Lutz D. aus Usingen

Ich will Anfang nächsten Jahres meine Mitgliedschaft bei der Sparda-Bank Essen e.G. kündigen. Ich habe gehört, dass sich die Auszahlung meines Geldes samt Dividendenzahlung bis Juni 2002 hinzögern kann. Ist das rechtens?

Finanztest:

Ja. Den Kauf von Anteilen an einer Genossenschaft dürfen Sie nicht mit einer normalen Geldanlage verwechseln. Durch den Anteilskauf werden Sie praktisch Teilhaber der Bank, ähnlich wie Sie bei einem Aktienkauf Teilhaber des Unternehmens werden. Sie sind damit an das Statut gebunden, in dem alle wichtigen Regeln für Genossenschaftsmitglieder stehen. Sie können Ihre Mitgliedschaft ­ häufig mit mehrmonatiger Kündigungsfrist ­ immer nur zum Jahresende kündigen, in Ihrem Fall also zum Ende 2001.

Genau wie Aktienbesitzer bekommen Sie auf Ihren Anteil nach Ablauf des Geschäftsjahres meist eine Dividende. Ob es überhaupt eine Dividende gibt und wie hoch sie ist, kann nur die Generalversammlung der Genossenschaft beschließen, denn dort wird der Jahresabschluss festgestellt. Die Generalversammlung muss in den ersten sechs Monaten eines Geschäftsjahres stattfinden, meist ist das im April oder Mai. Erst danach kann das Geld samt der beschlossenen Dividende ausgezahlt werden.

Ärgerlich für Sie ist, dass Sie für die Wartezeit vom Ausscheiden Ende 2001 bis zur Auszahlung des Geldes spätestens Juni 2002 keine anteilige Dividende bekommen. Noch vor einigen Jahren gab es einige wenige Banken, die in dieser Zeit freiwillig einen geringen Zinssatz gezahlt haben.

Tipp:

Es gibt eine Möglichkeit, eher an sein Geld zu kommen. Fragen Sie Ihre Bank, ob Sie Ihnen nicht behilflich sein kann, die Anteile an andere Interessenten zu übertragen. Das lässt die Satzung der Sparda-Bank Essen nämlich laut Paragraph 6 zu. Auch die Berliner Volksbank hilft ihren Kunden grundsätzlich bei der Übertragung von Genossenschaftsanteilen.

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