Gene und Medizin: Testen und behandeln

Gendiagnostik: In Deutschland gibt es Gentests für über 300 Krankheiten. Unikliniken, große Labors und auch niedergelassene Ärzte nutzen sie für die Diagnostik. So können sie zum Beispiel feststellen, ob Gene verändert sind oder ob eine Anfälligkeit für eine spätere Erkrankung vorliegt. Außerdem ist eine genauere Diagnose von Krankheiten möglich. Das größte Problem ist allerdings, dass es zurzeit nur wenige Behandlungsmöglichkeiten für Erkrankungen gibt, die mit einem Gentest diagnostiziert werden können.

Gentherapie: Weltweit wurde die Gentherapie in den vergangenen zehn Jahren an rund 4.000 Patienten erprobt, drei Viertel von ihnen Krebskranke. Bislang haben sich die in das Verfahren gesetzten Hoffnungen nicht erfüllt. Nur wenigen Patienten konnte dauerhaft geholfen werden. Dagegen gab es bei amerikanischen Studien schwere Nebenwirkungen und sogar einige Todesfälle.

Medikamente: Mit gentechnischen Methoden entwickelte Medikamente werden bereits im klinischen Alltag eingesetzt, zum Beispiel das Humaninsulin, das Wachstumshormon Somatotropin, Blutgerinnungsfaktoren zur Therapie der Bluterkrankheit oder Erythropoietin zur Behandlung von Blutarmut bei Nierenerkrankungen. Der Anteil biotechnologisch hergestellter Arzneimittel wird in Zukunft weiter ansteigen.

Pharmakogenomik: Diese neue Richtung der Arzneimittelforschung hat das Ziel, Auswahl und Dosierung von Medikamenten auf den einzelnen Patienten und sein Genprofil abzustimmen.

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