Geschirrreiniger-Tabs Test

Kalkspots: Eingetrocknete Wasser­tropfen hinterlassen solche Flecken, wenn der Klarspüler fehlt.

Die neuen 3in1-Tabs sollen Klarspüler und Salz ersetzen. Aber im Test schafften sie das nicht. Glanzleistungen vollbringen die herkömmlichen Tabs – schon ab 5 Cent pro Spülgang.

Das Werbeversprechen klingt verlockend: Kein lästiges Nachfüllen von Salz und Klarspüler mehr, nur noch ein Geschirrreiniger-Tab in die Maschine und das Geschirr wird trotzdem glänzend sauber. Die Verkaufsregale stehen derzeit voll mit 3in1-Tabs, die zugleich reinigen, enthärten und klar­spülen sollen. Bequem, zweifellos. Bleibt die Frage: Spülen die 3in1-­Tabs das Geschirr genauso sauber wie die bewährte Methode – Tabs plus Klarspüler plus Enthärtersalz? Wir haben verglichen.

Hartnäckige Speisereste – verkrustetes Hackfleisch, angetrockneter Milchreisbrei, Teeflecken, Eireste und eingebrannte Milch – schafften die 3in1-Tabs genauso gut wie die normalen und das einzige 2in1-Tab im Test. Hier ist ein hoher Stand erreicht – bei teuren Marken wie Somat (Henkel) und Calgonit (Reckitt-Benckiser) genau wie bei den Handelsmarken.

Der Kalk ist ihr Problem

Geschirrreiniger-Tabs Test

Snoopy in der Spülmaschine: Bilder auf der Glasur gehen ab – egal, welcher Reiniger benutzt wurde. Deshalb ist es besser und schonender, Dekorgläser mit der Hand zu spülen.

Klare Unterschiede zwischen 3in1- und herkömmlichen Tabs (plus Klarspüler und Salz) zeigen sich jedoch beim Kalk. Während das Zusammenspiel zwischen Tab, herkömmlichem Klarspüler und Salz gut klappt, halten die 3in1-Produkte ihr Versprechen nicht genauso gut ein. Sie schaffen es nicht, mit dem Kalk vollständig fertig zu werden – am wenigsten Penny/Reinny 3in1. Hier waren die Gläser voll mit kleinen runden Kalkflecken, Spots genannt: „mangelhaft“. Die Spots rühren von eingetrockneten Wassertropfen her. Normalerweise vermindert das Tensid im Klarspüler die Oberflächenspannung des Wassers so, dass es als Film am Glas herabläuft – und sich gar keine Tropfen bilden. Beim 2in1-Tab klappt der Klarspülerersatz deutlich besser als bei den 3in1. Allerdings ist ein separater Klarspüler noch immer ein bisschen besser.

Mehr Phosphat und Tenside

Auch die Salzfunktion der 3in1-Produkte haben wir geprüft: Schaffen sie es, das Salz aus der Enthärtungsanlage zu ersetzen? Nein. Das erkennt man an flächigen Kalkbelägen auf den Gläsern. Normalerweise macht die mit Salz beschickte Anlage hartes Wasser weich. Das heißt, Kalk wird aus dem Wasser entfernt und kann sich nicht mehr auf den Gläsern niederschlagen. Die Enthärter in normalen Tabs (meist Phosphate) müssen die Enthärtungsanlage nur unterstützen. Und das schaffen sie gut. Die 3in1-Tabs enthalten noch mehr Phosphate oder andere Enthärter, verhindern aber bei hoher Wasserhärte Kalkbeläge alle nicht so gut wie die Enthärtungsanlage. Auch wenn die Tabs von Somat, Lidl, Plus und fit etwas besser sind als die anderen.

Das Mehr an Phosphaten gelangt ins Abwasser und, wenn die Kommune keine Kläranlage mit Phosphatstufe hat, auch in die Gewässer. Außerdem enthalten die 3in1- und das 2in1-Tab mehr Tenside als normale Tabs, weil sie versuchen, den Klarspüler zu ersetzen. Das bedeutet: Sie belasten die Gewässer und die Umwelt stärker – übrigens auch, wenn man den separaten Klarspüler und das Salz hinzurechnet. Auch der Umwelt zuliebe wäre es deshalb besser, das bewährte Spülsystem vorzuziehen.

Silber muss leiden

Der neue Wirkstoffmix ist eben einfach noch nicht ausgereift. Dazu kommt: Er kann nicht nur der Umwelt, sondern auch dem Geschirr schaden. Eine Überraschung für uns, denn der Prüfpunkt „Materialschonung“ ist bei normalen Tabs und Pulvern in unseren Tests schon seit langem kein Problem mehr. Die 3in1-Tabs von Plus, fit und Penny greifen aber nun Material, insbesondere Silber an. Wird ein Silberlöffel häufig mit diesen Mitteln gereinigt, kann sich darauf ein dicker, schlecht zu entfernender Belag bilden. Kleinere Probleme gab es auch beim Edelstahl. Glas war in der Regel kein Problem, einige sind hier sogar sehr gut: Somat 3in1 und 2in1 sowie Lidl Adritt.

Mogelpackungen

Im Test der 3in1-Tabs haben wir erstmals die Verpackung separat bewertet, denn hier zeigten sich größere Probleme. So fehlte bei Calgonit Powerball 3in1 der schriftliche Hinweis, dass die Tabs nicht in den Geschirrkorb, sondern in das Dosierfach gelegt werden müssen. Eine symbolische Abbildung ist zwar vorhanden, aber nicht gut leserlich. Das ist schlimm, weil ein Tab im Korb nicht optimal wirkt. Vor allem ältere Käufer werden Probleme haben, die Calgonit-Packungshinweise zu lesen: Die Schrift ist zu klein. Außerdem suggerierte die große Packung von Calgonit 3in1 mehr Inhalt, als sich darin befand – eine echte Mogelpackung.

Auf ein weiteres Problem hat uns eine Leserin aufmerksam gemacht: Sie hatte Calgonit-Powerballs 3in1 gekauft und in der Packung nur 54 statt der versprochenen 80 Tabs vorgefunden. In den für unseren Test eingekauften Packungen trat dieser Fehler nicht auf, wohl aber bei einer kleinen Stichprobe im Handel. Da fanden auch wir mehrere Packungen, die weniger Tabs enthielten als sie laut Anbieter enthalten sollten – eine Täuschung der Verbraucher. Wir haben deshalb das Landesamt für Mess- und Eichwesen in Berlin informiert.

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