Gentests Meldung

Die deutschen Versicherer wollen für fünf Jahre auf prädikative Gentests vor Vertragsabschlüssen verzichten. Mit solchen Tests sollen bei heute gesunden Menschen Aussagen über die Wahrscheinlichkeit des Ausbruchs einer Krankheit gemacht werden. In einer freiwilligen Selbstverpflichtungserklärung kündigt der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) an, "die Durchführung von Gentests nicht zur Voraussetzung eines Vertragsabschlusses zu machen (...) und auch von ihren Kunden nicht zu verlangen, durchgeführte prädikative Gentests dem Versicherungsunternehmen vor einem Vertragsabschluss vorzulegen." Man wolle damit den Sorgen der Bevölkerung entgegentreten und Ängste abbauen, dass genetisch getestete Menschen vom Versicherungsschutz ausgeschlossen sein könnten.

Hört sich gut an. Doch gilt diese Verpflichtung nicht für private Krankenversicherungen und Lebensversicherungen (einschließlich Berufsunfähigkeits-, Unfall- und Pflegeversicherungen) mit Versicherungssummen ab 250.000 Euro oder Jahresrenten ab 30.000 Euro.

Bei genauerer Nachfrage relativiert sich die Selbstverpflichtung der Versicherer weiter. Bernd Michaels, Präsident des GDV, erklärt, dass man mit prädikativen Gentests im Moment sowieso noch nicht arbeiten könne. In fünf Jahren sei die Gentechnik aber so viel weiter, dass man sich dann noch mal zusammensetzt und neu überlegt.

Dieser Artikel ist hilfreich. 473 Nutzer finden das hilfreich.