Zucht, Fütterung und Medikamente: Bio-Forellen haben mehr Platz

Geräucherte Forellenfilets Test

Überfischung lässt die Bestände der Weltmeere drastisch schwinden. Als Ausweg gilt die Zucht. Doch auch Massenzucht macht Probleme. Wir haben die Hersteller befragt: Zum Beispiel zur Besatzdichte in Forellenbecken und -teichen. Manchmal sind es nur 15 bis 20 Kilogramm Forelle pro Kubikmeter Wasser, im Extremfall aber bis zu 90 Kilogramm (Karstadt aus polnischer Zucht, Wechsler und Merl aus spanischer). Bei einem Gewicht von 300 Gramm sind das 50 bis 300 Forellen pro Kubikmeter.

Zu dichte Bestände fördern die Infektionsgefahr. Gegen manche Krankheiten hilft Impfen –eine Vorsorge, die etwa jeder zweite Anbieter im Test anwendet. Ähnliches gilt für Antibiotika (wie Tetrazykline, Penizillin) und Mittel gegen Pilze und andere Parasiten, dievom Tierarzt eingesetzt werden dürfen – aber nur in bestimmten Zuchtphasen und in solchen Mengen, dass im Fisch zulässige Höchstwerte nicht überschritten werden. Ein Nachteil: Medikamente können – wie auch Desinfektionsmittel – aus den Zuchtgewässern über den Boden in die Umwelt gelangen. Wachstumsförderer sindverboten.

Forellen brauchen mehr Sauerstoff, als stehende Gewässer bieten. Frischwasser kommt aus Bächen, Flüssen oder Staubecken. Manchmal wird auch Sauerstoff zugeführt. Damit die Gewässer nicht zu Kloaken verkommen, muss entsorgt werden, was die Tiere ausscheiden, vor allem bei großer Besatzdichte. Zum Beispiel mittels Kunststoffplanen, in denen sich der Kot sammelt. Verbrauchtes Wasser wird über Biofilter gereinigt, durch Kläranlagen geschickt oder in den Fluss zurückgeleitet. Lebendfutter kann ein Züchter den Fischen kaum bieten. Im Normalfall leben die Forellen von Pellets aus Fischmehl, die mit verschiedenen Vitaminen und Mineralstoffen aufgepeppt wurden. Nachteil der Pellets: Werden Fische extra für die Verarbeitung zu Fischmehl gefangen, verringert das zusätzlich die Fischbestände.

Stichwort Bioforellen: Forellen aus Aquakultur fallen nicht unter die EG-Öko-Verordnung. Deshalb haben Bio-Hersteller und Bio-Verbände eigene Kriterien definiert. Beispielsweise: niedrige Besatzdichten, Futter aus zerkleinertem Wildfisch und Biogetreide, Medikamente nur gemäß Biofisch-Richtlinien.

Dieser Artikel ist hilfreich. 3081 Nutzer finden das hilfreich.