Anleger­schutz: Für Genossenschaften gelten Ausnahmen

Bei Genossenschaften greifen einige Anleger­schutz­bestimmungen nicht.

  • Beratung. In aller Regel müssen sich Finanzberater ein gutes Bild der Geld­anlagen machen. Sie haben zu prüfen, ob sie zum Kunden passen. Die Beratung müssen sie ausführ­lich dokumentieren. „Bei Genossen­schafts­anteilen gelten diese Pflichten nicht“, erläutert eine Sprecherin der Bundes­anstalt für Finanz­dienst­leistungs­aufsicht. Genossen haben es also unter Umständen schwerer als andere Anleger, Fehler bei der Beratung zu beweisen und Schaden­ersatz zu bekommen.
  • Muster­prozess. Geschädigte Anleger können Rechts­fragen in Kapital­anleger-Muster­verfahren klären lassen. Anleger­anwalt Peter Mattil ist über­zeugt, dass das auch für Genossen gilt. Er kennt aber bislang kein Beispiel.
  • Prospekt. Genossenschaften dürfen weiterhin Darlehen bei ihren Mitgliedern einwerben, ohne einen ausführ­lichen Verkaufs­prospekt zu erstellen.

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