Geldanlagen im Risikotest Test

Sicher geglaubte Geldanlagen hat die Finanzkrise in Luft aufgelöst. Damit das nicht mehr passiert, hat Finanztest Wertpapiere nach ihrer Sicherheit gecheckt und sagt, was Anleger beachten müssen.

Zu wenig Zinsen

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Wer sein Geld absolut sicher anlegen will, kann es nur in Bundesanleihen, Pfandbriefen investieren oder auf Tages- und Festgeldkonten bei Banken legen, die durch eine deutsche Einlagensicherung abgesichert sind. Doch die Zinsen auf Spareinlagen werden immer weniger. Die Angebote deutscher Banken liegen großteils unter 2 Prozent, das beste derzeit bei 3,8 Prozent. Ausländische Banken bieten bessere Zinsen. Anleger sollten aber unbedingt die Sicherungsgrenze für das Spargeld beachten, empfiehlt Finanztest. Auch die Zahlungsfähigkeit eines Staates, der die Einlagensicherung garantiert, sollten Sparer prüfen. Kunden der zahlungsunfähigen Kaupthing-Bank in Island haben bis heute ihr Geld nicht zurück. Vor dem Risiko der isländischen Einlagensicherung hatte Finanztest vorab gewarnt.

Wissen, wer der Schuldner ist

Zinsen erhält der Anleger auch für Anleihen. Sie sind so sicher wie die Schuldner, die sich das Geld beim Anleger geliehen hat. Anleiheschuldner können Staaten sein, Banken und Unternehmen. Gläubiger mit Zertifikaten der amerikanischen Bank Lehman Brothers erlitten fast Totalverlust. Zertifikate sind Anleihen. Lehman-Opfer können im Moment nur warten, wie viel der Insolvenzverwalter für sie herausholt.

Anspruch auf eine feste Rückzahlung

Geldanlagen im Risikotest Test

Sicherheit hat ein Anleger aber, wenn er zu Anleihen oder Zertifikaten mit Kapitalschutz greift. Für sie zahlt der Herausgeber am Ende der Laufzeit den Nennwert, die Rückzahlung steht fest. Bei Tages- und Festgeld erhält der Sparer in jedem Fall den ursprünglich angelegten Betrag zurück. Wer aber in Aktien, Fonds oder Anleihen ohne Kapitalschutz investiert, weiß nicht was er am Ende zurückerhält. Anleger müssen auch prüfen, wie zahlungsfähig die Bank oder der Anleiheschuldner ist. Als Anhaltspunkt dafür dienen die Rendite und die Bewertung der Ratingagenturen. Den Weg zur sicheren Zinsanlage schildert die Grafik.

Das Restrisiko sicherer Geldanlagen

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Bei vielen Zinsanlagen weiß der Sparer jedoch nicht, wie hoch am Ende die Verzinsung sein wird. Den Zins für Tagesgeld kann die Bank täglich ändern. Steigen die Zinsen, ist das gut für den Anleger. Derzeit geht der Zins aber nach unten. Feste Zinsen gibt es für Bundesanleihen, Bundesschatzbriefe, Pfandbriefe und in der Regel auch für Unternehmensanleihen. Wollen Anleger aber ihre Anleihe nicht bis zur Fälligkeit halten, sondern vorher über die Börse verkaufen, können sie Geld verlieren. Denn Anspruch auf den Nennwert haben sie nur zur Fälligkeit. Wer jetzt eine länger laufende Anleihe von etwa zehn Jahren mit relativ niedrigem Zinskupon kauft, dem drohen bei einem vorzeitigen Verkauf Kursverluste, falls die Zinsen in den nächsten Jahren wieder steigen. Der Zinskupon verbrieft bei einer Anleihe den Zinsanteil. Alle Risiken zeigt die Grafik.

Immer flüssig sein

Wer auf sein angelegtes Geld jederzeit zugreifen will, braucht liquide Papiere, die jederzeit gehandelt werden. Über ihr Tagesgeld können Sparer immer verfügen. Festgeld wird aber erst am Ende der Laufzeit flüssig. Bundeswertpapiere, wie die Tagesanleihe des Bundes, sind immer verkäuflich, andere Anleihen aber nur in Ausnahmefällen. Egal, welches Papier Anleger wählen, die Angst vor der Geldentwertung bleibt. Inflationsunabhängig sind Sachwerte wie Aktien und Immobilien. Zinsanleger können sich vor der Geldentwertung schützen, indem sie sich Anleihen mit Inflationsschutz ins Depot legen.

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