Gemeinsame Betriebskrankenkasse Köln Meldung

Die Gemeinsame Betriebskrankenkasse Köln (GBK) macht den Anfang: Sie erhebt rückwirkend zum 1. Juli einen Zusatzbeitrag von 8 Euro pro Monat von ihren Mitgliedern. Grund sind nach Kassenangaben außergewöhnliche Behandlungskosten für zwei schwerstkranke Mitglieder. test.de informiert.

Voraussichtlich bis zum Jahresende

Erstmals seit Einführung des Gesundheitsfonds verlangt mit der GBK eine gesetzliche Krankenkasse von ihren Mitgliedern einen Zusatzbeitrag. Grund dafür: Durch die Behandlung von zwei Versicherten, die an der Bluterkrankheit (Hämophilie) leiden, ist die GBK nach eigenen Angaben in die roten Zahlen geraten. Rund 14 Millionen Euro habe die Kasse für deren sehr teure Medikamente aufwenden müssen. Der Sanierungsrat habe nun beschlossen, rückwirkend zum 1. Juli 2009 einen Zusatzbeitrag von 8 Euro zu erheben. Die Mitglieder der GBK seien darüber bereits schriftlich informiert worden. GBK-Vorstand Helmut Wasserfuhr sagte gegenüber test.de, dass der Zusatzbeitrag nach derzeitiger Planung bis zum Ende des Jahres erhoben werden soll. Was dann komme, könne er noch nicht abschätzen. Die Satzungsleistungen und den Service wolle die GBK aber nicht einschränken.

Sonderkündigungsrecht für Mitglieder

Laut Satzung der Krankenkasse wird der Zusatzbeitrag quartalsweise erhoben. Erstmalig fällig ist er am 20. September. Dann sind 24 Euro zu zahlen. Diesen zusätzlichen Beitrag zahlen Versicherte allein, Arbeitgeber beteiligen sich nicht daran. Erhebt die Kasse einen Zusatzbeitrag, haben Versicherte ein Sonderkündigungsrecht. Sie können bis zu dem Zeitpunkt kündigen, zu dem der Zusatzbeitrag erstmals erhoben wird. Im Falle der GBK können Mitglieder also noch bis zum 20. September kündigen. Spätestens einen Monat vor der Fälligkeit muss die Kasse zudem auf das Kündigungsrecht hinweisen, andernfalls verlängert sich die Kündigungsfrist entsprechend. Das Sonderkündigungsrecht gilt übrigens auch, wenn die Krankenkassen zuvor gezahlte Prämien streichen oder kürzen. Wichtig: Wer fristgemäß kündigt, muss den Zusatzbeitrag nicht zahlen.

Gesundheitsfonds seit 2009

Durch den Gesundheitsfonds, der seit Anfang 2009 gilt, zahlen gesetzlich Krankenversicherte bei jeder Kasse den selben Beitrag. Die Einnahmen fließen in dem Fonds zusammen und die gesetzlichen Krankenkassen erhalten daraus einen festen Betrag für jeden ihrer Versicherten und gegebenenfalls krankheitsabhängige Zuschläge. Gibt eine Kasse weniger Geld für Krankenbehandlungen und Kundenservice aus, kann sie ihren Versicherten Beiträge zurückzahlen. Kassen, bei denen die Pauschale nicht ausreicht, müssen einen Zusatzbeitrag erheben. Dieser darf aber ein Prozent des beitragspflichtigen Einkommens nicht überschreiten. Ein Zusatzbeitrag bis 8 Euro im Monat kann einkommens­unabhängig erhoben werden. Versicherte mit einem geringem Einkommen von bis zu 800 Euro im Monat zahlen dann prozentual mehr.

Kleine Betriebskrankenkassen

Die GBK ist eine relativ kleine Betriebskran­kenkasse mit regionalem Schwerpunkt. Sie hat etwa 32 000 zahlende Mitglieder. Solche kleineren Krankenkassen können mögliche Risikolasten wie etwa überdurchschnittlich aufwendige Behandlungen schwerkranker Mitglieder schlechter auffangen als überregionale Kassen mit großer Mitgliederzahl. Daher besteht bei ihnen auch eher die Gefahr, dass die Mitglieder einen Zusatzbeitrag zahlen müssen. Nach Angaben des Bundesversicherungsamts gibt es bislang aber keine weitere Kasse, die einen entsprechenden Antrag gestellt hat. Das Bundesversicherungsamt muss die Zusatzbeiträge genehmigen, bevor die Kassen diese von ihren Mitgliedern erheben dürfen.

Krankenkassen im Test

Trotz einheitlichem Beitragssatz ist es für gesetzlich Krankenversicherte nicht egal, in welcher Kasse sie Mitglied sind. Denn die Krankenkassen bieten neben den gesetzlich festgelegten Leistungen zusätzliche Wahltarife und Programme, die von Kasse zu Kasse unterschiedlich sind. Das heißt für Versicherte: Je nach individuellen Bedürfnissen ist nicht jede Kasse gleichermaßen für sie geeignet. Wer etwa Wert auf homöopathische Behandlungen legt, sollte sich eine Krankenkasse suchen, die diese Zusatzleistung bietet. Anderen sind Gesundheits­kurse oder die fachkundige Beratung ihrer Kasse vor Ort besonders wichtig. Finanztest hilft bei der Wahl einer passenden Kasse: Mit einer Untersuchung von 113 gesetzlichen Krankenkassen die für Jedermann geöffnet sind und zahlreichen Tipps, damit jeder einen individuell passenden Schutz findet.

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