Geschenke Meldung

Nach Weihnachten werden die Geschäfte ein zweites Mal gestürmt: zum Geschenkeumtausch. Die Regeln dafür wurden mit dem neuen Schuldrecht, das seit 2002 gilt, etwas verändert.

Die Ware gefällt nicht: Im Versandhandel oder bei Haustürgeschäften haben Kunden ein 14-tägiges Widerrufsrecht, sonst nicht. Wo Händler dennoch Rücknahme anbieten, ist das Kulanz. Sie können deshalb die Bedingungen selber festlegen, zum Beispiel Umtausch nur gegen Gutschein oder mit Originalverpackung. Fragen Sie vor dem Kauf danach. Heißt es dann pauschal „Umtausch möglich“, müssen Sie sich später nicht mit einem Warengutschein zufriedengeben (Landgericht Landau, Az. 1 S 178/01).

Die Ware hat einen Fehler: Die gesetzliche Gewährleistung gilt jetzt nicht mehr sechs Monate, sondern immer zwei Jahre. Nur bei Gebrauchtwaren darf sie auf ein Jahr begrenzt werden. So lange haben Sie Anspruch auf kostenlose Reparatur oder ein neues Gerät. Wenn der Austausch unverhältnismäßig teuer wäre, darf der Händler dies ablehnen und sich zwei Reparaturversuche vorbehalten. Erst wenn die scheitern, können Sie eine Preisminderung aushandeln oder den Kauf rückgängig machen. Sie müssen die Ware – etwa eine schwere Waschma­schine – nicht selbst zurückbringen, der Händler muss sie abholen. Ihn trifft auch die Beweislast, dass die Ware beim Kauf fehlerfrei war. Erst nach sechs Monaten kehrt sich dies um. Neu: Unwahre Werbeversprechen gelten jetzt ebenfalls als Fehler. Eine angeblich „extrem wettertaugliche“ Jacke kann umgetauscht werden, wenn sie Standardware nicht deutlich übertrifft. Auch unverständliche Mon­tageanleitungen gelten als Mangel.

Die Gewährleistung gilt nicht für Fehler, die der Kunde schon beim Kauf kannte (Zweite-Wahl-Ware), und für üblichen Verschleiß: Schuhsohlen können nach zwei Jahren durchgelatscht sein, die Nähte sollten aber noch halten.

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