Gerätekauf im Ausland Meldung

Technische Probleme, Nepp und Ärger mit dem Zoll: Es lohnt sich selten, elektronische Geräte oder Fotoapparate im Ausland zu kaufen.

Der Geldbeutel sitzt im Urlaub lose. Wenn in New York, Saint Tropez oder London Schnäppchen locken, handeln viele Verbraucher kurz entschlossen: Sie kaufen den günstigen Camcorder oder die schicke Digitalkamera. Erst zu Hause stellt sich heraus, dass die günstige Gelegenheit ein Fehlkauf war: Hier stimmt die Netzspannung nicht, dort gibts weder Bild noch Ton. test sagt, worauf Sie beim Gerätekauf im Urlaub achten sollten.

Film- und Fotokameras sind unkritisch. Ausnahme: Digitale Fotokameras nur kaufen, wenn die Netzspannung des Ladegeräts mit der in Deutschland üblichen Netzspannung (230 Volt/50 Hertz) klarkommt und der an vielen Digitalknipsern übliche TV-Ausgang sich auf das hierzulande verwendete PAL-Videosystem umstellen lässt.

CD-Player, Kassettendecks und MD-Rekorder arbeiten in Deutschland problemlos. Auch für diese Geräte gilt: Auf die korrekte Netzspannung achten. Radios sind heikler: In den USA etwa ist das Kanalraster für die Mittelwelle anders gestuft, UKW unterscheidet sich ebenfalls in Details von Europa. UKW-HiFi-Tuner für die Vereinigten Staaten tönen zwar auch in Deutschland in Stereo, aber nicht optimal. In Japan und Russ-land sind für UKW andere Frequenzen üblich ­ sofern Radios nicht den UKW-Bereich von 87,5 bis 108 Megahertz (MHz, Millionen Schwingungen pro Sekunde) abdecken, empfangen sie in Deutschland bestenfalls den Polizeifunk.

Fernseh- und Videogeräte aus dem Ausland machen in Deutschland die meisten Probleme. Japan, Kanada, die USA und viele südamerikanische Länder sind für Videofans als Kaufland in der Regel tabu ­ die Bilder der dort erhältlichen Geräte zeigen auf dem heimischen TV nur Flimmern. Auch in Europa sollte man Fernsehgeräte und Videorekorder nur erwerben, wenn deren Empfangsteil ausdrücklich mit "Pal B/G" und ein Stereogerät mit "Zweikanalton" spezifiziert ist. Camcorder sind als Urlaubskauf kein Problem ­ allerdings nur, wenn sie für unsere Fernsehnorm PAL ausgelegt sind.

Einige Regeln gelten für alle Produkte: Die Mitbringsel aus Ländern außerhalb der Europäischen Union sind zollpflichtig. Verlangen Sie beim Kauf eine Quittung ­ dann können Sie sich (meist im Zollamt am Flughafen des Urlaubslandes) die Mehrwertsteuer erstatten lassen. Bei der Einreise entrichten sie dann die Einfuhrsteuer für Deutschland.

Wer darauf hofft, typische Urlaubsgegenstände wie etwa den Fotoapparat unentdeckt durch den Zoll schmuggeln zu können, kann Pech haben: Viele Kamerahersteller etwa geben ihren Modellen für den US-Markt auffällig andere Typenbezeichnungen. Das signalisiert dem Zollbeamten: Das Gerät wurde nicht in Deutschland gekauft. Und kaufen Sie nur Produkte, für die der Hersteller geradesteht ­ zu erkennen an Garantiekarten mit dem Aufdruck "world-wide" oder "pan-european".

Auch, wenn es schwer fällt: Behalten Sie bei vermeintlichen Schnäppchen einen kühlen Kopf. Wer sich auf einem Parkplatz einen Camcorder andrehen lässt, darf sich nicht wundern, wenn er nur ein Stück Holz im Karton findet. Und in einigen Feriengegenden spekulieren windige Händler auf den lockeren Geldbeutel, schmücken ihre Läden mit den Namen deutscher Kaufhaus- oder Fotoketten und bieten dort Produkt-Imitate oder überteuerte Waren feil.

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