Nicht immer muss der Ehepartner dafür geradestehen, wenn der andere Ehepartner das Gemeinschaftskonto überzogen hat. Normalerweise müssen bei einem Gemeinschaftskonto zwar alle Inhaber für Schulden einstehen. Der Bundesgerichtshof (BGH) hat aber entschieden (Az. XI ZR 218/01), dass der Ehepartner dann nicht haften muss, wenn das Soll durch Termingeschäfte des anderen entstanden ist.

In diesem Fall hatte ein GmbH-Geschäftsführer über das gemeinsam mit der Ehefrau geführte private Girokonto drei Jahre lang Devisentermingeschäfte abgewickelt und dabei einen Verlust von rund 333 000 Euro gemacht. Die Richter meinten, dass die Devisentermingeschäfte zwar verbindlich waren. Die Ehefrau muss aber nur diejenigen Bankbuchungen akzeptieren, die sich innerhalb des Kontoguthabens bewegen. Rutscht das Konto durch die spekulativen Börsengeschäfte ins Minus, hat sie einen Anspruch auf Stornierung.

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