Wer an einem Bankautomaten Geld ziehen will und leer ausgeht, weil die Maschine nichts ausspuckt, hat vor Gericht Chancen. Nach einem Urteil des Amtsgerichts Essen muss nämlich im Zweifel die Bank beweisen, dass der Automat im konkreten Fall doch funktioniert hat (Az. 21 C 518/99).

Zugrunde lag der Fall einer Kundin, die mit ihrer ec-Karte von der Postbank bei der Geno-Volks-Bank Essen eG 1.000 Mark abheben wollte. Bei diesem Wunsch blieb es jedoch. Die Scheine spuckte der Automat nach Eingabe von Pin-Nummer und gewünschter Summe nicht aus. 1.000 Mark und 10 Mark Gebühr wurden trotzdem vom Kundenkonto abgebucht. Erst das Amtsgericht sorgte für die verspätete Auszahlung.

Die Banken hatten im Prozess verlangt, das Gericht müsse zunächst stets von einem Funktionieren der Automaten ausgehen, anderenfalls müsste die Technik samt und sonders abgeschafft werden. Dem wollte das Gericht nicht folgen. Eine Beweiserleichterung zugunsten der Kreditinstitute komme nicht infrage. Es sei bekannt, dass Maschinen Pannen haben können. Zudem seien Fehler von Bankmitarbeitern beim Befüllen des Automaten denkbar. Die Mitarbeiter könnten sogar jederzeit Geld aus dem Gerät entnehmen. Zweifel an einer ordnungsgemäßen Geldausgabe gingen daher zulasten der Bank.

Die Ankündigung der Banken im Prozess ("Geldautomaten müssten abgeschafft werden") erwies sich als Theaterdonner. Für die Postbank kommt eine Abschaffung der Geldautomaten wegen des Urteils nicht infrage. Auch die Geno-Volks-Bank vertraut jetzt darauf, dass ihre Automaten in Zukunft einwandfrei funktionieren werden.

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