Gendefekter Mops Meldung

Liegt kein Zucht­fehler vor, müssen Züchter keine Tier­arzt­kosten zahlen.

Das Land­gericht Ingol­stadt hat Schaden­ersatz für einen kranken Mops abge­lehnt. Die Züchterin, die den Hund verkauft hatte, muss aber den halben Kauf­preis zurück­zahlen (Az. 33 O 109/15, nicht rechts­kräftig). Hündin Ronja leidet an einem Gendefekt namens Pug Dog Encephalitis (PDE): Sie hat einen Wasser­kopf, epileptische Anfälle, Probleme beim Laufen und ist auf einem Auge blind.

Die Besitzer warfen der Züchterin Zucht­fehler vor: Ronjas Mutter Luna hatte in 16 Monaten 17 Welpen geworfen – zu viele. Deshalb wollten sie 75 Prozent des Kauf­preises von 1 400 Euro erstattet haben und mehr als 5 500 Euro Tier­arzt­kosten. Juristisch gelten Tiere in Deutsch­land als Sache. Die Richter entschieden, die Mops­dame sei „tatsäch­lich mangelhaft“. Deshalb bekommen die Besitzer 700 Euro vom Kauf­preis zurück. Obwohl Luna zu oft gedeckt wurde, sei die Züchterin nicht für den Gendefekt verantwort­lich und muss nicht die Tier­arzt­kosten über­nehmen.

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