Gema-Gebühren Meldung

Auch wer seinen Hochzeitswalzer ganz in weiß tanzt, kann als Schwarzhörer zur Kasse gebeten werden, wenn er seine Gästeliste nicht einschränkt. Denn nur bei rein privaten Feiern mit Verwandten und Freunden muss die Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte (Gema) auf Urheberrechtsgebühren verzichten. Können dagegen auch Fremde die Fetenhits hören, darf die Gema kassieren, meinte das Amtsgericht München (Az. 161 C 28978/00).

Rund 60 Mark Gebühren hatte die Gema verlangt, weil auf einer Hochzeitsfeier drei Musiker gespielt hatten. Der Veranstalter der Hochzeit konnte allerdings anhand der Gästeliste belegen, dass nur Verwandte und Freunde des Brautpaars anwesend waren. Das Gericht verneinte daraufhin die Gebührenpflicht. Es machte jedoch zugleich klar, dass die Sache bei öffentlichen Hochzeiten, etwa bei Dorffesten, anders liegt. Schon ein einziger Partygast ohne enge persönliche Beziehung zum Einladenden begründe die Gema-Gebührenpflicht.

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