Gerichtsstand Meldung

Klagen gegen eine Schweizer Bank sind unter Umständen auch in Deutschland möglich. Für Anleger ist das vorteilhaft.

Erstmals erlaubt ein deutsches Gericht einem Anleger, der gegen eine Schweizer Bank klagt, dies in Deutschland zu tun. Bislang erklärten sich deutsche Gerichte in solchen Fällen für nicht zuständig und schickten die Kläger zu schweizerischen Richtern.

„Anleger profitieren von dem deutschen Gerichtstand, da Schweizer Gerichte oft anlegerunfreundlicher als deutsche Richter entscheiden“, erklärt Anwalt Andreas Tilp aus Kirchentellinsfurt. In der Schweiz würden für Anleger niedrigere Schutzstandards gelten als hier.

Das Oberlandesgericht Hamburg entschied, dass der Fall eines deutschen Anlegers in Deutschland zu verhandeln sei (Az. 4 U 156/03, nicht rechtskräftig). Er hatte mittels eines Hamburger Vermögensverwalters über eine Schweizer Bank Börsentermingeschäfte gemacht und will wegen versteckter ­Provisionen der Bank an den Verwalter klagen.

Zwar fand die Kontoeröffnung in der Schweiz statt. Da aber Kontaktaufnahme und Werbung über den deutschen Vermögensverwalter erfolgte und der Vertrag zur Abwicklung der Geschäfte in Deutschland unterzeichnet wurde, gelte der deutsche Gerichtsstand.

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