Studenten, Berufs­anfänger und andere Arbeitnehmer, die 2010 nicht viel Lohn hatten, können eine Steuer­änderung nutzen. test.de sagt, wie das geht.

Steuerfreiheit

Arbeitnehmer, deren Brutto­lohn 2010 nicht höher als 10 200 Euro war, können sich gegen Steuer­forderungen wehren. Für Ehepaare liegt die Lohn­grenze bei 19 400 Euro. Der Arbeit­geber hat bei seinen Gehalts­abrechnungen im Jahr 2010 für die Kranken- und Pflege­versicherung eine Mindest-Vorsorgepauschale berück­sichtigt. Mindestens 12 Prozent Lohn waren steuerfrei, maximal aber 3 000 Euro mit Steuerklasse III und 1 900 Euro mit anderen Steuerklassen auf der Steuerkarte.

Nach­zahlung

Haben Arbeitnehmer weniger als diese Vorsorgepauschale für ihre Kranken- und Pflege­versicherung ausgegeben, müssen sie bis Ende Mai eine Steuererklärung abgeben. Weisen sie keine weiteren Ausgaben nach, wird das Finanz­amt im Steuer­bescheid Geld nach­fordern, weil die Lohn­steuer zu nied­rig war. Dagegen können sie Einspruch einlegen.

Steuer­änderung

Im Steuer­ver­einfachungs­gesetz ist vorgesehen, dass die Pflicht zur Steuererklärung entfällt, wenn Arbeitnehmer maximal 10 200 (Ehepaare: 19 400) Euro verdienen. Ob sie dem Finanz­amt durch die Vorsorgepauschale zu wenig Lohn­steuer gezahlt haben, ist egal. Die Änderung soll schon im Jahr 2010 beginnen. Das Gesetz wird aber vermutlich erst Anfang Juli den Bundes­rat passieren.
Tipp: Haben Sie für 2010 bereits eine Steuererklärung gemacht, können Sie diese zurück­ziehen. Liegt Ihnen der Steuer­bescheid schon vor, legen Sie inner­halb eines Monats Einspruch ein. Beantragen Sie in dem Schreiben, dass der Einspruch bis zur gesetzlichen Neuregelung ruht. Weisen Sie darauf hin, dass die Ober­finanzdirektion Rhein­land in der Kurz­information ESt 17/2011 das Ruhen zulässt. Hat Ihr Einspruch Erfolg, zahlen Sie keine Steuern nach, wenn das Steuer­ver­einfachungs­gesetz wie geplant kommt.

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