Laden Anwälte ihre Mandanten oder Geschäftsfreunde zum Essen ein, können sie von der Rechnung 70 Prozent als Betriebsausgaben absetzen. Dann müssen sie dem Finanzamt allerdings die Gäste und den konkreten Anlass für die Einladung nennen. Der Bundesfinanzhof (BFH) hat entschieden, dass sie nicht auf ihre Schweigepflicht pochen können (Az. IV R 50/01).

Erklärungen wie Arbeits-, Info-, Hintergrundgespräch, Geschäftsessen oder Kontaktpflege muss das Finanzamt nicht anerkennen. Es kann verlangen, dass Anwälte den betrieblichen Anlass für das Essen genauer beschreiben. Nur Gesprächsdetails wie die mögliche ­Steuerhinterziehung eines Mandanten können sie ausklammern.

Davon abgesehen müssen Mandanten nach dem Urteil des BFH damit rechnen, dass der konkrete Anlass für das Essen und ihr Name beim Finanzamt bekannt werden. Das akzeptieren sie, wenn sie die Einladung annehmen. Wer anonym bleiben will, lässt sich also lieber nicht von seinem Anwalt einladen.

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