?

Da Spülerkonstrukteure keine Zauberer sind, müssen sie die Einsparungen beim Strom- und Wasserverbrauch irgendwo kompensieren – man lässt halt länger waschen und vor allem trocknen. Und länger ist oft wirklich lange: Den Vogel schießt der Teuerste des Testfelds, Bauknecht GSIP 9127 IN für 1 200 Euro, ab. Bei ihm gehen sage und schreibe über dreieinhalb Stunden ins Land, bevor er im Sparprogramm endlich fertig ist. Sein Intensivprogramm dauert über zweieinhalb Stunden. Am schnellsten ist der Bauknecht noch mit Automatik (141 Minuten).

Zwar ist Bauknecht der weitaus langsamste unter den Geschirrspülern, aber die Konkurrenten lassen sich ebenfalls viel Zeit – unter zwei Stunden läuft auch bei ihnen gar nichts im Sparprogramm. Auch in den übrigen Programmen brauchen alle Geräte recht lange. Da kann es von Vorteil sein, wenn es ein Schnellreinigungsprogramm für den beschleunigten Durchlauf von weniger beanspruchtem Geschirr, Besteck und Gläsern gibt, wie beispielsweise beim Blomberg. Der ist im Programm „Mini 30“ in einer halben Stunde bei 35 Grad fertig. Wer Partys feiert oder öfter zwischendurch auf die Schnelle spülen will, wird das zu schätzen wissen.

Fast alle Geschirrspüler verwirren den Konsumenten heute mit einer Vielzahl von Programm- und Temperaturalternativen. Bei hartleibigen Verkrustungen in Töpfen und auf Pfannenböden hilft letztlich nur das Intensivprogramm, das mit hohen Temperaturen (65 bis 70 Grad), mehr Wasser und manchmal auch mehr Reiniger ans Werk geht. Außer Ariston hatten hier nur Juno und Quelle Probleme und mussten sich mit einem „Ausreichend“ in diesem Prüfpunkt begnügen.

Die drei Vorsichtigen

Nicht so toll ist auch, dass Miele, Gorenje und Bauknecht für den Intensivgang generell zwei Tabs empfehlen. Mit der Verdopplung der Reinigermenge geht man zwar auf Nummer Sicher, aber die anderen Anbieter verlangen nur einen Tab – und das reicht bei den besseren Modellen auch. Die Maschinen aus der Bosch/Siemens-Gerätefamilie erzielen mit einem Tab sogar eine sehr gute Wirkung.

Als wir die drei Maschinen von Miele, Gorenje und Bauknecht im Intensivprogramm statt mit zwei nur mit einem Tab laufen ließen, waren die Ergebnisse jeweils eine Notenstufe schlechter als die in der Tabelle ausgewiesenen. Für den teuren Bauknecht wäre dann statt der „befriedigenden“ Benotung nur ein „Ausreichend“ herausgekommen.

Das Programm der Wahl

Bis auf Ariston kann man die Wahl des richtigen Programms getrost der Automatik überlassen. Ein Sensor mit intelligenter Elektronik übernimmt erfolgreich die Regie, prüft mehrfach den Verschmutzungsgrad anhand der Trübung des Spülwassers und stellt automatisch Temperatur und Programmdauer darauf ein.

Besonders gut klappt das bei den beiden Testsiegern von Blomberg und Bosch (baugleich: Siemens und Neff). Die Verbrauchswerte nähern sich bei normaler Anschmutzung denjenigen der Sparprogramme. Aber auch bei geringeren oder höheren Verschmutzungsgraden fanden die Sensoren meist den passenden Programmablauf. Die Automatik mausert sich also zusehends zum Programm der Wahl – nicht immer, aber immer öfter.

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